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KPÖ präsentiert Dokumentation über Henriette Haill

  • Montag, 30. Januar 2012 @ 09:54
News Mit der Herausgabe einer Dokumentation würdigt die Linzer KPÖ die Schriftstellerin Henriette Haill (1904-1996), nach welcher im August 2011 vom Linzer Stadtsenat die Benennung eines Henriette-Haill-Weges in Pichling beschlossen wurde.

Die Dokumentation „Immer bist du auf der Wanderschaft…“ enthält einen von Peter Kammerstätter aufgezeichneten Bericht von Henriette Haill aus ihrem Leben sowie ergänzend Erinnerungen von Siegfried Köhl, Franz Kain und Rudolf Pfann als Zeitzeugen und wird bei einer Veranstaltung am 3. Februar 2012 (19:00 Uhr, Orpheus, Dametzstraße 23) vorgestellt.

Bei dieser Veranstaltung wird die Autorin Christine Schmidhofer aus der von ihr verfassten Biographie von Henriette Haill erzählen und Gedichte Haills lesen. KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn wird über die von ihr zum Jahresende 2010 gestartete Initiative „Ein Park für Henriette“ berichten, die 57 Persönlichkeiten unterstützt wurde.

Auf der Liste der UnterstützerInnen befanden sich unter anderem die Schriftsteller Erich Hackl, Ludwig Laher, Walter Pollak und Walter Kohl, die Haill-Biographin Christine Schmidhofer, die Liedermacher Hans-Eckart Wenzel und Christian Buchinger (sie haben Texte von Henriette Haill vertont), die Lichtkünstlerin Waltraud Cooper, die Musiker Peter Androsch und Huckey Renner (Texta), der Cartoonist Gerhard Haderer, die Verleger Franz Steinmaßl und Christian Thanhäuser (sie haben Bücher über Henriette Haill verlegt), die Historiker Rudolf Ardelt, Michael John und Hans Hautmann, Kunstuniversität-Rektor Reinhard Kannonier, der frühere Linzer Bürgermeister Hugo Schanovsky, Frauenstadträtin Eva Schobesberger, das Autonome Frauenzentrum und FIFTITU% und viele andere.

Henriette Haill wurde am 27. Juni 1904 geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer Arbeiterfamilie am Römerberg auf. Sie absolvierte eine Schneiderlehre und arbeitete später als Dienstmädchen und Hilfsarbeiterin in einer Waffelfabrik. Mit ihrem Gefährten Hans Kerschbaumer reiste sie jahrelang durch Europa. Seit ihrer Jugend war Henriette Haill literarisch tätig. Dem Erleben auf der Landstraße verdanken wir ihre schönsten Landschafts- und Naturgedichte und einfühlsam hat sie die Erfahrungen von Vagabunden und Stromern nachempfunden.

Nach dem Februar 1934 erfolgten bei ihr Hausdurchsuchungen. Während der Naziherrschaft musste sie miterleben, wie ihre besten Freunde in KZs und Gefängnissen litten und umgekommen sind. Wie durch ein Wunder blieb sie unbehelligt. Im letzten Kriegsjahr zog sie mit ihren vier Kindern zum Schutz vor der Verfolgung durch die Nazis ins Mühlviertel. Ihre Manuskripte konnte Henriette Haill verstecken. Ein Teil ging trotzdem verloren.

1946 veröffentlichte Henriette Haill ihren ersten Gedichtband. Sie war Gründungsmitglied der „Mühlviertler Künstlergilde“ und Redakteurin deren Zeitschrift. Ihre Dialektgedichte sind von inniger Wärme gekennzeichnet und ihre Literatur war immer sozial engagiert. Viele ihrer Gedichte bringen die bittere Romantik der Landstraße zum Ausdruck. Vor allem aber war sie auch als Erzählerin erfolgreich. Gedichte von Henriette Haill wurden von Hans-Eckardt Wenzel vertont.

Der Schriftsteller Erich Hackl schreibt: „Henriette Haill war in fünffacher Weise dazu bestimmt, von der literarischen Öffentlichkeit übersehen zu werden: aufgrund ihrer ärmlichen Herkunft; aufgrund ihrer kommunistischen Gesinnung; aufgrund ihrer Zuwendung zur geographischen wie sozialen Peripherie; aufgrund ihres Geschlechts; aufgrund ihrer Bescheidenheit.“ Henriette Haill starb nach langer schwerer Krankheit am 22. Februar 1996 in Linz im 92. Lebensjahr.


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