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Zum Gedenkjahr 2008

  • Mittwoch, 5. März 2008 @ 13:55
Geschichte Von Otto Treml

Das heurige Jahr hat für die neuere Geschichte unseres Landes eine große Bedeutung. Vor 70 Jahren, im März 1938, wurde Österreich von Hitler-Deutschland annektiert und als „Ostmark“ dem Großdeutschen Reich eingegliedert.

In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 erfolgte unter der Tarnbezeichnung „Otto“ der Einmarsch der Hitler-Truppen in Österreich und die gewaltsame Besetzung des Österreichischen Staatsgebietes. Und zum 63. Mal jähren sich der Tag der Befreiung unserer Heimat vom Hitler-Faschismus sowie die Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Steyr-Münichholz.

Beide Ereignisse sind nicht von selbst und automatisch gekommen, für die Freiheit und Unabhängigkeit mussten gewaltige Opfer gebracht werden. Wir gedenken aus diesem Anlass der Millionen Opfer, die grausam vom Hitler-Faschismus ermordet wurden.

Wir dürfen auch nicht die verbrecherische Vorgeschichte verschweigen. Es begann mit der Verfolgung der politischen Gegner, vor allem Kommunistinnen und Kommunisten, Sozialdemokraten und Christlichsoziale, führte über den Rassismus bis zum systematischen Massenmord an Juden, Roma und Sinti. Der Faschismus kam nicht über Nacht, gleichsam wie ein Naturereignis oder wie eine Naturkatastrophe, seine geistigen Wurzeln reichen weiter zurück.

Der rassische Antisemitismus führte zunächst dazu, dass in der sogenannten Reichskristallnacht, am 9. November 1938, Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt und zerstört, später dann zehntausende jüdische Mitbürger unseres Landes in Massentransporten in Konzentrationslager gebracht und die meisten von ihnen schließlich im Zuge der „Endlösung der Judenfrage“ in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern gemartert und ermordet wurden. Die nazistische Rasserverfolgung führte zur fast völligen Ausrottung der Roma und Sinti, die ebenfalls in die Konzentrationslager deportiert und dort ermordet wurden.

Die Befreiung Österreichs verdanken wir nicht allgemein den alliierten Mächten, wie dies heute gekürzt dargestellt wird, wir verdanken sie auch der mutigen Frauen und Männer des antifaschistischen Widerstandes in Österreich und in vielen anderen Ländern Europas.

Daher gedenken wir in Ehrfurcht all jener Antifaschisten und Widerstandskämpferinnen welche die Okkupation Österreichs durch Hitler-Deutschland nicht zur Kenntnis nahmen und im Untergrund für das Wiedererstehen unseres Landes, der Republik Österreich und für die Freiheit aktiv kämpften.

Auch in Steyr organisierten mutige Frauen und Männer von Anfang an eine Widerstandsbewegung gegen die übermächtige Staatsmaschinerie des deutschen Faschismus. Viele ließen dabei ihr Leben. Straßennamen in Steyr-Münichholz, wie Herta Schweiger, Karl Punzer, Bertl Konrad Hans Wagner, Willy Gruber, Otto Pensl, Fritz Derflinger, Johann Buchholzer, um nur einige zu nennen, erinnern an diese Zeit. Ihr Tod und alle ungenannten Opfer dieser grausamen Zeit sollen uns mahnen, jederzeit entschlossen für Demokratie, Frieden und Recht einzutreten.

Unser Gedenken gilt auch jenen tausenden Unbekannten aus Polen, Russland, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie jenen 4.585 Widerstandskämpfern und Deportierten, die im KZ Mauthausen und den Nebenlagern auf schreckliche Weise um das Leben kamen und im Krematorium Steyr verascht und im Urnenfriedhof namenlos beigesetzt wurden.

Konzentrationslager Steyr-Münichholz: Nur mehr das KZ-Denkmal an der Haagerstraße erinnert an das Nebenlager von Mauthausen Steyr-Münichholz, welches im März 1942 errichtet wurde. Die Belegstärke betrug 1.200 und stieg in der Endphase des Lagers im April 1945 auf 3.090 an. Zum größten Teil befanden sich russische, französische, spanische, polnische, deutsche und jugoslawische Häftlinge in diesem KZ-Lager.

Eingesetzt wurden die Häftlinge größtenteils in der Rüstungsproduktion der Steyr-Werke. Außerdem wurden sie zum Bau von Werkhallen und Straßen herangezogen und auch bei der Errichtung von Luftschutzstollen sowie beim Wohnungsbau für die Stadt Steyr.

Die Nazis hatten die Absicht ihre politischen Gegner – für die die Worte Freiheit, Demokratie, Unabhängigkeit und Menschenrechte noch etwas bedeuteten – durch Zwangsarbeit, Kälte, Hunger, Schläge und Martern aller Art umzubringen,

Am 4. Mai 1945 hat die SS-Bewachungsmannschaft das KZ-Lager Steyr- Münichholz in der Haagerstraße verlassen und am 5. Mai 1945 hat die Vorhut der US-Armee das Lager erreicht und die Häftlinge befreit.

105.000 Häftlinge wurden im Stammlager Mauthausen ermordet! Von August 1938 bis Anfang Mai 1945 sind insgesamt 205.000 Häftlinge in das Konzentrationslager Mauthausen und seine 48 Nebenlager eingewiesen worden. Davon sind 105.000 ermordet worden oder zugrunde gegangen.

Allein im Stammlager Mauthausen kamen 27.000 Menschen zu Tode. Im Schloss Hartheim, der „Euthanasie“-Anstalt der Nazis wurden an die 30.000 Frauen und Männer ermordet. Hier war ein Stück Hölle auf Erden. Hartheim ist ein Symbol der unbegreiflichsten Unmenschlichkeit.

Unsere Motivation zur Verhinderung einer globalen ökologischen Selbstvernichtung, unsere Maßnahmen gegen den stillen Krieg der Industrieländer gegen die Staaten der sogenannten Dritten Welt, unsere konkreten Taten zur Abwehr eines nuklearen Holocaust, werden ebenfalls dereinst einer geschichtlichen Nachbetrachtung standhalten müssen.

Selbst auf der politischen Ebene sind die Gefahren eines Wiederauflebens einer rechtsextremen Ideologie keinesfalls gebannt. Das heißt letztendlich, wenn wir nicht sensibel gegenüber all den genannten Dingen nicht entsprechend wachsam sind, kann dies angesichts der gesteigerten technischen Möglichkeiten und des angehäuften Vernichtungspotentials zu einem Faschismus führen, subtiler und grausamer als es der historische gewesen ist.

Unser Gedenken ist zugleich auch eine Mahnung für den Frieden. Die Opfer für unsere Freiheit dürfen nicht vergeblich gebracht worden sein. Wir, die Generation des 2. Weltkrieges und danach, tragen vor der jungen Generation eine große und schwere Verantwortung. Daher niemals vergessen das unermessliche Leid und die Schrecken des Faschismus und des Krieges.

Wir wollen gemeinsam alles tun, um den jungen Menschen das zu ersparen, was wir ertragen mussten, damit die jungen Menschen für das Leben und nicht für den Tod heranwachsen. Niemals vergessen, nie wieder Faschismus, gemeinsam gegen den Krieg!

Otto Treml, Jahrgang 1930, war von 1971-1990 KPÖ-Gemeinderat in Steyr und von 1981-1990 KPÖ-Landesobmann




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