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Herr Werner Beutelmeyer und die Wahlplakate

  • Montag, 21. September 2009 @ 11:42
Wahlen market-Chef Werner Beutelmeyer wurde, ob seinem „geschulten Meinungsforscher-Auge“, im Standard vom 19./20. September 2009 befragt, wie er die im oberösterreichischen Landtagswahlkampf eingesetzten Plakatsujets der einzelnen Parteien einschätzt.

Am doppelten Kindchenschema – Erich Haider und Kleinkind – findet er Gefallen, weil Kinderaugen aktivieren. Auch für die grauen Haare von Josef Pühringer, die Erfahrung suggerieren, findet er lobende Worte.

Als „typografischen Salat“ hingegen bezeichnet er das „einfach schlecht“ gemachte Plakat der FPÖ, das wie jenes vom BZÖ als „keine professionelle Arbeit“ klassifiziert wird. Der Unprofessionalität des BZÖ schreibt der Standard offenbar einen besonderen Nachrichtenwert zu. Immerhin ist es das einzige Plakat einer nicht im Landtag vertretenen Partei, das dem „geschulten Auge“ Beutelmeyers vorgelegt wurde.

Die unkonventionellen Sujets der KPÖ-Plakate hat er offenbar nicht zu Gesicht bekommen. Aber wer recherchiert schon für einen Fünfspalter in einer Qualitätszeitung gründlich, wenn es doch viel einfacher ist, plumpen Antikommunismus in einem Nebensatz unterzubringen. Market-Chef Beutelmeyer, der sich an der klassischen Beliebigkeit der Grünen stößt, sagt über das Anschober-Effekt-Plakat: „Es ist austauschbar. Denkt man sich Herrn Anschober weg, geht das auch als Plakat der Kommunisten durch.“

Mit dieser Aussage dokumentiert der vermeintliche Plakatexperte sein Nichtwissen, mit welchen Sujets die KPÖ den Plakatwahlkampf in Oberösterreich führt. Sein entbehrlicher Seitenhieb auf die Kreativität von KommunistInnen kann aber auch als Empfehlung an die Grünen gelesen werden. Immerhin würde das Zusammenführen der beiden Plakatmotive – wie durch nebenstehende Fotomontage unschwer zu belegen ist – das Plakat der Grünen aufwerten.

Roman Gutsch

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