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Generelle Kehrtwende in der Hochschulpolitik notwendig

  • Donnerstag, 12. April 2018 @ 12:18
News Es ist zwar zu begrüßen, wenn sich die vier Landtagsparteien für mehr Bundesmittel für die Linzer Johannes-Kepler-Universität stark machen und einen „gerechten Anteil am Zuwachs des Gesamtbudgets“ fordern, doch muss in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Ausrichtung der Linzer wie aller anderen Universitäten auch angesprochen werden, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.


Die Vorgänge um die Wiederkandidatur von Rektor Meinhard Lukas haben nämlich in erschreckender Weise verdeutlicht, in welchem extremen Ausmaß insbesondere die JKU am Gängelband von Banken und Konzernen hängt. Die Aussage von voestalpine-Boss Wolfgang Eder, „sollte die Dynamik der JKU verloren gehen, werde sich die voest eine andere Partner-Uni suchen müssen“ (OÖN, 5.4.2018) sind in Hinblick auf die gesellschaftliche Funktion der Hochschulen unerträglich.

Schon seit Jahren wird gerade an der Universität Linz deren Zurichtung nach den Bedürfnissen der Wirtschaft deutlich. Ein Ausdruck davon ist, dass Raiffeisen-Boss Heinrich Schaller seinem Vorgänger Ludwig Scharinger als Vorsitzender des Universitätsrates nachfolgte und demonstrativ mit einem „Raiffeisen-Hörsaal“ oder der Verleihung eines „Ludwig-Scharinger-Preises“ zur Schau gestellt. Zahlreiche Institute der Linzer Uni sind direkte Ableger von Banken und Konzernen. Deutlich wird das auch mit dem jüngsten Projekt, der unter anderem von der Stadt Linz mit 1,99 Mio. Euro mitgeförderten LIT-Pilotfabrik, bei dem potente Konzerne wie Borealis, Greiner, Erema, Engel und Siemens das Sagen haben.

Auch wenn die JKU aus dem für die Jahre 2019 bis 2021 um 1, 35 Mrd. Euro auf 11,07 Mrd. Euro aufgestockten Uni-Budget um 40 bis 60 Mio. Euro mehr erhält ist sie stark von der Drittmittelfinanzierung durch Banken und Konzerne abhängig, was dem öffentlichen Auftrag für Lehre und Forschung einschränkt bzw. widerspricht. Negativer Ausdruck davon ist eine Abwertung von Grundlagenforschung und universeller Bildung. Maßgeblich sind nach den Wünschen des Kapitals der Trend zur Verschulung und das schnelle Studium und die Negierung philosophischer Reflexe, was nach dem Philosophen Konrad Paul Liessmann zu einer „Theorie der Unbildung“ führt.

Der Schulterschluss von Finanzwelt (GD Schaller), Industrie (GD Eder) und Politik (LH Stelzer, LHStv. Strugl, Bgm. Luger) für die Wiederkandidatur des – wie zuletzt aus einer Umfrage beim wissenschaftlichen Personal hervorging, an welcher 400 der 2.000 Bediensteten teilgenommen hatten – wegen autoritären Führungsstils kritisierten „Machers“ und „Modernisierers“ Meinhard Lukas als Rektor der JKU zeigt jedoch, dass dieser neoliberale Kurs fortgesetzt und verstärkt werden soll.

Politik und Industrie forcieren ein auf die Matura draufgesetztes Spezialwissen, faktisch maßgeschneiderte Studierende im Korsett der Spezialisierung, also „Studenten von der Stange“ (Gerfried Sperl): „Eine Trendwende in der Hochschulpolitik ist daher nach Meinung der KPÖ dringend notwendig“, so Furtlehner. Die KPÖ ist der Meinung, dass Universitäten ebenso wenig wie Gebietskörperschaften als „internationale Player“ (O-Ton Grünen-Klubchef Gottfried Hirz) im Interesse von Banken und Konzernen, sondern im Interesse einer gesamtgesellschaftlich ausgerichteten Lehre und Forschung im Sinne einer solidarischen Gesellschaft agieren sollen.


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