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1938: Der Anschluss Österreichs ans Großdeutsche Reich

  • Mittwoch, 13. März 2013 @ 08:00
Geschichte Bis in den Tod, rot-weiß-rot - das war der Slogan der „Vaterländischen“ Schuschniggs, die Praxis dann weit davon entfernt, die Klerikalfaschisten kapitulierten kampflos vor den Nazifaschisten.

Sie wussten, die Bevölkerung hatte in ihrer großen Mehrheit den österreichischen Faschismus abgelehnt, der Nationalsozialismus erschien Millionen Österreicherinnen sogar als Erlösung und Zukunftshoffnung.

Berchtesgadener Abkommen

Hitler, deutscher Reichskanzler und Führer forderte den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg zu einem Treffen auf seinem Berghof in Berchtesgaden auf. Am 12. Februar 1938 treffen Schuschnigg und Staatssekretär Guido Schmidt dort ein. Hitler legt ein Abkommen vor: Der Nazi Seyss-Inquart müsse Innenminister, der Nazi und Bankdirektor Dr. Hans Fischböck Sachwalter für die deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen, alle einsitzenden Nationalsozialisten freigelassen, das öffentliche Bekenntnis zum Nationalsozialismus zugelassen, alle wegen NS-Betätigung entlassenen Offiziere und Beamte wieder eingestellt werden. Darüber werde nicht verhandelt, befiehlt Hitler, der österreichische Kanzler habe das Abkommen sofort zu unterzeichnen. Als Schuschnigg zögert, ruft Hitler demonstrativ den neuen Chef des Wehrmachtsoberkommandos, General Keitel, zu sich.

Schuschnigg unterschreibt das Abkommen, erreicht nur eine Frist von drei Tagen zur Umsetzung der Forderungen. Dem Bundespräsidenten Miklas kann die Zustimmung zur Regierungsumbildung mit Mühe abgerungen werden, am 15. Februar wird das fünfte Schuschnigg-Kabinett präsentiert: Die Regierung setzte sich aus treuen Gefolgsleuten von Schuschnigg und von Hitler hineinreklamierten Nazis oder Nazisympathisanten zusammen.

Schuschnigg kündigte am 9.3. in Innsbruck eine Volksbefragung über die staatliche Unabhängigkeit Österreichs an. Es war dies der letzte Versuch, dem Druck der Nazis entgegenzutreten, die sich inzwischen in Österreich aufgrund des Berchtesgadener Abkommens bereits völlig offen bewegen können. Hitler befiehlt am nächsten Tag die Mobilmachung in Bayern, die angesetzte Volksbefragung wird als Sabotage des Abkommens bezeichnet.

Die Besetzung Österreichs

11. März: An die Wehrmacht werden die Weisungen zum Einmarsch nach Österreich ausgegeben {„Unternehmen Otto“), Schuschnigg wird zur Absage der Volksbefragung und zum Rücktritt gezwungen. Die Aussage Schuschniggs, er habe auf Grund eines Berliner Ultimatums zurücktreten müssen, wird zurückgewiesen, der Rücktritt sei innerhalb der österreichischen Regierung gefordert worden (von den seit Februar in der Regierung sitzenden Nazis Seyss-Inquart und Glaise-Horstenau). Unter dem Vorwand, es gebe kommunistische Unruhen, soll Seyss-Inquart als neuer österreichischer Kanzler deutsche Militärhilfe anfordern. Seyss-Inquart schickte die ihm von Göring anbefohlene Depesche nie ab, man handelte den Einmarsch telephonisch aus.

Am 12. März um 5h30 marschieren die deutschen Truppen in Österreich ein - „Ich habe mich entschlossen, den Millionen Deutschen in Österreich nunmehr die Hilfe des Reiches zur Verfügung zu stellen. Seit heute morgen marschieren über alle Grenzen Deutschösterreichs die Soldaten der deutschen Wehrmacht“. Militärischer Widerstand wird auf Befehl Schuschniggs nicht geleistet.

