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Statement zum Nahverkehrsknoten Franckviertel

  • Freitag, 18. März 2022 @ 06:23
Gemeinderat
Gemeinderat Michael Schmida zur Planungsvorlage Nahverkehrsknoten „Linz Franckviertel“

Die KPÖ begrüßt das Vorhaben im Bereich Lastenstraße, Franckstraße einen Umsteigeknoten errichten zu wollen. Es handelt sich dabei um ein ganz wichtiges Projekt für den öffentlichen Verkehr. Schließlich geht es auch darum den ÖV in Linz gesamtheitlich zu denken und die unterschiedlichen Verkehrsmittel, z.B. S-Bahn und Linz-Linien, optimal miteinander zu verknüpfen.

Wir haben deshalb ja auch bei der letzten Gemeinderatssitzung eine Anfrage eingebracht mit der Intention beim 8 Kilometer langen Ausbau der Westbahnstrecke zwischen Linz Hauptbahnhof und Ebelsberg nicht nur eine neue Bahnhaltestelle zu errichten, sondern auch weitere Haltestellen einzuplanen. Die S-Bahn-Linz ist nämlich als Netz zu sehen mit neuen und zusätzlichen S-Bahn-Haltestellen, die ein Tür-zu-Tür-Umsteigen zum Stadt(-Bus-)Verkehr ermöglicht.

Positiv ist auch anzumerken, dass die kostspielige und suboptimale, unterirdische "Neue Schienenachse Linz" nun endgültig vom Tisch und aus den Planungen ist. Mit der nun vorgelegten Neufassung des Übereinkommens inkl. Neuplanungen sind wir aber dennoch nicht zufrieden. Ein paar Punkte warum:

Zuerst finden wir die Unterführung in der Lastenstraße mit 21m lichte Weite für Fahrbahnen (21m, das sind 6 Fahrstreifen á 3,50 m) überdimensioniert. Das ist ein teurer und falscher Luxus. Wenn behauptet wird das muss so sein, da im Umkreis eine rege Bautätigkeit herrscht und der Individualverkehr zunimmt, dann stimmen da die grundsätzlichen Kriterien für dieses Projekt nicht bzw. stehen diese im krassen Gegensatz zu allen Absichten den motorisierten Individualverkehr in Linz reduzieren zu wollen.

2.: Die Situierung der Bushaltestellen in der Unterführung ist wenig fahrgastfreundlich, denn die Aufenthaltsqualität in der Unterführung ist für Wartende - weil Lärm, Abgase, „Angstraum“ im Kunstlicht - äußerst ungünstig. Außerdem ist der „Knoten Franckviertel“ etwas größer zu denken und zu gestalten. Es geht ja nicht nur um das Umsteigen von der S-Bahn zu den O-Bussen 47 und 48, sondern auch um das Umsteigen von und zur Buslinie 25. Die Buslinien-Haltestellen sollten deshalb zwischen Bahn und Franckstraße liegen und gut sichtbar und bequem erreichbar sein.

3.: Apropos bequemes Umsteigen: Die S-Bahn Linien S1 und die S3 sollten am Knoten Franckviertel einen einzigen, gemeinsamen Inselbahnsteig haben. Dzt. sind zwei getrennte Bahnsteige für die zwei Linien vorgesehen. Mit den ÖBB sind diesbezüglich intensive Gespräche zu führen. Die ÖBB würde dadurch auch Kosten sparen. Ein kompakter Inselbahnsteig erspart viele Treppen-Auf/Abgänge, Rolltreppen und Lifte und sonstige Anlagen und würde das allfällige Umsteigen der Fahrgäste zwischen S1 und S3 enorm erleichtern. Und auch das Umsteigen zwischen S-Bahn und Linz-Linien Auto- und O-Bussen würde sich einfacher und kürzer gestalten.

Und 4.: Der Fahrradweg unter der Brücke ist knapp an den Brückenträgern und an die Bus-Wartezone auf der anderen Seite der Brückenträger geplant. Fahrgäste von der S-Bahn zu den Bussen und umgekehrt müssen daher den Radweg queren. Das ist nicht ungefährlich, vor allem durch die erhöhten Geschwindigkeiten der Radfahrenden im abschüssigen Unterführungsbereich und durch schnellere e-bikes. Der Fahrradweg sollte daher neben der Fahrbahn z.B. als Mehrzweckstreifen errichtet werden.

Aus diesen angeführten Gründen wird die KPÖ dieser Vorlage nicht zustimmen und wir enthalten uns. Da es sich ja nur um Vorplanungen - wie wir im Ausschuss erfahren haben - handelt, sind wir optimistisch, dass auf die Kritikpunkte noch eingegangen werden kann und dieser wichtige ÖV-Knoten auch wirklich fahrgast-, fahrrad- und fußgehfreundlich gebaut wird.

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