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Eine Welser Realsatire

  • Dienstag, 21. Juli 2015 @ 23:48
Wahlen Leo Mikesch über die Personalpolitik der SPÖ

Der Bewerber war über fünfzig, als er sich nochmals beruflich umorientieren musste. Er entschloss sich für eine Ausbildung zum Altenfachbetreuer, die er Ende 2005 mit Erfolg abgeschlossen hat. Gut und schön, der nächste für einen Welser logische Schritt war die Abgabe einer Bewerbung beim Magistrat Wels, der Pflegedienstmitarbeiter_innen für seine Einrichtungen suchte.

Zugegebenermaßen hatte er nicht das passende Parteibuch, aber was sollte das für eine Rolle spielen? Nach einem Hearing von Infrage kommenden Mitarbeitern wurde er einige Zeit später zu einem Probeeinsatz in ein Pflegeheim der Stadt Wels eingeladen. Beim Abschlussgespräch sagte ihm die Pflegedienstleiterin, dass er sehr gut in ihr Team passen würde und es nur mehr eines formalen Beschlusses im Stadtsenat bedürfe um seine Einstellung perfekt zu machen.

Nach wochenlangem Warten erreichte ihn ein Brief mit einer Absage und der lapidaren Information, man habe sich für eine(n) andere(n) Bewerber(in) entschieden, die den Erfordernissen besser entsprochen hätte. Erstaunt über dies plötzliche Wende schrieb er an die zuständige Stelle. Er ersuchte um Mitteilung , welchen Anforderungen er in fachlicher, emphatischer, altersmäßiger oder gar politischer Hinsicht nicht entsprochen hätte, obwohl die Pflegedienstleitung seine Einstellung nur mehr als Formalakt dargestellt hatte.

Daraufhin wochenlang keine Antwort. So machte er sich persönlich auf die Socken um im Personalbüro des Rathauses Erkundigungen einzuholen warum er auf seine Fragen keine Antwort erhielt. Er wurde freundlich vom erstzuständigen Herrn empfangen und es entwickelte sich folgender Dialog.

Beamter: Herr …, sie wissen ja eh warum?
Bewerber: Ich bin jetzt hier, um das zu erfahren.
Beamter: Ich hätte sie ja eingestellt und die Pflegedienstleiterin hat sie auch sehr gut beurteilt, aber mein Chef hat Anweisung gegeben sie nicht einzustellen.
Bewerber: Warum?
Beamter: Das kann ich nicht sagen.
Bewerber: Dann will ich ihren Chef sprechen.
Beamter: Der ist leider nicht da.
Bewerber: Wann kommt er wieder?
Beamter: Ich sage ihnen jetzt vertraulich, mein Chef hat auch eine Anweisung bekommen von oben.
Bewerber: Was heißt denn hier oben.
Beamter: Na ja von ganz oben eben.
Bewerber: Vom Bürgermeister?
Beamter: Das kann ich nicht genau sagen

Der Bewerber suchte dann noch ein Gespräch mit dem unmittelbaren Vorgesetzten des Beamten, der seinerseits Weisung von „oben“ erhalten hatte. Der Ausgang war, wie der Bewerber schon erwartet hatte, eine Weiterführung dieser Realsatire. Sie ist jedoch ein gutes Beispiel warum es um das Image der sozialdemokratischen Stadtführung in Wels nicht allzu gut bestellt ist.

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