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Antrag: Prüfung Umbenennung Dinghoferstraße

  • Dienstag, 9. Dezember 2025 @ 13:46
Anträge Für die Gemeinderatssitzung am 10.12.2025 hat die KPÖ-Fraktion einen Antrag für eine Überprüfung der Umbenennung der Dinghoferstraße eingebracht. Der Wortlaut des Antrages:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Die Debatte um Franz Dinghofer rückt erneut in den Fokus, nachdem FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz am 11. November 2025 im Parla ment ein Franz-Dinghofer-Symposium veranstaltete. Dieses Ereignishat die Diskussion über den Umgang mit prominenten Nationalsozialisten, die weiterhin von der FPÖ geehrt werden, neu entfacht. Die Parlamentsparteien ÖVP, SPÖ, Grüne, NEOS sowie zivilgesellschaftliche Organisationen verurteilen die Durchführung des Symposiums im Parlament angesichts der antisemitischen
Haltung und NSDAP-Mitgliedschaft Dinghofers scharf. Laut den Oberösterreichischen Nachrichten vom 11. November kommentierte Bürgermeister Dietmar Prammer die Veranstaltung folgendermaßen: „Ein ehrendes Andenken an Dinghofer widerspricht den demokratischen Werten der Republik.“

Franz Dinghofer (1873–1956) war zunächst ein deutschnationaler Bundespolitiker und von 1907 bis 1918 Bürgermeister von Linz. Er war Antisemit, Arisierungsprofiteur und nachweislich seit 1940 Mitglied der
NSDAP. Bereits im April 2019 stellte die KPÖ gemeinsam mit der Grünen Gemeinderatsfraktion einen Antrag, die Verstrickung Dinghofers mit dem Nationalsozialismus wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Stra-
ßenschilder der Dinghoferstraße entsprechend zu kontextualisieren.

Daraufhin erstellte eine vom Gemeinderat eingesetzte Historiker:innen- kommission einen Bericht über belastete Straßennamen, der 2022 prä-
sentiert wurde. In Folge wurden vier Straßennamen geändert: Bischof Johannes Maria Gföllner, Komponist Hans Pfitzner, Autokonstrukteur Ferdinand Porsche und Unterhaltungskünstler Franz Resl.

Franz Dinghofer wurde in die zweite Kategorie der Kommission eingestuft, da antisemitisches und nationalsozialistisches Gedankengut nachgewiesen werden konnte. Bislang wurde jedoch weder die
Ehrung durch einen Straßennamen noch seine Ehrenbürgerschaft der Stadt Linz aufgehoben.

Der Gemeinderat beschließe:

Der Bürgermeister wird ersucht, angesichts der nachgewiesenen Verstrickung Franz Dinghofers mit dem Nationalsozialismus und seiner antisemitischen Haltung eine Prüfung auf Umbenennung der Dinghoferstraße vorzunehmen und das Ergebnis dem Ausschuss für Planung, Integration und Verfassung zur Diskussion vorzulegen.

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