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Kindergarten ja – Parteivereins-Privatisierung nein

  • Freitag, 24. Oktober 2025 @ 10:54
Wels
Bildung gehört den Menschen, nicht den Parteien.

In Wels entsteht ein neuer Kindergarten – gebaut mit Steuergeld, betrieben von „Abenteuer Familie“. Ein Verein, geführt von zwei FPÖ-Funktionärinnen, wird Teil der städtischen Bildungslandschaft. Das ist kein Zufall, sondern Teil einer Strategie: Die Rechte nutzt soziale Infrastruktur, um ihre Ideologie in den Alltag einzuschleusen. Unter dem Etikett „Familienfreundlichkeit“ wird ein Netz gesponnen, das konservative Werte als Normalität erscheinen lässt – mitten in einem Bereich, der frei von Parteipolitik sein sollte.

Noch bitterer: Die SPÖ stimmt zu. Nicht aus Überzeugung, sondern um ihre eigenen parteinahen Strukturen – wie die Kinderfreunde – abzusichern. Statt gemeinsam für öffentliche Trägerschaft zu kämpfen, verteidigen beide Parteien ihre Einflusszonen. So wird Bildung zur Beute parteipolitischer Vereine – eine Privatisierung durch die Hintertür.


Die Kritik richtet sich nicht gegen Pädagog:innen oder Assistent:innen. Sie leisten Tag für Tag großartige Arbeit – oft gegen den Strom der Ungleichheit. Sie geben Halt, vermitteln Bildung und Fürsorge, während über ihnen politische Machtspiele laufen. Diese Beschäftigten verdienen Anerkennung und Mitbestimmung – nicht parteipolitische Gängelung.

Das Problem sitzt tiefer: Die soziale Spaltung zieht sich längst auch durch die Kinderbildung. Wer über Geld, Beziehungen oder Sprache verfügt, bekommt leichter einen Platz. Andere bleiben zurück. So entstehen schon im Kindesalter zwei Welten – die privilegierte und die, die draußen warten muss.

Kinderbildung und -betreuung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – kein Spielfeld für Vereine, keine Bühne für Machtpolitik. Sie gehört in öffentliche, demokratisch kontrollierte Hände. Denn es geht längst nicht mehr nur darum, Kinder „unterzubringen“, während Eltern arbeiten. Es geht um frühe Bildung, soziale Entwicklung und gleiche Chancen.
Wer soziale Infrastruktur in parteiliche Abhängigkeit bringt, betreibt Klassenpolitik von oben. Wir kämpfen für das Gegenteil: öffentliche Trägerschaft, demokratische Kontrolle und gleiche Chancen für jedes Kind.

Wir als KPÖ Wels bleiben dran.

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