Wir brauchen viele, viele Domgassen
- Montag, 17. März 2025 @ 18:55
Wir werden schon zustimmen, aber ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich die vielen Bemühungen hier für diesen kurzen Straßenzug eher unter die Rubrik teure Symbolpolitik einordne. Viele Akteur*innen mischen sich ein und wollen sich profilieren – von einzelnen Parteien bis zum zuständigen Verkehrs- und Mobilitätsreferenten, die alle die Urheberschaft für sich reklamieren. Wir könnten uns da auch in die Reihe der Geburtshelfer einreihen und darauf hinweisen, dass wir als KPÖ bereits 2020 vor der Umgestaltung einen sogenannten Parking Day abgehalten und eine autofreie Domgasse gefordert haben – tun es aber nicht bzw. haben es nie getan.
Das auch deshalb weil es in Linz, insbesondere in der Innenstadt, so viel andere und bedeutendere Stellen gäbe, wo wir Veränderungen brauchen, um den Autoverkehr zu beschränken und den öffentlichen Straßenraum neu zu beleben.
Am oberen Ende der Domgasse beispielsweise, im Graben, rollt täglich der Autoverkehr in bester innerstädtischer Lage über die Fußgängerzone Landstraße, während sich die Fußgänger*innen mit schmale Gehstreifen zufriedengeben müssen. Oft stehen darauf auch noch haltende Autos. Für die Fahrgäste wiederum bedeutet die Autolawine ständig Verzögerungen im öffentlichen Busverkehr. Die Bushaltestelle in Richtung Promenade ist ein Graus – da viel zu schmal, während auf der anderen Straßenseite die Busbucht beim Würstelstand nicht selten von haltenden Autos missbraucht wird. Im Graben bräuchte es daher dringend zumindest eine Begegnungszone – wenn nicht sogar mehr!
Weiter geht’s in die Dametzstraße, die viel zu breit ist (natürlich nur für den Autoverkehr), für die Radfahrenden und Zufußgehenden ist sie dafür viel zu schmal und mit vielen Hindernissen und Unzulänglichkeiten verbunden. Da stehen auch keine Bäume. Diese Straße ist beispielhafter Ausdruck für eine autodominierte, unmenschliche Stadt. Und ich könnte das auf andere Straßen fortführen. Da passiert aber überall nichts bzw. viel zu wenig und man könnte ja fragen: Was steht dazu konkret im "Integrierten Innenstadtkonzept-Best of Linz"? Antwort wieder: Nichts bzw. nicht viel!
Es gilt das gesprochene Wort.






