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Rückblick: Kubanischer Sommer in Linz

  • Donnerstag, 13. Oktober 2016 @ 08:44
Global Über ein buntes Sommerprogramm der Österreichisch Kubanischen Gesellschaft in Oberösterreich berichten Cornelia Broos und Stefan Krenn.

In diesem Jahr organisierte die ÖKG Oberösterreich einen „kubanischen Sommer“. Das Programm richtete sich an alle, die in der heißen Jahreszeit zwar nicht weg waren, aber trotzdem sozialistisch-karibisches Feeling genießen wollten. Rund um den 26. Juli, dem 63. Jahrestag des Sturms auf die Moncada Kaserne, veranstaltete die ÖKG OÖ eine Reihe von Events zum Thema Kuba. Am 26. Juli 1953 stürmten revolutionäre Gruppen rund um Fidel und Raul Castro die Kaserne in Santiago de Cuba. Trotz ihres Scheiterns bildet dieser Tag bis heute den Beginn der kubanischen Revolution.

Der erste Höhepunkt der Aktivitäten fand am Mittwoch, dem 27. Juli im Wirtshaus zur Schießhalle in Linz statt.

Julita Lazara Gonzalez Guerra sprach über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit der Revolution und ihren Alltag in Kuba. Aus Erzählungen kennt sie die Zeit vor 1959, als ihre Familie in den Villen der Reichen putzen musste. Die kubanische Revolution ermöglichte ihr als erste Generation eine Hochschulbildung und umfassende medizinische Versorgung und hat damit ihr Leben maßgeblich beeinflusst und verbessert.

Im Moment stehen die Kubanerinnen vor vielen Veränderungen und Herausforderungen. Die technische Revolution mit Smartphones und Tablets hat auch in Kuba Einzug gehalten. Jugendliche laufen Gefahr zur Konsumgesellschaft zu verkommen. Julita sieht das pragmatisch. Kuba bietet öffentliche Internethotspots in Parks und Clubs an.

Zugleich versucht man mit politischer Bildung und multidisziplinären Ansätzen in der Sozialarbeit, Jugendliche zur Bildung und damit zu einer gesicherten und gefestigten Zukunft, zu bewegen. Die vielen Staatsbesuche der letzten Zeit und Events wie das Rolling Stones Konzert in Havanna sind gerade für junge Menschen von Bedeutung. Doch mehr noch als für die Kubanerinnen setzen die Exil-Kubanerinnen in den USA Hoffnung in eine Öffnung.

Julita sagte dazu: Wir Kubanerinnen sehen diese Entwicklungen etwas kritischer und prüfen genau, was geheuchelt oder gelogen ist. Es wird keine Normalisierung der Beziehungen mit den USA geben, solange sie die Bucht von Guantanamo in Besitz haben und dort ihre Militärbasis und das Gefängnis aufrechterhalten. Die neue Generation hat die Revolution und die Zeit davor nicht erlebt. Für sie ist es ein Moment in der Geschichte. Daher ist es wichtig, dass die ältere Generation Erfahrungen und Wissen mit ihnen teilt. Die Kubanerinnen lernen aus der Geschichte. Niemand kann die Zukunft voraussagen, sagte Julita abschließend, aber sie sei zuversichtlich, dass Kuba den richtigen Weg wählt und die Kubanerinnen im Sinne einer sozialistischen Politik die Herausforderungen gemeinsam meistern.

Kubanischer Sommer auf dem Salonschiff Florentine in Linz

Wo kann man kubanisches Flair und die revolutionären Ideen besser nachfühlen als auf einem Schiff? Die Veranstaltung am 29. Juli vermittelte den Besucherinnen politische und literarische Texte zur Geschichte Kubas, die mit professioneller Stimme vom Salzburger Schauspieler Arno Fischbacher in eindrucksvoller Manier vorgetragen wurden.

Der Bogen der von Stefan Krenn zusammengestellten Texte spannte sich von der Entdeckung durch Kolumbus am 28. Oktober 1492 bis zur Abschlussrede von Fidel Castro am VII. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas im April 2016.

Der Vortrag wurde von thematisch passenden Bildern und Musikstücken, wie der kubanischen Nationalhymne und Liedern von Carlos Puebla, begleitet.

Alles rund um Kuba in der Buchhandlung ALEX am Hauptplatz in Linz

Wer mehr über Kuba wissen wollte, der/die hatte die Möglichkeit, sich über Bücher zu informieren. Von 25. bis 29. Juli stand die Buchhandlung Alex am Hauptplatz 21 in Linz ganz im Zeichen Kubas. Bücher, Bilder und Filme rund um die Geschichte Kubas konnten dort in dieser Woche entdeckt und gekauft werden. Schon die Auslage schaffte Urlaubsträume und gab Einblick in die revolutionäre Geschichte der Insel.

Nächstes Jahr wieder!

Aufgrund des großen Erfolges unseres Sommerprogramms plant das engagierte Team der ÖKG Oberösterreich schon den Sommer 2017. Wir versprechen allen Kuba-Freundinnen in Linz wieder einen karibisch-revolutionären Sommer mit vielen Überraschungen.

Zur Person: Julita Lazara Gonzalez Guerra wurde am 1. Mai 1969 in Holguin geboren. Sie besuchte 6 Jahre Primaria (Grundschule), 3 Jahre Secundaria sowie 3 Jahre Preuniversitaria. Sie studierte 5 Jahre an der Universität und spezialisierte sich anschließend 2 Jahre in Transporttechnik. Sie war dann als leitende Mitarbeiterin in einem staatlichen Transportbetrieb beschäftigt und 10 Jahre als Gewerkschaftssekretärin tätig. Ihr Vater war als Internationalist drei Jahre in Guinea-Bissau und zwei Jahre in Nicaragua aktiv. Die Mutter versorgte einen großen Haushalt.

Bei der Veranstaltung am 27. Juli trug Julita Lazara Gonzalez das folgende Gedicht vor. Es wurde vom kubanischen Poeten Jesus Orta Ruiz („El Indio Nabori“) verfasst und beschreibt die tristen Lebensumstände der Menschen im Sumpfgebiet der Cienaga de Zapata an der Südküste Kubas sowie die Erlebnisse des damals 13jährigen Mädchens Nemesia am 17. April 1961, dem Tag des Invasionsversuchs in der Schweinebucht. Die heute 68jährige Nemesia Rodriguez Montano ist in Kuba als „Mädchen mit den weißen Schuhen“ oder „Flor Carbonera“ (Köhlerblume) sehr bekannt und saß beim Abschluss des 7. Parteitages neben Fidel und Raul am Podium. Ihre zerschossenen weißen Schuhe sind im Museum von Playa Giron ausgestellt.

Quelle: Cuba Si, Nummer 207, September 2016; Infos: https://oekg.org/


Publikationen

 
 
Heiße Tage im Herbst. Zur Geschichte des Oktoberstreiks 1950 in Oberösterreich.
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