Vier Millionen Euro für externe Beratungs- und Planungsleistungen in Linz
- Mittwoch, 20. Mai 2026 @ 12:08
GR Michael Roth-Schmida stellt klar, dass Auslagerung von Leistungen nicht grundsätzlich infrage gestellt werden.
Dennoch müsse kritisch geprüft werden, ob externe Vergaben tatsächlich wirtschaftlicher und nachhaltiger seien als der langfristige Aufbau eigener Kompetenzen innerhalb des Magistrats. „Wurden vor der Vergabe echte, transparente Vergleiche angestellt, ob eine interne Lösung langfristig günstiger gewesen wäre?“, fragt Roth-Schmida. Ebenso müsse geklärt werden, wie die Stadt sicherstellt, dass das von externen Beratern und Beraterinnen erarbeitete Wissen nach Projektende dauerhaft in der Verwaltung verbleibt und nicht mit dem Ende des Auftrags verloren geht.
Kritisch hinterfragt wird zudem der tatsächliche Nutzen zahlreicher Studien und Beratungsleistungen: „Handelt es sich dabei um echten Erkenntnisgewinn oder lediglich um die nachträgliche Legitimierung bereits getroffener politischer Entscheidungen?“ Außerdem müsse sichergestellt werden, dass externe Leistungen nicht bloß zur Erstellung von „Papiertigern“ dienen. Als Beispiele nennt Roth-Schmida den „Masterplan Gehen“ oder die „Fahrradstrategie“: „Bei einigen extern vergebenen Aufträgen ist außer Spesen wenig gewesen. Sie dienten eher der Profilierung von Stadtpolitikern als einer wirklichen Grundlage für umfassende Maßnahmen und konkrete Verbesserungen.“
Für Roth-Schmida liegt daher die Schlussfolgerung auf der Hand: „Würde die Stadt Linz einen Teil der jährlichen Ausgaben für externe Beratungsleistungen dafür nutzen, attraktive und gut bezahlte Arbeitsplätze in Bereichen wie IT/KI, Mobilitätsplanung oder Umwelttechnik im Magistrat zu schaffen, könnten die Kosten für externe Berater mittelfristig deutlich gesenkt werden. Gleichzeitig bliebe strategisch wichtiges Wissen dauerhaft im Rathaus erhalten.“




