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Handlungsbedarf beim Linzer Pionierdenkmal

  • Montag, 23. Juli 2012 @ 14:26
News Die Enthüllung, dass vom Bildhauer Wilhelm Frass 1935 im Denkmal des „toten Soldaten“ in der Krypta am Wiener Burgtor ein Nazi-Huldigungsschreiben versteckt wurde, ist für die Linzer KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn Anlass eine Untersuchung des ebenfalls von Frass in Linz errichteten Pionierdenkmals zu fordern.

Das mit dem 8. April 1935 datierte in der Krypta verborgene Schreiben ähnelt laut der für die Militärhistorische Denkmalkommission tätigen Historikerin Heidemarie Uhl einer Grundsteinurkunde und „hat durchaus Manifestcharakter“, mit dem das Gedenken an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen konterkariert wird und das „gegen Österreich gerichtet“ ist. Frass hatte das „hochverräterische Schriftstück“ bereits 1938 in einem Brief an den Kunsthistoriker Karl Hareiter selbst als solches bezeichnet.

Das im Linzer Donaupark stehende Pionierdenkmal wurde 1936 vom Architekten Alexander Popp entworfen und vom Bildhauer Wilhelm Frass ausgeführt, 1936 bis 1939 nächst der Donaubrücke aufgestellt, für den Neubau der Nibelungenbrücke abgetragen und dann 1963 auf dem neu errichteten Hochwasserschutzdamm wieder aufgestellt.

Sowohl Popp als auch Frass waren bereits vor 1938 Mitglied der illegalen NSDAP und machten in der NS-Ära rasch Karriere. Das Pionierdenkmal muss daher als „brauner Fleck“ bezeichnet werden, das dem Image der Stadt Linz abträglich ist. Gemeinderätin Grünn hatte bereits bei einer Diskussionsveranstaltung im November 2010 über die Schandflecke in Linz das Pionierdenkmal im Donaupark zur Sprache gebracht, das in unverhohlener Nazi-Ästhetik die Krieger zweier grausamer Angriffskriege huldigt.

Bei dieser Diskussionsveranstaltung wurde auch berichtet, dass bei diesem Denkmal auch regelmäßig Kranzniederlegungen von Pionieren des österreichischen Bundesheeres stattfinden. KPÖ-Gemeinderätin Grünn ersuchte daher Verteidigungsminister Norbert Darabos um Aufklärung, ob es offizielle oder inoffizielle Patenschaften von Pioniereinheiten des Bundesheeres mit diesem Denkmal gibt bzw. ob die erwähnten Kranzniederlegungen mit Wissen und Duldung des Bundesheeres bzw. des Verteidigungsministeriums erfolgen. Das Verteidigungsministerium informierte, dass die zuständige Militärhistorische Denkmalkommission (MHDK) mit der Überprüfung beauftragt wurde, blieb jedoch bis heute eine Aufklärung darüber schuldig, die KPÖ urgiert dies aus aktuellem Anlass daher neuerlich.

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch im Linzer Pionierdenkmal eine ähnliche „Botschaft“ von Frass als Huldigung des Nazi-Regimes verborgen ist, fordert die KPÖ eine genauere Untersuchung dieses Denkmals. Handlungsbedarf sieht die KPÖ auch in Hinblick auf das Denkmal selbst.

Wenn Minister Darabos veranlasst durch das jetzt aufgefundene NS-Huldigungsschreiben eine Neugestaltung der Krypta ankündigt muss dies ebenso für das Pionierdenkmal in Linz gelten, wobei es am sinnvollsten wäre, dieses den Militarismus huldigende Objekt überhaupt zu entfernen.


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