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Schließung der Linzer Tabakfabrik wurde mit Börsegang 1997 eingeleitet

  • Freitag, 28. September 2007 @ 15:51
News „Der eigenen neoliberalen Politik muss der Schock von SPÖ-Landeschef Erich Haider über die Schließung der Linzer Tabakfabrik bis 2009 und der Vernichtung von 275 Arbeitsplätzen gelten, billige Schuldzuweisungen an die ÖVP sind nur ein billiges Ablenkungsmanöver“, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Die Weichenstellung dafür wurde nämlich bereits von der damaligen rotschwarzen Bundesregierung im Jahre 1997 mit dem Börsegang des staatlichen Unternehmens eingeleitet.

Einmal mehr bestätigt sich, dass die Privatisierung öffentlichen Eigentums letztlich zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führt, sieht sich die KPÖ-Oberösterreich bestätigt. Nach dem Börsegang und damit der Teilprivatisierung von 1997 wurden 2001 die restlichen 41,1 Prozent Staatsanteile der Austria Tabak nach einem vom ÖIAG-Aufsichtsrat in einer regelrechten Nacht- und Nebelaktion und unter strikter Geheimhaltung gefassten Beschluss an den britischen Gallaher-Konzern verkauft.

„Pünktlich“ wurden nach Ablauf einer aus taktischen Gründen gewährten Standortgarantie die Werke in Fürstenfeld (50 Beschäftigte) und Schwaz (110 Beschäftigte) zugesperrt, obwohl keines davon defizitär war. Gallaher verkaufte das Unternehmen im April 2007 an den japanische Konzern Japan Tobacco. Das Management versprach einmal mehr „den Standort Österreich zu sichern“ und „die verbleibenden österreichischen Fabriken zu stärken“. Wie sich heute zeigt, nichts als leere Worte. Nun sind die Standorte Linz und Wien mit zusammen 300 Arbeitsplätzen an der Reihe, der japanische Konzern konzentriert ganz im Sinne der Profitmaximierung die Produktion am Standort Hainburg.

Zur Privatisierung des einstigen staatlichen Vorzeigeunternehmens ruft die KPÖ eine Aussage des ehemaligen AT-Chefs Beppo Mauhart in Erinnerung, der in einem „Standard“-Interview meinte „Wir wären aber anders damit ungegangen, auch wenn am Ende dasselbe herausgekommen wäre“ und resignierend feststellte „Finanzminister Andreas Staribacher wollte die Austria Tabak nur loswerden, die SPÖ hat dem nichts entgegengesetzt.“ Damit wird deutlich, dass die Weichen für den Verkauf des „Tafelsilbers der Republik“ schon in der Regierungszeit der SPÖ gestellt wurden, nämlich mit dem auch vom Betriebsrat unterstützten Börsengang von 1997. Vom Management wurde dazu das passende Motto ”Mild im Risiko - Kräftig im Ertrag” ausgegeben.

Austria Tabak ist ein exemplarisches Beispiel, wohin der Ausverkauf öffentlichen Eigentums führt, noch dazu eines Unternehmens das jahrzehntelang als „Goldesel der Republik“ gegolten hat und dem Finanzminister Jahr für Jahr enorme Einnahmen beschert hat. Die KPÖ-Oberösterreich sieht sich auch in diesem Fall einmal mehr in ihrer grundsätzlichen Kritik an der hemmungslosen neoliberalen Privatisierungspolitik bestätigt.

Mit der Schließung der Linzer Tabakfabrik geht aber auch ein Beispiel für eine über 150jährige Industriegeschichte in der Landeshauptstadt zu Ende. Diese ist auch eng mit der Geschichte der KPÖ verbunden: In der Tabakfabrik war von 1929 bis 1944 mit Unterbrechungen der 1933 zum KPÖ-Landesobmann gewählte Schlosser Sepp Teufl (1904-1945) beschäftigt, der kurz vor Kriegsende auf ausdrücklichen Weisung von NS-Gauleiter August Eigruber im KZ Mauthausen ermordet wurde. An Teufl und die ebenfalls in Mauthausen ermordeten Kommunisten Rudolf Kühberger, Hugo Müller, Heinrich Obermayr und Anton Schmelensky erinnert eine Gedenktafel in der Tabakfabrik.


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