Der Anschluss wurde mehrteilig bewerkstelligt: Druck auf die österreichische Regierung durch Deutschland und innerhalb dieser Regierung durch die auf deutsches Verlangen installierten Nazis, Aufruhr der Nazis an der politischen Basis, schließlich militärischer Einmarsch.

Bereits um 20 Uhr gibt es an diesem Tag die erste Großkundgebung mit Hitler in Österreich: Am Linzer Hauptplatz sagt er zu seinen zahllosen Anhängern: „Wenn die Vorsehung mich einst aus dieser Staat heraus zur Führung des Reiches berief, dann muss sie mir damit einen Auftrag erteilt haben, und es kann nur der Auftrag gewesen sein, meine teure Heimat dem deutschen Reich wiederzugeben!“

Am 13. März wird bereits das Bundesverfassungsgesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich im Ministerrat verabschiedet. Das Bundesheer wird sofort als Bestandteil der Wehrmacht dem Befehl Hitlers unterstellt, für den 10. April wird eine Volksabstimmung angesetzt. Bundespräsident Miklas verweigert zwar die Unterschrift auf dem Anschlussgesetz, tritt aber zurück und überträgt seine Funktion dem neuen Kanzler. Damit endet die Selbständigkeit Österreichs.

Aus der Illegalität melden sich die Revolutionären Sozialisten und die KPÖ mit einem Aufruf, bei der Volksabstimmung trotz zu erwartenden Wahlbetrugs mit „nein“ zu stimmen, Widerstand zu leisten und warnen vor den Kriegsplänen der Nazis.

Die Schuschnigg-Regierung hatte die Arbeiterparteien bis zuletzt nur hingehalten und war auf Angebote, gemeinsam Widerstand gegen die Nazis zu leisten, nicht eingegangen.

Die Politik der österreichischen Klerikalfaschisten hatte die Grundvoraussetzungen für den problemlosen Übergang eines großen Teiles der österreichischen Bevölkerung ins Nazilager geschaffen: Die restriktive Wirtschaftspolitik sorgte für das Anhalten der Wirtschaftskrise und das gleichbleibend hohe Niveau der Arbeitslosigkeit.

Österreich halle nach dem 1. Wellkrieg das Bruttonationalprodukt vom 1913 erst 1927 wieder erreicht, aber bereits 1929/30 folgte durch die Weltwirtschaftskrise ein schwerer Rückschlag, 1933/34 lagen die BNP-Werte ungefähr bei 80 Prozent von 1913, stiegen dann zwar mit der Erholung der Weltwirtschaft wieder leicht an, erreichten aber bis zum Anschluss an Deutschland das Niveau von 1913 nicht wieder - das Bruttonationalprodukt stieg in Deutschland von 1933/34 bis 1937 um ca. 45 Prozent, in Österreich nicht einmal um 10 Prozent und das von einem niedrigen Ausgangsniveau. Die wirtschaftliche Situation wurde verschärft durch die Ausschaltung der Arbeiterbewegung 1934, was deren Funktionsfähigkeit als wichtigste antinazistische Kraft im Lande weitgehend lähmte und auch zum Überlaufen aus ihren Reihen zu den Nazis führte. Weilers belastete die Menschen die Beherrschung des Kultur- und Geisteslebens und selbst vieler Aspekte des Alltags durch ein maßlos aufdringliches katholisches Bevormundungssystem. Das alles trug dazu bei. dass aberhunderttausende Menschen in Hitler den Erlöser aus diesen allseitigen Bedrängungen sahen.

Die bisherige politische Führung Österreichs flieht zum Teil nach Ungarn oder in die CSR, Bundespräsident Miklas bleibt unbehelligt, Kurt Schuschnigg wird verhaftet. Dieser verbringt die Zeit des „Dritten Reiches“ als privilegierter Häftling im KZ Dachau, 1948 geht er in die USA, von 1967 bis zu seinem Tode im Jahre 1977 lebt er in Innsbruck, für seine katastrophale Politik wird er von österreichischer Seite nie zur Verantwortung gezogen.

Der „Anschluss“ wird von den anderen Staaten zur Kenntnis genommen, Proteste gibt es seitens der Sowjetunion, der spanischen Republik und von Mexiko.

