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Straßenbahn gehört auf die Oberfläche

  • Mittwoch, 31. Mai 2017 @ 10:12
News Voll bestätigt in ihrer kritischen Haltung zu der von der Linzer SPÖ zum Prestigeprojekt erklärten zweiten Straßenbahnachse sieht sich KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn durch die Infragestellung der weitgehend unterirdischen und damit enorm teuren Führung dieses Projekts seitens des Landes sowie auch der Initiative „Verkehrswende jetzt!“, einer überparteilichen Plattform von 19 Verkehrsinitiativen und Vereinen.

Diese Kritik ist nicht neu, denn bereits 2012 hatte der damalige Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SPÖ) erklärt „die zweite Schienenachse in Linz ist nicht zwangsläufig besser, wenn sie unterirdisch fährt“. Als Argumente dazu nannte er die Erreichbarkeit, Sicherheitsprobleme und den Nutzen für die Geschäftswelt und den Kostenfaktor. Auch der damalige LHStv. Josef Ackerl (SPÖ) bekräftigte als Gemeindereferent die Kritik an einer überwiegend unterirdisch geführten Straßenbahn mit der Feststellung „wir brauchen ein zweckmäßiges Projekt, das auch finanzierbar ist“ und erklärte auch dezidiert „wo an der Oberfläche zu wenig Platz für eine neue Tram-Trasse ist, muss man notfalls dem Autoverkehr Platz wegnehmen“.

Im Gemeinderat wurde am 27. Jänner 2011 mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen und BZÖ ein Grundsatzbeschluss für die zweite Schienenachse gefasst. Einzig die KPÖ lehnte das Projekt in dieser Form ab: „Straßenbahnen gehören, wie ihr Name schon sagt, auf die Straße und nur ausnahmsweise für kurze Strecken unter die Erde. Wenn wie im vorliegenden Projekt zwei Drittel unterirdisch geplant werden, steht der Verdacht im Raum, dass man damit die Menschen bewusst unter die Erde verlagern will um die Oberfläche für den Autoverkehr freizuhalten“, so Gemeinderätin Grünn.

Das vom Gemeinderat 2011 beschlossene Projekt mit Kosten von 407 Mio. Euro sieht vor, dass von 6,6 Kilometer Strecke 4,6 Kilometer unterirdisch geführt werden. Auch eine abgespeckte Version mit Verzicht auf eine unterirdische Führung in Urfahr würde 300 Mio. Euro kosten. Eine oberirdische Führung wäre hingegen mit 150 Mio. Euro machbar.

Klar ist, dass ohne eine entsprechende Mitfinanzierung des mittlerweile immerhin schon seit sechs Jahren alten Projekts durch Land und Bund – die Rede war von einer Kostenteilung 55 Prozent Stadt, davon eventuell fünf Prozent vom Bund und 45 Prozent Land – eine Realisierung nicht zustande kommt. Ähnlich ist auch die Finanzierung der mit dem Projekt verbundenen und anstelle der 2016 abgerissenen Eisenbahnbrücke geplanten neuen Donaubrücke mit mittlerweile auf 80 Mio. Euro geschätzten Baukosten offen.

„Die Linzer KPÖ plädiert daher dafür, die Einwände des Landes ebenso wie jener von Verkehrsinitiativen ernst zu nehmen und anstelle einer teuren unterirdischen Führung der zweiten Schienenachse eine Linienführung zu planen die finanziell vertretbar ist, auch wenn das auf Kosten des Autoverkehrs geht“, so Grünn abschließend.


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