Linie 13 braucht Lenkungsmaßnahmen
- Donnerstag, 11. Dezember 2025 @ 08:59
Mit der Linie 13 setzen wir heute einen wichtigen Schritt für den öffentlichen Verkehr in Linz.
Aber eines muss dabei ganz deutlich gesagt werden: Ohne echte Push-Maßnahmen wird dieses Angebot, diese Pull-Maßnahme, niemals seine volle Wirkung entfalten.
Das Mobilitätskonzept für den Linzer Süden zeigt es schwarz auf weiß: 70 % der Bewohner*innen in Ebelsberg und Pichling nutzen die Öffis nie. Jetzt schaffen wir ein zusätzliches Angebot, aber dieses Angebot allein reicht einfach nicht, solange wir es gleich leicht oder sogar leichter machen, mit dem Auto zu fahren. (steht auch im Mobilitätskonzept für den Linzer Süden!) So sabotieren wir unsere eigenen Investitionen.
Gerade in einem Stadtteil wie dem Industriegebiet–Hafen, wo über 30.000 Beschäftigte arbeiten und tausende Stellplätze zur Verfügung stehen, ist klar: Ohne Einschränkungen im MIV gibt es keinen echten Umstieg. Und wenn wir gleichzeitig neue Parkhäuser wie jenes im Hafenpark oder bei der Tabakfabrik schaffen, dann ist das völlig kontraproduktiv. Ich erinnere an ein Mobilitätskonzept der voestalpine Standortservice GmbH vor 10 Jahren mit dem Namen "mobilität2025" Die Erhebung damals ergab einen Modal Split: 24% ÖV (1918), 73% MIV (5202), 2% Fahrrad (176), <1 % Fuß (39) Ziel war bis 2025 einen gleich hohen Anteil ÖV und MIV! Und die Realität? Wir wissen das das nicht erreicht wurde. Es ist also höchst an der Zeit, dass wir die dort angesiedelten Betriebe in die Pflicht nehmen und effektive Verkehrsverlagerungsmaßnahmen setzen.
Wenn wir ernsthaft wollen, dass die Linie 13 ein Erfolg wird, dann müssen wir endlich den Mut haben, die Rahmenbedingungen zu verändern: weniger KFZ-Stellplätze, konsequente Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs.
Und auch die Umsteigemöglichkeiten müssen attraktiv gestaltet sein. Da hat die Linie 13 unserer Meinung nach aber einen Schönheitsfehler: Nämlich die Endhaltestelle Karlhof in Urfahr. Für Pendler*innen aus dem Mühlviertel bringt das gar nichts. Ein einmaliges Umsteigen vom überregionalen Verkehrsmittel in ein städtisches ist völlig akzeptabel. Solange die RSB aber nicht auf der Trasse der Mühlkreisbahn bis nach Kleinzell und weiterfährt – und das wird noch lange dauern – bedeutet der Weg z.B. mit der Linie 13 in den Linzer Osten bzw. ins Industriegebiet mehrere Umstiege. Das ist einfach nicht attraktiv.
Und ein Nachsatz: Wer in die Innenstadt will, wird ohnehin weiterhin auf die Straßenbahn umsteigen und braucht dafür die RSB gar nicht.
Also: Wer hunderte Millionen in neue Linien steckt, darf nicht gleichzeitig Bedingungen schaffen, die ihren Erfolg verhindern.
Darum: Ja zur Linie 13 – aber nur mit echten Lenkungs- also Push-Maßnahmen!
Es gilt das gesprochene Wort.
(Bild: Linz AG)