Der deutsche Einmarsch war alles andere als frei von Problemen. Treibstofflos liegengebliebene Panzer, endlose Stauungen in den Marschkolonnen rufen die Wut Hitlers auf die mehr als mangelhafte Planung und Vorbereitung der Militäroperationen gegen Österreich hervor. In Wien war deswegen sein triumphaler Einzug eine Zeitlang vergebens erwartet worden, erst am 15.3. verkündet Hitler auf der berühmt-berüchtigten Großkundgebung am überfüllten Heldenplatz in Wien „vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich.“

Der Drang der Ostmärker in die NSDAP ist groß. Über 700.000 Volksgenossen strömen in die Partei. Es wird alsbald sogar eine Aufnahmesperre verhängt.

Miteinmarschiert in Österreich sind eine Division SS und 16.000 Polizisten. Die österreichische Staatspolizei hat brav ihre Akten über die politischen Gegner aufgehoben, die Nazis haben ihre eigenen Verhaftungslisten und in kurzer Zeit sind bereits 50.000 Österreicher in Haft. Die Zahl der jubelnden Nazis ist allerdings weitaus größer.

Die Festgenommenen werden überwiegend nach kurzer Inhaftierung wieder freigelassen, es ging vor allem darum, potentiellen Gegnern den Herrn zu zeigen.

Die restriktive Finanzpolitik der österreichischen Klerikalfaschisten kommt jetzt der deutschen Staatskasse zugute: Der österreichische Bestand an Gold und Devisen im Werte von rund 220 Millionen Reichsmark ist fast dreimal so hoch wie der deutsche. Der Umtauschkurs Schilling in Reichsmark wird mit 1 RM = 1,50 Schilling festgesetzt, ein Kurs der nicht unbedingt auf allen Gebieten der Kaufkraft entspricht, aber über dem Außenwert des Schillings liegt.

Am ohnehin schon sehr eingeschränkten Zeitungsmarkt in Österreich werden etliche Blätter eingestellt, bei anderen werden Redakteure durch Regierungskommissare ersetzt, an alte Kämpfer und Gemeindeämter werden 20.000 Volksempfängerradios verteilt.

Auch wenn man berücksichtigt, dass es sich um keine geheime Abstimmung handelte, den „unsicheren Volksgenossen“ entsprechende „Abstimmungshilfe“ zukam und Zehntausende in Haft waren oder an der Abstimmung nicht teilnehmen konnten, so ist es doch anzunehmen, dass bei einer freien Abstimmung (mit zugelassener Nein-Propaganda und entsprechender internationaler Überwachung wie 1935 im Saarland) auch eine deutliche Mehrheit für den „Anschluss“ gestimmt hätte. Die Entscheidung zwischen dem herabgewirtschafteten Österreich und dem prosperierenden NS-Deutschland wäre kaum zugunsten des Schuschniggsystems ausgefallen.

Für die Nazis wurde eifrig Beihilfe geleistet: Die katholischen Wendehälse-Bischöfe sprachen davon, dass es „selbstverständliche nationale Pflicht“ sei, mit JA zu stimmen (18.3.), den Begleitbrief des Schreibens der österreichischen Bischöfe zur Abstimmung über den „Anschluss“, zeichnete Kardinal Innitzer mit „Heil Hitler“ der evangelische Oberkirchenrat bekannte sich „vorbehaltlos zum Werk des Führers“ (1.4.) und der erste Kanzler der Republik, der Sozialdemokrat Karl Renner, meinte „obwohl nicht mit jenen Methoden, zu denen ich mich bekenne, errungen, ist der Anschluss nunmehr vollzogen. (...) Als Sozialdemokrat und somit Vertreter des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen (...) werde ich mit JA stimmen“ (3.4.).

Die Volksabstimmung (plus Reichstags“wahl“) am 10. April über den Text: „Bist Du mit der am 13. März 1938 vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Führers Adolf Hitler?“ bringt das folgende offizielle Resultat: Ja 4,443.208, Nein 11.807, ungültig 5.763.

