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43 Prozent mehr Radverkehr über Steyregger Brücke

  • Montag, 20. August 2018 @ 18:17
Verkehr Massiv gegen den Trend eines seit 25 Jahren sinkenden Radverkehrsanteils in OÖ hat sich seit 2017 der Radverkehr über die Steyregger Brücke entwickelt. Die Radzählstellenergebnisse des Landes OÖ auf der Steyregger Brücke zeichnen mit einem Plus von 10.000 RadfahrerInnen im ersten Halbjahr 2018 ein klares Bild!

Seit 2016 ist die Steyregger Brücke durch die massiven Bemühungen der Radlobby um einen radgerechten Ausbau im Zuge der Brückensanierung medial stark im Fokus gestanden. Viele haben dadurch vermutlich überhaupt erst erfahren, dass man mit dem Rad auch über die Steyregger Brücke zur Arbeit radeln könnte, was bis Herbst 2016 auch eine kleine Mutprobe war.

Hat man den massiven Anstieg an RadfahrerInnen im Vorjahr noch mit "temporärem Umstieg auf's Rad wegen der Brückenbaustelle"
argumentiert, so ist der erneute massive Anstieg in der ersten Jahreshälfte 2018 im Vergleich zum Vorjahr neben dem schönen Wetter wohl deutlich auch auf die Radlobby-Aktivitäten und die Mobilitätskampagne "Sei schlau, pfeif auf'n Stau!" zurückzuführen, welche auch vom Linzer Verkehrsstadtrat Hein, Steyregg und zahlreichen weiteren Umlandgemeinden finanziell unterstützt wird.

Laut Auswertung der im Oktober 2016 vom Land OÖ in Betrieb genommenen Radzählstelle auf der Brücke wurden im ersten Halbjahr 2017 23.488 RadfahrerInnen gezählt, von Jänner bis Ende Juni 2018 hat sich dieser Wert auf 33.465 erhöht! Das entspricht einem massiven Anstieg von exakt 42,5% oder 9.977 RadfahrerInnen!

Aus den Jahren vor der Sanierung liegen leider keine genauen Zahlen vor, Schätzungen anhand von Handzählungen der Radlobby und der täglichen Beobachtungen von Alltagsradlern dürften es aber kaum mehr als max. 300-400 RadfahrerInnen täglich gewesen sein. 2017 haben sich die max. Spitzenwerte auf bereits 700 RF/Tag erhöht, dieser Wert dürfte auch heuer wieder gestiegen sein.

In diesen Zahlen sind die RadfahrerInnen flussabwärts noch gar nicht inkludiert, welche von der Zählstelle nicht erfasst werden. Das Land OÖ verleugnet bis heute die Tatsache, dass dort bis zu 200-300 Radler am Tag (also rd. 20-30 % (!) des Radverkehrs über die Brücke) unterwegs sind, wie eine Handzählung 2017 kurz vor Baustellenbeginn ergeben hat. Das sind sogar flussabwärts mehr als die vom Land OÖ medial kommunizierten "nur 120 Radfahrer täglich über die Brücke", mit denen ein nicht nötiger radgerechter beidseitiger Ausbau begründet wurde. Eine klare Fehleinschätzung, wie die Entwicklungen nur 1 Jahr später zeigen! So gut wie jeder Arbeitsradler in die voestalpine benützt den flussabwärtigen (Fuß-)Weg, der 2017 im Zuge der Sanierung mit minimalem Aufwand in einen Radweg hätte adaptiert werden können.

Auf alle Fälle ist klar, dass dort, wo Bewusstseinsbildung betrieben wird, sich das auch in einer umgehenden Erhöhung des Radverkehrsanteils niederschlägt. "Es gibt hier noch viel Luft nach oben, wenn es gelingt auch die großen Industriebetriebe aktiv ins Boot zu holen, was bisher leider nur über einige engagierte Radler in Betrieben gelungen ist" ist Gerhard Fischer überzeugt, dass hier bei gemeinsamen Anstrengungen weitere Steigerungen möglich wären.

Bittere Erkenntnis bleibt vorerst, dass in OÖ zur Zeit Bewusstseinsbildung für Radverkehrsförderung alleine bei den Gemeinden und einem ehrenamtlichen Verein verbleiben. Die Radlobby versucht dieses Vakuum an fehlender Bewusstseinsbildung für Radverkehr in OÖ zu füllen, was klare Aufgabe des Landes OÖ wäre.

Von dort gibt es für die Radlobbykampagne aber bis jetzt nur moralische Unterstützung vom zuständigen LR Steinkellner, eine finanzielle Unterstützung sei aus seinem Ressort leider budgetär nicht möglich oder vorgesehen. Eine Unterstützungsanfrage der Radlobby an den Finanzreferenten des Land OÖ Herrn LH Stelzer wurde mit dem Verweis der Zuständigkeit des Anliegens im Ressort LR Steinkellner abgelehnt.

"Die Radlobby kann nur davon träumen, solche Budgets zur Verfügung zu haben wie sie z.B. LR Steinkellner 2017 für Eigenwerbung einer um einige Wochen früher als geplant fertig gestellten Sanierung der Steyregger Brücke gleich in mehreren Zeitungen in halbseitigen Inseraten ausgegeben hat, oder sein Kollege auf Bundesebene zur Bewerbung von Tempo 140 auf Autobahnen mit ganzseitigem Inserat in einer Tageszeitung" kann sich Gerhard Fischer einen Seitenhieb auf die angeblichen Budgetengpässe nicht verkneifen.

Die Radlobby OÖ fordert deshalb, endlich die seit Jahren in OÖ bestehende Lücke der fehlenden Bewusstseinsbildung für Alltagsradverkehrsförderung zu schließen, und im nächsten Budget auch einzuplanen. Seit der 2014/15 Kampagne "Sei ned fad, nimm's Rad"
des damals zuständigen Referenten Hiesl gab es von Landesseite keinerlei landesweite Bewusstseinskampagne mehr, welche neben dem erforderlichen Infrastrukturausbau mindestens 50% des Erfolges für eine Steigerung des Radverkehrs ausmachen würden!

Infos: ooe.radlobbby.at


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