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Warum in die Luft gehen, wenn zu ebener Erd schon vieles da ist?

  • Donnerstag, 18. Oktober 2018 @ 08:14
Verkehr Grundsätzlich sind innovative Lösungen zur Lösung der Verkehrsprobleme zu begrüßen. Es gehört aber auch eine Portion Mut dazu, wenn man eine technische Lösung, die vor 20 Jahren in ähnlicher Weise in Linz vorgeschlagen und damals von der Politik vehement abgelehnt wurde (Anbindung Hauptbahnhof an die Hauptachse der Straßenbahn bzw. auch in das östliche Stadtgebiet), einen neuen Anlauf nimmt.

Damals hat die Politik zahlreiche Argumente dagegen ins Spiel gebracht: unzulässiger Eingriff ins Stadtbild, isolierte Verkehrslösung, Sicherheitsrisiko durch fahrerlose Fahrzeuge, aufwendige Haltestellengestaltung, zusätzliches Umsteigen, ungeeignet wegen ausgeprägten Spitzen- und Schwachlastzeiten, um nur einige der ablehnenden Argumente anzuführen.

Dabei ist vollkommen in den Hintergrund getreten, dass diese Lösung nur ein Drittel der letztendlich umgesetzten Politikvariante gekostet hätte und wesentlich leistungsfähiger gewesen wäre. Jetzt soll aber eine Seilbahn auf einer Verkehrsrelation kommen, wo heute schon die Schienen liegen.

Wenn man heute eine Diesellok organisiert, kann man schon morgen mit der richtigen Weichen- und Signalstellung vom Bhf. Ebelsberg die rund
8 km quer durch Linz bis zum Posthof fahren - und wenn die Schienen nicht im vorauseilenden Gehorsam herausgerissen worden wären - einen weiteren Kilometer bis zur Hafenstraße, also fast bis zur Donau.
D.h. mit einer Fahrt 5 km entlang der Westbahn bis auf Höhe der A7 und rd. 3 km entlang der Hafenbahn kommt man heute schon vom Bahnhof Ebelsberg ins Hafenviertel.

Die für die Seilbahn geplanten Stationen könnten fast ortsgleich auch entlang der angesprochenen Bahnstrecken angeordnet werden. In Kleinmünchen müsste der vor etwas mehr als 10 Jahren stillgelegte Bahnhof wieder reaktiviert werden. Im Bereich der Hafenbahn entsprechen die Stationen den von der Initiative Verkehrswende Jetzt (https://www.verkehrswende-jetzt.at) vorgeschlagenen Halten der S-Bahn als Teil der 2-Achsen-Lösung, einer ÖV-Erschließung des östlichen Stadtgebietes durch zwei oberirdische Schienenachsen für die Straßenbahn und die S-Bahn. Siehe dazu http://www.inamo.at/wp/grossraum-linz...sung-linz/

Eine relativ rasche Umsetzung dieser direkten Schienenverbindung braucht einerseits die Bereitschaft der Politik, vorhandene Infrastruktur zu nutzen (Hafenbahn), und nicht alternativ dazu sehr teure Tunnelstrecken zu bauen und betreiben zu müssen aber auch einen verstärkten Druck in Richtung Wien, die rd. 3,5 km lange Lücke im 4-spurigen Westbahn-Ausbau im Bereich Kleinmünchen Nord endlich zu schließen. Hier rächt sich, dass die oö Politik in den letzten Jahren beim Bund für den Ausbau der Bahninfrastruktur nicht annähernd so viel Druck gemacht hat wie für den Westring und damit noch für Jahre dieser Flaschenhals bestehen bleiben soll.

Die Fahrzeit von Linz Süd ins Hafenviertel mit der konventionellen Bahn wäre deutlich schneller als mit der Seilbahn, zumal man auch bei den Haltestellen die zusätzliche Fahrt in luftige Höhen nicht absolvieren muss.
Für alle, die von Südosten (Enns, Steyr, ...) nach Linz und vor allem ins Hafenviertel wollen, könnte mit der Bahnlösung eine direkte Verbindung (also ohne Umsteigen in Ebelsberg) angeboten werden.

Diese für das stark auszubauende S-Bahn System aktivierte Bahnstrecke im Hafengebiet könnte dann neben einer zum Hauptbahnhof (und weiter) durchgebundenen Mühlkreisbahn und einer angedachten Bahn aus dem Bereich Gallneukirchen/Pregarten auch Verkehre von der Westbahn aus Richtung Wels, von der Pyhrnbahn und auch der LILO aufnehmen und sich zu einer zentralen ÖV-Achse im Großraum Linz entwickeln.
Mit deutlich geringerem Aufwand könnte auch diese neue Nord-Süd-Relation im Linzer Osten mit vorhandener und teilweise für den S-Bahn-Verkehr zu adaptierenden Bahninfrastruktur abgedeckt werden.

Wir können daher erneut an die Politik appellieren, hier offen an alle möglichen Verkehrsvarianten heranzugehen und diese auch zu prüfen.
Gerade wenn man Geld vom Bund erwartet, kann man davon ausgehen, dass dieser vor der Zusage entsprechender Finanzmittel eine offene Prüfung aller denkbaren Verkehrslösungen einfordern wird.

Infos: http://www.inamo.at


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