Nach und nach wurden die NS-Bestimmungen in Österreich eingeführt. Am 14.4. etwa die Reichsfluchtsteuer, nach der Auswanderungswillige ein Viertel ihres Vermögens als Steuer abzuführen haben, am 19.4. wurde der Arbeitsdienst eingeführt. Die Nürnberger Rassegesetze folgten am 20.5. Für die ideologische Bildung der österreichischen Bevölkerung gibt es nicht nur politische Veranstaltungen. Die gleichgeschalteten Zeitungen, der Rundfunk, die Kino-Wochenschauen verbreiten die nationalsozialistische Frohbotschaft. Im Kino läuft der Riefenstahl-Film „Triumph des Willens“.

In Wien, wo es viele Juden und eine große Anzahl jüdischer Gewerbebetriebe und Geschäfte gibt, läuft, wie NS-Funktionäre berichten, die Arisierung weit radikaler als im Altreich. Mit unglaublicher Brutalität wird gestohlen, geplündert und enteignet. Wobei die Mehrheit der Geschäfte und Betriebe nicht weitergeführt, sondern zugesperrt wird, viele der jüdischen Einzelhändler und Handwerker betrieben zu armselige Geschäfte, es ging darum vorwiegend um die Ausschaltung von Konkurrenten. Zehntausende österreichische Juden können noch emigrieren, zehntausende werden dem Holocaust zum Opfer fallen.

Das Vermögen der Juden wird erfasst, alle Besitze über einen Wert von 5.000 Reichsmark müssen angemeldet werden, betroffen sind davon ungefähr 50.000 Personen mit einem Besitz von knapp 2,3 Milliarden RM.

Für die Menschen, die keinen Grund zum Jubeln haben, die keinen Grund zum Jubeln sehen, wird auch sogleich „vorgesorgt“. Am 1.4. geht der erste Transport verhafteter Österreich ins KZ Dachau ab. U.a.: Robert Danneberg, Viktor Matejka, Josef Kimmel, Leopold Figl, Alfons Gorbach, Rudolf Kalmar, Josef Gero, Egon Hubert.

Am 25.4. ernennt Hitler den Pfälzer Gauleiter Josef Bürckel (einen später in Ungnade gefallenen Alkoholiker, in Wien wird er „Bierleiter Gaukel“ genannt) zum „Reichskommissar für die Wiedervereinigung“. Zwar war Österreich nie Teil eines deutschen Reiches gewesen, den Anschluss an Deutschland nennt man trotzdem „Wiedervereinigung“.

Für viele der „alten Kämpfer“ und illegalen Nazis erfüllen sich indessen die politischen Wunschträume nicht. Bei der Postenvergabe wird auf sie weniger Rücksicht genommen als auf die Bedürfnisse des Angleichens der „Ostmark“ an das „Altreich“, preußische Experten sorgen für die neue deutsche Ordnung.

Die Arbeitslosenzahl beläuft sich am 30.4. im Altreich auf 423.000, in Österreich auf 416.000, seit dem Anschluss haben bereits 120.000 eine Arbeitstätigkeit aufgenommen. Bis zum Kriegsbeginn 1939 verschwindet die Arbeitslosigkeit im ehemaligen Österreich fast vollständig, 1938/39 wuchs das Bruttosozialprodukt um mehr als 25 Prozent. Allerdings gab es besonders bei den Lebensmitteln auch erhebliche Preissteigerungen gegenüber dem vormaligen österreichischen Niveau. Die Verbesserungen der Lebensverhältnisse erfolgte weit vorwiegend durch die Zunahme der Zahl der Beschäftigten.

Bereits am 13.5. gibt es in Linz den Spatenstich für die Reichswerke Hermann Göring, der nachmaligen VOEST. Am 22.5. wird die Gaueinteilung in der Ostmark durchgeführt. Von den neun Bundesländern verbleiben die sieben Gaue Ober- und Niederdonau, Steiermark, Salzburg, Wien, Kärnten und Tirol. Am 8.8. wird eine erste Gruppe von Häftlingen aus Dachau nach Mauthausen überstellt, man beginnt dort ein KZ zu errichten, von wo aus vor allem in den Mauthausener Steinbrüchen Häftlinge Material für Monumentalbauten des Dritten Reiches gewinnen sollen.

