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Die Post AG führt uns am Schmäh…

  • Mittwoch, 6. Dezember 2006 @ 11:46
Kommunal In einer Nacht- und Nebelaktion demontierte die teilprivatisierte Post AG 2.800 der bislang 20.506 Postkästen. Allein in Oberösterreich wurden 400 von 2.693 „Außendienstmitarbeitern der Post“ (so ein Werbeslogan der Post AG) entfernt, davon allein in Linz 118 von bisher 264. In Wien wurden 676 von rund 2.000 Postkästen entfernt.

Offiziell heißt es, es seien nur jene Briefkästen abmontiert worden, in denen täglich weniger als zehn Poststücke eingeworfen wurden. In der Realität schaut das aber ganz anders aus, wie mittlerweile aus zahlreichen Medienberichten und Leserbriefen deutlich wird…

Im Linzer Stadtteil Keferfeld wurde ein Postkasten an einem Standort abmontiert, wo sich eine Bankfiliale, eine Trafik und ein stark frequentierter Nahversorger befinden.

Bei der Peuerbachschule in Urfahr wurde ein Briefkasten entfernt, wo nachweislich von einem nahe liegenden Betrieb allein fast täglich mindestens zehn Poststücke eingeworfen wurden.

Entfernt wurde auch der einzige Briefkasten am Linzer Hauptplatz, angeblich weil der Bürgermeister Postkästen als störend für das Stadtbild befunden hat.

In der Wienerstraße wurde mehrere Monate ein Postkasten bei der dortigen Apotheke ohne Ersatz entfernt und erst nach Fertigstellung der Bauarbeiten wieder angebracht.

Wie der Obmann des Siedlervereins Traunau in Linz berichtet, wurde der einzige Briefkasten für die dortigen rund hundert Einfamilienhäuser entfernt.

Im Postkasten Gewerbepark Urfahr wurden laut dem Geschäftsführer der Firma Obermüller täglich mehr als 100 Briefe eingeworfen, trotzdem wurde er demontiert.

Eine Leserbriefschreiberin berichtet, dass im Wohngebiet Freistädterstraße im Zentrum von Urfahr alle drei bisherigen Briefkästen entfernt wurden.

Die Firma Doblhofer am Froschberg kritisiert, dass allein von ihr täglich mindestens 15 Briefe in den jetzt demontierten Briefkasten in der Niederreithstraße eingeworfen wurden.

Auch der Briefkasten beim Mühlkreisbahnhof, zu dessen Einzugsbereich auch das Hillinger-Seniorenheim und das Finanzamt gehören wurde demontiert.

Im gesamten Stadtgebiet von Grieskirchen (ca. 5.000 EinwohnerInnen) gibt es künftig nur mehr sechs Briefkästen.

Als „Ersatz“ bietet die Post einen „Briefkastenfinder“ im Internet und einen Abholservice um 90 Euro monatlich an, was zu Recht als Verhöhnung empfunden wird. Wie GLB-Postpersonalvertreter Hobek berichtet, zahlte die Post AG Prämien für Briefträger, die beim Abmontieren von Briefkästen mitgewirkt haben.


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