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Viele Einwände gegen Bauprojekt am Froschberg

  • Freitag, 24. Oktober 2025 @ 06:34
Statements
Statement von Gemeinderätin Gerlinde Grünn in der Gemeinderatssitzung am 23.10.2025 zum Bauvorhaben und zur geplanten Änderung des Bebauungsplans in der Eisenbahnersiedlung am Froschberg:

Seit dem Bekanntwerden der Verdichtungspläne der WAG in der Eisenbahnersiedlung am Froschberg ist viel Sand im Getriebe. Rasch hat sich dort eine engagierte Bürgerinitiative gebildet, die beharrlich auf ihr Mitspracherecht als langjährige Mieter:innen pocht und damit auf die Ungereimtheiten bei diesem Nachverdichtungsprojekt aufmerksam macht.

Im nun vorliegenden Bebauungsplan finden sich dementsprechend viele Einwände. So wird etwa auf die Stellungnahme des Umweltanwalts verwiesen: Er fordert eine Überarbeitung in Bezug auf Mobilitäts- und Grüninfrastruktur und verweist auf die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

Viele Einwendungen beklagen den Verlust der ökologisch und klimatologisch wertvollen Grünflächen. Dieser Verlust durch Tiefgaragenbau und neue Baufelder hat auch überregionale Bedeutung für das Stadtklima insgesamt. Wer die Siedlung kennt, weiß um die derzeit hohe Lebensqualität aufgrund der optimalen Durchgrünung mit alten Bäumen, Sträuchern und Kleingärten – und nicht zu vergessen der leistbaren Mieten. In Zeiten explodierender Wohnkosten ist das eine Seltenheit.

Es ist wohl einer der auffälligsten Widersprüche, wie schnell man bereit ist, wertvollen, hochfunktionalen Grünraum zu opfern. Das zeigt sich auch in der unteren Ziegeleistraße, wo die ASFINAG die Schlägerung hunderter Bäume für die A26 angekündigt hat. Einerseits investiert die Stadt enorme Summen in Neupflanzungen, andererseits werden vorhandene, stadtklimatologisch wichtige Grüninseln für Bauprojekte leichtfertig geopfert. Die Ausrede großzügiger Ersatzpflanzungen kann man – im Wissen darum, dass ein Baum rund 30 Jahre wachsen muss, um als natürliche Klimaanlage zu wirken – nur als Hohn empfinden.

Neben dem Verlust von Grünraum werden auch der Verlust der über Jahrzehnte gewachsenen Sozialstruktur, die geplanten Laubengänge sowie die unzureichende Bürgerbeteiligung kritisiert.

All das sind gute Gründe, dem vorliegenden Bebauungsplan nicht zuzustimmen und den Prozess nochmals neu aufzurollen.

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