Am 1. Oktober 1938 marschiert die Wehrmacht auf Grund des Münchner Abkommens in die CSR ein. Das Sudetenland war mit Zustimmung der Westmächte an Deutschland abgetreten worden. Dazu hätten die Nazis sogar unerbetene Hilfe erhalten. Der ehemalige Kanzler und führende Sozialdemokrat Dr. Karl Renner hatte schon beim „Anschluss“ mit seinem Aufruf, mit JA zu stimmen eine höchst negative Rolle gespielt. Dann hatte er versucht, sich noch direkter an die neuen Machthaber anzudienen.

Er verfasste eine Broschüre „Die Gründung der Republik Deutschösterreich, der Anschluss und die Sudetendeutschen - Dokumente eines Kampfes ums Recht“. Sein Pech: Hitler war schneller als die Herausgabe der Broschüre bewerkstelligt werden konnte.

Nachdem sich Mitglieder der Katholischen Jugend nach einer Messe im Stephansdom am Stephansplatz NS-kritisch manifestiert hatten, demolieren am 8.10. etwa 100 HJler das bischöfliche Palais in Wien. Diese Kundgebung der KJler blieb bis 1945 die einzige öffentliche Protestveranstaltung. Der Widerstand, der sich in der österreichischen Bevölkerung formiert, wird hauptsächlich von den Kommunisten getragen und muss sich in tiefster Illegalität bewegen. Bereits eine Spende für die „Rote Hilfe“ (illegale Organisation, die Familien von Inhaftierten unterstützt) kann zu einer Anklage wegen „Hochverrat“ führen. Am 21.10. kann die großdeutsche Erfolgsbilanz gezogen werden, Goebbels bezeichnete die „Heimholung von zehn Millionen Deutschen“ als „Größtes Wunder der Weltgeschichte“.

Andererseits: Die österreichische Nation

Eine Entwicklung, die erst Jahrzehnte später wahrnehmbar sein wird, findet in dieser Zeit seine Ausgangsbasis. Die deutschsprachigen Menschen in Österreich hatten sich nach dem Ende der Monarchie Österreich-Ungarn im kleinen „Restösterreich“ mit Selbstverständlichkeit als der deutschen Nation zugehörig gefühlt. Die im Vergleich mit den anderen Staaten verspätete Konstituierung eines deutschen Nationalstaates (1870/71 im Zuge des Krieges gegen und des Sieges über Frankreich) hatte die deutschsprachige Minderheit in der Monarchie nicht einbezogen. Der Zerfall dieses Staates schien notwendigerweise zum „Anschluss“ an das deutsche Reich führen zu müssen.

Der nun erfolgte tatsächliche Anschluss an das Deutsche Reich brachte jedoch nicht nur den Jubel der Nazis und der anderen engagierten Deutschnationalen. In den „Mühen der Ebene“ des Zusammenlebens mit den sich gerne forsch gegen die „schlappen Ostmärker“ inszenierenden „Piefke“ forderte die Bildung eines Nationalbewusstseins, das es vor 1938 höchstens in Ansätzen, aber nicht im Massenbewusstsein gegeben hatte.

So legte Hitlerdeutschland unbeabsichtigt bis 1945 den Grundstein dafür, dass heute die überwältigende Mehrheit der Österreicherinnen eine Frage, ob man Deutscher sei, verneinend beantworten wird.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist heute relativ gut und umfassend aufgearbeitet, fehlen tut nach wie vor die Befassung mit der Vorgeschichte: Die Zeit des Klerikalfaschismus ist wegen der intensiven Beteiligung der römisch-katholischen Kirche immer noch unbewältigt. Für das Verstehen der Begeisterung der Mehrheit „Ostmärker“ über den Anschluss ist diese Beschäftigung mit der Zeit vor 1938 aber essentiell notwendig. Dollfuß und Schuschnigg waren Nazi-Geburtshelfer.

Quelle: Antifa-Info 139, Februar/März 2008


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