KPÖ startet mit Kampagne gegen steigende Lebenserhaltungskosten und fordert wirksame Maßnahmen
- Dienstag, 7. April 2026 @ 11:05
Die aktuelle Teuerungswelle bringt immer mehr Menschen in Österreich an ihre finanziellen Grenzen. Steigende Preise für Wohnen, Energie und Lebensmittel führen dazu, dass sich viele Haushalte das tägliche Leben kaum noch leisten können. Die KPÖ fordert daher rasche und wirksame Maßnahmen, um die Belastung der Bevölkerung nachhaltig zu senken.
Um die Bevölkerung über die Preissteigerungen zu informieren, ist die KPÖ im April in ganz Linz mit Infoständen unterwegs. Dabei werden unsere Forderungen zur Bekämpfung der Teuerung vorgestellt, und alle sind eingeladen, an unserem Schätzspiel über die gestiegenen Lebensmittelpreise teilzunehmen.
„Alles wird teurer, während Konzerne Rekordgewinne machen. Viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen. Nach dem Einkauf im Supermarkt blicken viele erschrocken auf ihre Rechnung“, so Gerlinde Grünn. Besonders kritisch sieht die Partei, dass die aktuelle Bundesregierung bisher keine wirksamen Maßnahmen auf den Weg gebracht hat. Beispielsweise war die Regierung bisher nicht bereit, in die Preisgestaltung von Konzernen einzugreifen. Auch notwendige strukturelle Maßnahmen bleiben aus. Bezirkssprecherin Christina Pree betont, dass die Teuerung nicht alle gleich trifft: „Während große Unternehmen und Vermögende profitieren, geraten insbesondere Menschen und Familien mit niedrigen Einkommen zunehmend unter Druck.“
Es geht darum, dass das Leben leistbar bleibt. Besonders von der Teuerung betroffen sind jene Bereiche des täglichen Lebens, die für alle Menschen unverzichtbar sind: Wohnen, Energie und Lebensmittel. Diese Entwicklung hat gravierende soziale Folgen, die immer stärker spürbar werden. Allein im Jahr 2024 konnten sich rund 420.000 Menschen in Österreich nicht ausreichend oder gesund ernähren. Gleichzeitig geben viele Haushalte mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Steigende Energiepreise und drohende Nachzahlungen verschärfen die Situation zusätzlich und sorgen für große Unsicherheit in der Bevölkerung. Im Lebensmittelhandel zeigt sich eine Entwicklung deutlich: Wenige große Unternehmen dominieren den Markt und verfügen über erhebliche Preissetzungsmacht. Alleine Spar, Rewe, Hofer und Lidl besitzen einen Marktanteil von rund 95%. Diese Marktkonzentration ermöglicht es, Preissteigerungen durchzusetzen, die für viele Menschen zur existenziellen Belastung werden.
Forderung nach politischem Kurswechsel
Für die KPÖ ist klar: Die Teuerungskrise erfordert einen grundlegenden politischen Kurswechsel. „Grundbedürfnisse wie Wohnen, Energie und Lebensmittel dürfen nicht völlig regulierungslos dem Marktgeschehen überlassen werden“, so Gerlinde Grünn. Die letzten Lohnabschlüsse sind für die Beschäftigten unzureichend, teilweise schlossen die Kollektivverhandlungen unter der Inflation ab. Damit bleibt den Menschen unterm Strich von Jahr zu Jahr weniger. Rechnen wir uns die Teuerung des täglichen Einkaufs seit dem Jahr 2021 zusammen, kommt uns der Weg in den Supermarkt oder ins Wirtshaus im Durchschnitt um 33% teurer. Einzelne Produkte oder Lokale wurden noch teurer. Die Löhne und Gehälter haben mit dieser Entwicklung überhaupt nicht mitgehalten. Durch die Preiserhöhungen der letzten Jahre kann man sagen: Beschäftigte im Handel oder in der Sozialwirtschaft haben an der Supermarkt-Kasse fast ein ganzes Monatsgehalt verloren. Die aktuelle Situation in Nahost wird die Preissteigerung noch weiter befeuern.
„Unsere Aufgabe als KPÖ ist es, auf diese Machtverhältnisse unermüdlich hinzuweisen. Unser Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen und die Grundversorgung für alle Menschen sicherzustellen. Auch die Stadt Linz muss hier einen Beitrag zur Entlastung der Situation leisten.“, so Christina Pree. „Wir fordern die Wiedereinführung des kostenlosen Essens in allen städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen. So können wir ad hoc Familien entlasten“, stellt Gerlinde Grünn fest.
Konkrete Maßnahmen gegen die Teuerung
Preisregulierungen für Güter des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel und Energie
Eingriffe in den Wohnungsmarkt, um Mieten dauerhaft leistbar zu machen
Stärkere Kontrolle von Konzernen, um überhöhte Preise und Übergewinne zu verhindern
Umverteilung durch Besteuerung großer Vermögen, um öffentliche Entlastungsmaßnahmen zu finanzieren
Für Linz im Speziellen fordert die KPÖ:
Die Wiedereinführung des Gratis-Essen in den städtischen Kindergärten und Horten. Eine kostenlose Mahlzeit in der Kinderbetreuung wäre ein wichtiger Hebel, um soziale Ungleicheit abzubauen und Familien zu entlasten.
Wiedereinführung des Schulstartpakets für einkommensschwache Famillien Dieser wurde erstmals 2023 als einmalige finanzielle Unterstützung für Familien mit schulpflichtigen Kindern eingeführt. Auf Antrag der KPÖ wurde diese Maßnahme für eine weiteres Jahr verlängert. Im darauffolgenden Jahr scheiterte ein Antrag der KPÖ auf eine weitere Verlängerung.




