Der 8. März ist und bleibt ein feministischer Kampftag
- Donnerstag, 12. März 2026 @ 12:46
Diese Einträge verdeutlichen eine tiefsitzende Missinterpretation. Anscheinend wurde da der 8. März mit dem Muttertag verwechselt. Der Grund beruht auf einer kommerziellen oder ideologischen Umdeutung bzw. einer reaktionären Ansicht.
Deshalb müssen wir deutlich machen, dass der 8. März ein politischer Tag ist, der auf Diskriminierung und nicht erfüllte Forderungen aufmerksam macht und für die Rechte und Gleichberechtigung aller Frauen* kämpft.
Was passierte in Linz bei der KPÖ:
Frauen*brunch und Demo in Linz: Ein Tag des feierlichen Zusammenkommens und des Protests
Die KPÖ Linz veranstaltete am Vormittag gemeinsam mit dem GLB Oberösterreich und den Jungen Linken OÖ einen Frauen*brunch. Diese Veranstaltung bot nicht nur eine Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und zur Vernetzung, sondern auch einen Raum, um die Errungenschaften in punkto Frauen*rechte zu feiern, die wir, die die Frauenbewegung der 70er Jahre und die Frauen einer/zwei/drei Generationen vor uns hart erkämpft haben.
wie z.B.:
• das österreichische Frauenwahlrecht - 1918 beschloss die Provisorische Nationalversammlung das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für alle Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts. Frauen gingen 1919 zum ersten Mal wählen in Österreich. Solche historischen Errungenschaften sind grundlegende Bausteine einer demokratischen Gesellschaft und sollten nie vergessen werden.
• großen Familienrechtsreform 1975 - wo Frauen rechtlich uneingeschränkt ohne die Zustimmung ihres Ehemannes arbeiten gehen durften. Zuvor war das Arbeitsverhältnis einer verheirateten Frau rechtlich oft vom Einverständnis des Mannes abhängig. Solche gesetzlichen Änderungen trugen dazu bei, die Position der Frauen etwas in der Gesellschaft zu stärken.
• die Fristenlösung, die 1975 in Kraft trat, wo erlaub wurde, dass straffrei ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb von 3 Monaten durchgeführt werden darf. Es ist von größter Bedeutung, dass wir diese Rechte verteidigen und ausbauen, damit Frauen die Kontrolle über ihr Leben behalten.
• Einführung des ersten Gleichbehandlungsgesetzes in Österreich - 1979. Wo auch vermerkt wurde: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, diese Prinzipien in der Praxis umzusetzen, und es gibt nach wie vor große Unterschiede in der Bezahlung zwischen Männern und Frauen.
Demonstration für Frauen*rechte: Enough! Basta! Genug! Es reicht uns!
Nach dem Frauen*brunch versammelten sich etwa 5.000 Teilnehmer:innen zu einer Demonstration mit dem Motto < Enough! Basta! Genug! Es reicht uns! >
Diese Aktion wurde vom Bündnis < 8.März – Frauen* verbünden sich> organisiert, und die KPÖ war als Bündnispartnerin aktiv an der Vorbereitung beteiligt. Der Demonstrationszug war ein klarer Ausdruck des kollektiven Protests gegen die anhaltende Benachteiligung von Frauen in verschiedenen Lebensbereichen.
Unsere Forderungen:
• Selbstbestimmung über den eigenen Körper:
My Body, My Choice – sichere, flächendeckende und legale Schwangerschaftsabbrüche kostenlos auf Krankenschein.
• Gewaltschutzeinrichtungen gemäß der Istanbul-Konvention:
Schutz von Frauen* vor Gewalt muss Priorität haben, diese Einrichtungen müssen leicht zugänglich, gut ausfinanziert und in der Lage sein, umfassende Hilfsangebote bereitzustellen.
• Ökonomische Unabhängigkeit und Strukturelle Umverteilung der unbezahlten Reproduktionsarbeit:
Systemrelevante Berufe, müssen dementsprechend finanziell abgegolten werden. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, und Lohnerhöhung über der Inflationsrate, Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden mit vollem Lohn- und Personalausgleich. Für eine geschlechtergerechte Verteilung der care- und unbezahlten Arbeit.
• Bedarfsgerechte, kostenlose Kinderbetreuungsplätzen für 0–3-Jährige:
um Frauen* die ökonomische Unabhängigkeit zu ermöglichen, benötigen wir ein umfassendes System kostenloser und bedarfsgerechter Kinderbetreuung.
• Leistbarer, gemeinnütziger Wohnraum in Linz:
Wiederaufnahme des städtischen Wohnbaus. Einführung eines Mietendeckels, die Abschaffung der Umsatzsteuer auf Mieten, sozial gestaffelte Grundgebühren für Wasser, Abwasser und Müll, sowie Energiegrundsicherung.
• Schluss mit dem Sozialabbau:
Deshalb Stopp mit dem Sozialabbau, Umverteilung jetzt!
Lasst uns den 8. März als das bewahren, was er ist: einen kraftvollen politischen Tag, der uns daran erinnert, dass der Kampf um Gleichstellung noch lange nicht gewonnen ist. Nur so können wir die Veränderungen herbeiführen, die wir so dringend benötigen.




