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Antrag Kriegsgefangenenlager Auhof

  • Donnerstag, 23. April 2015 @ 08:00
Linz Für die Gemeinderatssitzung am 23. April 2015 hat KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn einen Antrag zum Thema Maßnahmen zur Aufarbeitung und zum Gedenken an das Kriegsgefangenenlager Auhof eingebracht. Der Wortlaut des Antrages:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister! 2016 feiert die Johannes-Kepler-Universität ihr 50jähriges Bestehen. Das Gelände auf dem sie errichtet wurde, hat eine Vorgeschichte, die mit der Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus dicht verwoben ist. So wurde etwa der Science Park auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Auhof errichtet. In unmittelbarer Umgebung befanden sich in der NS- Zeit zwei weitere Lager.

Die wirtschaftliche Bedeutung der zur Zwangsarbeit eingesetzten Kriegsgefangenen und der sogenannten „FremdarbeiterInnen“ waren gerade für Linz enorm. Stellvertretend sei hier deren Einsatz in der Schwerindustrie oder auch im Wohnbau genannt. Die bedrückende Lebenssituation der von Zwangsarbeit betroffenen Menschen ist Gegenstand der aktuellen historischen Forschung zur NS-Zeit. Spätestens ab 1942 waren auch russische Kriegsgefangene im Lager Auhof interniert. Die Fotoserie „Russenlager Auhof“ kann hier als Nachweis gelten. Besonders diese Gruppe von Gefangenen hatten einen besonders niedrigen Status und geringe Überlebenschancen. Ihre Mortalitätsrate lag bei 57,8 %.

Bis dato steht allerdings eine Auseinandersetzung der Johannes-Kepler-Universität mit der Vorgeschichte ihres Standorts aus. Weder die offizielle Chronik der JKU, noch bei ihrer Gründung verfasste Beiträge nehmen Bezug auf die auf oder neben dem Universitätscampus befindliche Lager. Natürlich kann argumentiert werden, dass in einer so stark von der NS-Zeit geprägten Stadt wie Linz, historisch belastete Gelände von einer Nutzung nicht ausgeschlossen werden können.

Das entbindet aber nicht von der Verpflichtung mit solchen Orten sensibel umzugehen und nicht stillschweigend auf Stätten historischen Unrechts Parkplätze zu betonieren. Unmittelbar in die Verantwortung der Universität fällt in diesem Sinne jenes Gelände, auf dem von 1941 bis 1945 das Kriegsgefangenlager Auhof stand und auf dem heute der Science Park steht.


Daher stellen die unterzeichnenden GemeinderätInnen gemäß § 12, Abs. 1 StL 1992 folgenden Antrag:

Der Gemeinderat beschließe folgende Resolution an die Johannes-Kepler-Universität: Der Rektor der Johannes-Kepler-Universität wird in Hinblick auf das 50jährige Jubiläum der Johannes-Kepler-Universität 2016 ersucht, Maßnahmen zur Aufarbeitung der Vorgeschichte des Universitätscampus bezüglich der NS-Zeit einzuleiten sowie eine würdige und angemessene Form des Gedenkens an die Opfer von Zwangsarbeit auf dem Universitätscampus zu finden.

Der Gemeinderat beschließe folgenden Antrag: Das zuständige Mitglied des Stadtsenats wird beauftragt in Kooperation mit der Johannes-Kepler-Universität Ressourcen für eine fundierte Aufarbeitung der Vorgeschichte des Universitätscampus bezüglich der NS-Zeit zur Verfügung zu stellen und diese Aufgabe rasch in Angriff zu nehmen. Weiters soll eine würdige und angemessene Form des Gedenkens an die Opfer von Zwangsarbeit auf dem Universitätscampus gefunden und etabliert werden.

Die Bedeckung allfällig anfallender Kosten soll durch Umschichtung im Rahmen des Budgets erfolgen bzw. im kommenden Voranschlag berücksichtigt werden.

Weiters wird beantragt, diesen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung am 23.4.2015 zu setzen.

Berichterstatterin: GR Mag.ª Gerlinde Grünn




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