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Hans Marsálek von Universität Linz gewürdigt

  • Dienstag, 24. November 2009 @ 13:44
Geschichte Mit der Ehrendoktorwürde der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Johannes-Kepler-Universität wurde am 24. November 2009 in Anerkennung seiner Verdienste um die Aufarbeitung der Geschichte des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Mauthausen der Widerstandskämpfer und Mauthausen-Überlebende Hofrat Hans Marsálek ausgezeichnet.

Vizerektor Herbert Kalb meinte in seiner Eröffnungsrede, dass Marsálek „gegen die Erinnerungsbarbarei“ steht. Senatsvorsitzender Hans Irschik würdigte die Verdienste Marsáleks beim Aufbau der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und dessen historischer Aufarbeitung. Irschik meinte, dass Oberösterreich mit Mauthausen und Hartheim „im Zentrum der Finsternis des NS-Regimes“ gestanden hatte, jedes Verschweigen unzulässig und die Auseinandersetzung mit dieser Ära notwendig ist.

Der Historiker Roman Sandgruber würdigte Leben und Werk des 1914 geborenen Marsálek und wies darauf hin, dass dieser schon in seinen Jugendjahren in der 1. Republik Nationalismus und tschechenfeindliche Fremdenfeindlichkeit erleben musste. Schon von Jugend an im Widerstand gegen Austrofaschismus und NS-Faschismus engagiert und 1941 im Prager Exil verhaftet war Marsálek von 1942 bis zum Kriegsende im KZ Mauthausen inhaftiert. Als zweiter Lagerschreiber konnte er vielen Häftlingen helfen. So gelang es ihm 103 sowjetische Häftlinge vor dem sicheren Tod im Steinbruch zu retten, dass diese Geretteten nach Kriegsende vom stalinistischen Regime als Kollaborateure verfolgt und hingerichtet wurden war für den überzeugten Marxisten Marsálek eine der größten Enttäuschungen seines Lebens.

Laut Sandgruber kann der nach 1945 im Polizeidienst tätige Marsálek mit Fug und Recht als der „Chronist des KZ Mauthausen“ bezeichnet werden, er schuf die Grundlage aller Forschungen über diese Einrichtung des NS-Regimes und lieferte auch die Beweisführung für die Existenz der Gaskammern sowie Hinweise auf Hartheim und versorgte damit Generationen von Studierenden und Forschenden. „Marsálek hat sich nie inszeniert, er hat auch nie etwas inszeniert“, so Sandgruber: „Und weil er bislang Ehrungen stets verweigert hat ist es eine besondere Ehre für die Johannes-Kepler-Universität ihn als Ehrendoktor auszeichnen zu dürfen.“

In seinem Festvortrag nach der Auszeichnung sprach Marsálek von einer „Epidemie des Vergessens“ und einer „Senilität von Soldaten und SSlern“ nach 1945. Er schilderte Eindrücke und Erlebnisse aus der Zeit seiner Haft in der „Todesfabrik Mauthausen“, einem Lager der Stufe III, in dem es galt Häftlinge rasch zu beseitigen, weil die meisten mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ dort eingeliefert wurde. Er wies darauf hin, dass der Widerstand der österreichischen Gruppe noch zuwenig aufgearbeitet ist. Mit Hinweis auf den im Auftrag des Innenministeriums aufgebauten und 1970 eröffneten Museums und sein 1974 erstmals erschienenes Mauthausen-Buch und dass erst 2009 auch Deserteure als Widerstand anerkannt wurde betonte er die lange Dauer der Erinnerungsarbeit: „Aber der Wolf in der Schanze (Hitler, d.Red.) ist auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet und ich stehe heute hier“, so Marsálek abschließend.


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