Kritik am möglichen Amazon-Projekt in Reichersberg
- Mittwoch, 6. Mai 2026 @ 09:02
Die KPÖ lehnt dieses mögliche Projekt ab. Bereits jetzt ist die Verkehrssituation auf der B148 für Pendlerinnen und Pendler ein Alptraum: Der Verkehr stockt häufig und kommt nur langsam voran. Ein neues Amazon-Zentrum würde zusätzlichen Verkehr verursachen und die Lage weiter verschärfen.
Paul Dirnberger, KPÖ-Gemeinderat in Brunnenthal, erklärt dazu: „In den letzten Jahren ist der Lkw-Verkehr auf der B148 regelrecht explodiert. Das frühere Versprechen, die Strecke Schärding–Braunau in 30 Minuten zu bewältigen, ist längst zum schlechten Witz geworden – man kann froh sein, wenn man es in unter einer Stunde schafft.“ Dirnberger pendelt regelmäßig nach Braunau und kennt die Problematik aus eigener Erfahrung.
Auch die Nähe des Standorts zur Autobahn würde die zusätzliche Belastung der B148 nicht verhindern, betont Andreas Auzinger, Bezirkssprecher der KPÖ-Innviertel: „Wo Amazon ist, sind auch viele Lkw und Transporter unterwegs, die meist Subunternehmen oder Scheinselbstständigen gehören. Unter dem Druck ihrer Auftraggeber achten sie auf jeden Cent und meiden oft die Autobahn, um Mautkosten zu sparen.“ Auzinger arbeitet als Betriebslogistiker und erlebt den Stress sowie den Zeitdruck bei Lkw-Fahrern und Paketboten täglich.
Das Argument der zahlreichen Arbeitsplätze überzeugt ebenfalls nicht. Amazon steht seit Jahren in der Kritik, kein guter Arbeitgeber zu sein; so wurde etwa die erste Betriebsratsgründung im Jahr 2024 massiv bekämpft und angefochten.
Stattdessen könnte die öffentliche Hand selbst Arbeitsplätze schaffen. In vielen Bereichen besteht dringender Bedarf an Fachkräften – etwa in der Pflege für ein zunehmend belastetes Gesundheitssystem oder in technischen und elektronischen Berufen für den notwendigen Umbau der Wirtschaft hin zu weniger Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.
Investitionen in die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene würden ebenfalls zahlreiche Arbeitsplätze schaffen, ohne die Gemeinden in Abhängigkeit von Tech-Konzernen wie Amazon zu bringen.
Die geplante Elektrifizierung der Innkreisbahn bis 2029 bietet eine gute Gelegenheit dazu, auch den Schienengüterverkehr auszubauen. Größere Unternehmen sollten prinzipiell über eigene Gleisanschlüsse verfügen.
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