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SP-Parteipflicht oder linkes Lustchaos?

  • Mittwoch, 2. Mai 2012 @ 11:17
Linz Von Karin Antlanger

Wie jedes Jahr am 1.Mai: gegenseitiges distanziertes Beobachten – die Einen schauen sich die sozialdemokratische Leistungsparade von dazu vergatterten Voest-Lehrlingen, MagistratlerInnen, ESG-Fahrern und ASKÖ-SportlerInnen (in der Hauptsache Kinder) an und grinsen zu den einpeitschenden Begrüßungstiraden von Vizebürgermeister Luger am Hauptplatz.

Hat eigentlich schon jemals wer gezählt, wie viele vermeintliche SozialdemokratInnen gleich direkt vom Hauptplatz zum Urfahrmarkt ins Bierzelt zum Mai-Spektakel von H.C. Strache „durchmarschieren“. Wäre doch mal eine Zählaktion wert.

Die Anderen – das sind die, die nach dem fluchtartigen Abzug der SP am Hauptplatz bzw. in dessen Schanigärten zurückbleiben – beäugen den Stunden später durch die Landstraße swingenden Chaoshaufen des linken „Alternativen 1. Mai“ aus sicherer Entfernung. Sicher insofern, um ja nicht als SympathisantIn der Linken in Verruf zu kommen. Und Stunden später deshalb, weil die SP mit Hilfe der Polizei dafür sorgt, dass möglichst viel Zeit zwischen beiden Kundgebungen verstreicht. Es soll sich ja möglichst niemand von den „Braven“ bei den linken Schmuddelkindern infizieren.

Auch ich hab mir heuer wieder ab 8 Uhr bei einem Kaffee am Hauptplatz das Treiben der sozialdemokratischen ParteisoldatInnen angesehen. Anfangs bei altrevolutionärer Musik von „Avanti populo“, die „Arbeiter von Wien“, von „Commandante Che Guevara“ bis zum kleinen Rotgardistenblut im „Kleinen Trompeter“. Na, wenn das der Parteichef Ackerl gehört hat, dem bei allem, was links von der Sozialdemokratie ist, der Feitel in der Taschen aufgeht! Aber um die Zeit waren eh nur JungfunktionärInnen bei der Aufbauarbeit für Labestationen und Kinderhüpfburg zu Gange.

Als nach einer Stunde die revolutionsträchtige Musik abrupt gegen Discomusik ausgetauscht wurde war auch rasch klar warum: die SP-HonoratiorInnen hatten inzwischen auf der Ehrentribüne Platz genommen. Diesen durchwegs auch schon älteren Semestern ist wohl eher Discomusik als „Bella Ciao“ oder „Solidarity for ever“ von Pete Seeger zuzumuten. Nun war Schluss mit lustig: Klaus Luger begann mit seiner infernalischen Dauerbegrüßung und bei der ersten Blaskapelle mit Marschmusik war`s für mich Zeit, den Hauptplatz zu verlassen und das geordnete Treiben der sozialdemokratischen Freunde auf der Landstraße zu beobachten.

Und da sind auch schon verschiedenste Formationen von MigrantInnenorganisationen: Aleviten, DIDF, Kurden, ATIB, Bosnien-Herzegowina, KroatInnen, serbische Vereine – alle schön getrennt, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Sind ja schließlich nicht alle Freunde. Und am Taubenmarkt steht ein SP-Gewerkschaftsfunktionär aus der Voest, der sie alle mit Kusshänden und eine rote Nelke schwingend begrüßt, als ob er Fidel Castro persönlich wär.

Kurz darauf eine Voest-Abordnung von zehn Männern auf Quads. Da muss man doch gleich dran denken, dass sie dem letzten Zentralbetriebsratsvorsitzenden Sulzbacher zu seiner Pensionierung auch so ein Vehikel geschenkt haben oder soll nun ein Quad eine zentrale 1. Mai-Forderung der österreichischen Arbeiterbewegung werden?

Aber die Voestler werden mir kurz drauf immer unheimlicher. Fahren sie doch glatt mit einer Riesenbaumaschine mit der Aufschrift „Jobkiller CO2“ durch die Landstraße (und diese Riesenmaschine fährt sicher nicht mit Wasserstoffbrennzellen) gefolgt von einem Riesentieflader der Voest-Gießerei. Ist das der Beitrag der Voest zum Klimaschutz, wenn sie mit schwerem Gerät durch die Linzer Fuzo fahren?

Ganz anders die SPÖ-Bindermichl, die auf einem Transparent eine Polizeistation für den Bindermichl fordert. Offensichtlich reicht denen die Stadtwache nicht. Und die Gewerkschaft Vida hat wie jedes Jahr die ÖBB-Lehrlinge in Blaumännern zum Aufmarsch getrieben. Wo steht eigentlich, dass alle öffentlichen Betriebe der SP gehören und somit am 1. Mai mit ihnen marschieren müssen?

Die Kinder und Jugendlichen des ASKÖ Linz-Zörndorf werden von einem wenig vertrauenserweckenden Typen mit einem (sportlichen?) Tschik in der Hand angeführt. Beim Anblick desselben fällt mir automatisch die Frage ein „Würden Sie diesem Mann ihr Kind anvertrauen?“.

Interessant wäre auch noch die Frage, ob der Einsatz der verschiedenen Fahrzeuge beim SP-Aufmarsch (von der Müllabfuhr bis hin zur eigens geschmückten Straßenbahn und dem Traktor des Stadtgartenamtes) von der SP bezahlt wird, oder ob wir diesen Einsatz mit den diversen kommunalen Gebühren oder den Öffi-Tickets mitfinanzieren müssen.

Selbst die Männer der Berufsfeuerwehr sind eine Enttäuschung, weil diese bekanntlich feschen und stramm gebauten Typen alle im Vollvisierhelm mit schwerer Berufskleidung mitmarschieren müssen. Nur einer (Helm verloren?) zeigt sich der Öffentlichkeit. Gott sei Dank, einer von den Feschen, sodass frau wenigstens was fürs Auge hat.

Auch wenn der linke Alternative 1. Mai zahlenmäßig nur einen Bruchteil der SP auf die Straße bringt, so ist es nach diesem konservativem Trauermarsch der SP dann immer wieder eine Erleichterung, sich einem zwar überschaubaren aber chaotischen, bunt gemischten, lockeren, lustvollen und zum Teil verrückten Haufen des anderen 1. Mai mit seinem vorangehenden Dumpster-Diving-Frühstück im Schillerpark und Brass-Musik während der Demo anzuschließen.


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