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Radweg Lederergasse: Teures Flickwerk statt gute Lösung

  • Freitag, 8. November 2024 @ 05:57
Linz
Statement von Gemeinderat Michael Roth-Schmida bei der Gemeinderatssitzung am 7.11.2024 zur Verlängerung der Radweges in der Lederergasse "Errichtung eines Radwegkorridors an der Südseite der Lederergasse zwischen Honauerstraße und Petzoldstraße":

Diese "neue Radwegführung" hat viele, sehr unterschiedliche Gesichter: Anfangs in der Rathausgasse handelt es sich um eine echte Fußgängerzone mit Radfahrberechtigung. In der Lederergasse beginnt es dann mit einer Begegnungszone vom Pfarrplatz bis zur Prunerstraße. Anschließend folgt eine Fahrradstraße (sehr innovativ, nur hält sich halt kein Auto an das Durchfahrtsverbot). Dann gibt es keinen geschützten Weg über die verkehrsreiche Kaisergasse, weder eine "Schutzweg" noch eine "Radfahrerüberfahrt". Dann kommt der neu errichtete Zweirichtungsradweg von der Kaisergasse bis zur Honauerstraße, der mit einem abgetrennten Gehsteig eine Gesamtbreite von 5,5 Metern bietet.

Im weiteren Abschnitt von der Honauer- bis zur Gruberstraße ein auf nur 3,50 m verschmälerter gemeinsamer Zweirichtungsweg für den Radverkehr (inkl. schnelle E-Bikes) und Gehverkehr. Im weiteren Abschnitt bis zur Nietzschestraße wird der Gehsteig auf 1,75 m und auch der Zweirichtungsradweg von 3,50 m auf 3,00 m verschmälert, um dann unmarkiert auf Nebenfahrbahnen (Nietzschestraße bis Leibnizstraße) und schließlich bis zur Petzoldstraße, wieder als ein 3,50 m breiter "Zweirichtungsradweg" an- bzw. abzuschließen. Wie es dann weiter gehen soll mit dem "neuen Ost-West-Radweg" weiß man noch nicht!

Generell sind wir der Meinung, dass zuerst der Autoverkehr „gezähmt“ werden sollte – was in diesen Straßenzügen bereits der Fall ist – und deshalb den Radfahrenden mehr Platz und Sicherheit auf der Fahrbahn (z.B. durch Begegnungszonen, markierte Mehrzweckstreifen, Sharrows, etc.) gegeben werden muss, anstatt umständliche und vergleichsweise teure Radwegführungen zu schaffen, die nur eingeschränkt alltagstauglich sind und zudem den Raum für Fußgänger:innen einschränken bzw. verunsichern.

Wenn schon eigenständige Radfahranlagen (also Radwege) umgesetzt werden, sollten sie in erster Linie den Bedürfnissen der Radfahrenden dienen und nicht, um den Straßenraum allein dem Autoverkehr zu überlassen. Und dann sollten es Einrichtungsradwege sein und schon gar nicht ein solches Radwege-Pingpong mit unnötigen Wechseln der Verkehrsanlage, des Verlaufs, der Breiten und Fahrbahnseiten usw.

Was also ursprünglich als „Klima-Achse“ oder „Ost-West-Radachse“ angekündigt wurde, entpuppt sich nun als unübersichtliches und zudem teures Flickwerk, das den Bedürfnissen der Radfahrenden nicht gerecht wird und dabei die Fußgängerinnen und Fußgänger benachteiligt. Deshalb werden wir uns auch hier enthalten!

Es gilt das gesprochene Wort.

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