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Kaiserwoche in Bad Ischl ist eine politische Geschmacklosigkeit

  • Montag, 11. August 2014 @ 09:37
News Als politische Geschmacklosigkeit der Sonderklasse bezeichnet KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner die diesjährige „Kaiserwoche“ in Bad Ischl. Es gehört schon eine enorme Portion Geschichtsverdrängung dazu, wenn ausgerechnet hundert Jahre nach Beginn des bis dahin größten Völkermordens der jährliche Kaiserkult in der Salzkammergut-Stadt einen neuen Höhepunkt erreicht.

Von dem am 15. August in Ischl einfahrenden „Kaiserzug“ und einem „Kaiserfest“ über einen „Kaiserbummel“ am 17. August bis zu einem Golfturnier mit Ex-Skirennläufer Franz Klammer am „Kaisergeburtstag“ dem 18. August mit abschließender „Kaisernacht“ mit ORF-Moderator Peter Rapp erstreckt sich der touristische Rummel mit entsprechendem Promi-Auftrieb. Einmal mehr werden dabei laut Programm am Sonntag die geltenden gesetzlichen Geschäftsöffnungszeiten zugunsten eines ungehemmten Shoppings ausgehebelt und erweisen sich die dafür verantwortlichen Politiker und Behörden als Gesetzesbrecher.

Im Hinblick auf den Beginn des 1. Weltkrieges (1914-1918) ist Bad Ischl bekanntlich von einem historischen Schicksal geschlagen, das mit solchen Events offenbar vernebelt werden soll. Ausgerechnet hier unterzeichnete nämlich Kaiser Franz Joseph I. die Kriegserklärung an Serbien und ergänzte sie mit dem verlogenen Manifest „An meine Völker“ als Teil der Kriegspropaganda. Damit wurde das bis dahin größte Massenmorden der Geschichte ausgelöst und trug auch schon den Zündstoff für den 2. Weltkrieg in sich. Die Kriegsverbrechen der K.u.K.-Armee am Balkan und in Galizien waren ein Vorspiel für den 2. Weltkrieg und die Verbrechen des Hitlerfaschismus.

„Es ist bedauerlich und entspricht einer zynischen Leichenfledderei, dass die von einem SPÖ-Bürgermeister geführte Stadt Bad Ischl und der Tourismusverband im Gedenkjahr 2014 statt der Millionen militärischer und ziviler Opfer des 1. Weltkrieges zu gedenken, den operettenhaften Kaiserkitsch weiter forcieren und damit dazu beitragen, den Monarchen Franz Joseph I. von seiner Rolle als Befehlshaber für Krieg, Massenmord und Elend reinzuwaschen“ kritisiert Furtlehner.

In diesem Zusammenhang gilt es auch der gängigen Diktion entgegenzutreten, der zufolge der Krieg „ausgebrochen“ sei: „Fakt ist, dass der 1. Weltkrieg ein ausgesprochener Angriffskrieg zur Neuaufteilung Europas bzw. der Welt war, der nicht wie eine Krankheit ausgebrochen ist, sondern von den Herrschenden gezielt vorbereitet und durch die Rivalität der imperialistischen Großmächte ausgelöst wurde“, so Furtlehner.

Österreich muss sich mit dem traurigen Ruhm auseinandersetzen, dass ausgerechnet die marode Habsburger-Monarchie als Völkergefängnis der Ausgangspunkt für die heute vielfach als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts dargestellten 1. Weltkrieges war. Und es war nicht der ominöse „Rat der Vorsehung“, sondern Kaiser Franz Joseph I. wollte mit kräftiger Rückendeckung Deutschlands diesen Krieg für welchen Monarchie, Militär und Diplomatie sowie die Profitinteressen der Rüstungsindustrie die treibende Kraft waren.


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