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Gedenkveranstaltung des KZ-Verbandes zum 12. Februar 1934

  • Freitag, 17. Februar 2006 @ 11:53
Geschichte Unter den fast 70 Gästen bei dieser Veranstaltung in der Linzer Arbeiterkammer am 17. Februar 2006 konnte der Ehrenvorsitzende des KZ-Verbandes, Rudolf Haunschmid, unter anderem auch den ehemaligen Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des Mauthausen-Komitees Helmut Edlmayr, den bekannten langjährigen sozialdemokratischen Bildungsfunktionär Max Lotteraner, Gerald Oberansmayr (Werkstatt Frieden & Solidarität) und den Sohn des im antifaschistischen Partisanenkampfes gefallenen oberösterreichischen Kommunisten Hugo Müller, Peter Müller, begrüßen.

Haunschmid stellte fest, dass auch diese Ehrung der Opfer und Kämpfer der Arbeitererhebung vom Februar 1934 ein Beleg dafür sei, dass der KZ-Verband/VdA das Erbe des Antifaschismus treu bewahrt hat. Gleichzeitig erinnerte Haunschmid an unsoziale und antidemokratische Tendenzen in der aktuellen gesellschaftlichen Situation und Politik in Österreich, mahnte vor den Aktivitäten rechtsextremer Gruppen und Parteien und rief zum gemeinsamen Widerstand der unterschiedlichen demokratischen Lager auf.

In seinem wissenschaftlichen Referat zum 12. Februar analysierte Univ. Prof. Dr. Hans Hautmann minutiös die historischen Hintergründe, die gesellschaftlichen Widersprüche und die internationalen Zusammenhänge die zur Erhebung der österreichischen Schutzbündler 1934, zu ihrer vorläufigen Niederlage und in Folge zu weitreichenden Auswirkungen auf die antifaschistischen Strategien von Sozialdemokraten und Kommunisten führten. Abschließend beantwortete Professor Hautmann die rhetorische Frage, ob uns der Februar 1934 auch heute noch etwas zu sagen hätte, klar und eindeutig:

„Ich glaube, ja. Die Geschichte ist keine Einbahnstraße, auch nicht nach dem Sieg des Weltkapitalismus über das sozialistische Staatensystem vor gut fünfzehn Jahren, sondern eine Ebbe-und-Flut-Bewegung, eine Abfolge von Siegen und Niederlagen, Defensiven und Offensiven. Die Bedeutung des 12. Februar 1934 heute, in der für die Linke so misslichen Situation, besteht darin, dass durch die Niederlage, die damals die österreichische Arbeiterbewegung erlitt, der letztliche Sieg bereits durchschimmerte. Durch diesen Kampf wurde der Welt gezeigt, dass der Faschismus und die Reaktion bei ihrem Vormarsch nicht darauf hoffen durften, überall auf Kapitulationsbereitschaft und ein resignatives Streichen der Segel zu stoßen. Denn trotz der Niederlage erfüllte sich die Erwartung der Dollfuß- und Schuschnigg-Regierung, dass breite Arbeiterschichten aus Enttäuschung und Verzweiflung in Passivität verfallen würden, nicht.

Im Gegenteil: gerade dadurch, dass die Februarereignisse bewiesen, dass es eine Alternative gegen die kampflose Kapitulation vor reaktionären Anschlägen gibt, wurde in Österreich und weit über Österreich hinaus neuer Mut in die Reihen der Arbeiterklasse getragen und ihre Entschlossenheit zur antifaschistischen Gegenwehr gestärkt. Der Februar 1934, der zu den besten revolutionär-demokratischen Traditionen des österreichischen Volkes gehört, stellt daher einen Wendepunkt in der Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung dar. Er wurde zum Vorboten des nationalrevolutionären Krieges in Spanien 1936 bis 1939 und des Kampfes der Völker gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg, der mit dessen völliger Niederlage endete.“

Einen beeindruckenden Abschluß bildeten die beiden Zeitzeuginnen, Maria Mair und Charlotte Rombach:

Maria Mair, die Tochter des ermordeten Februarkämpfers Josef Skrabal und Augenzeugin der Kämpfe in Holzleithen (Hausruck) berichtete von den damaligen Lebensumständen, von ihrem Vater, dem technischen Leiter des Holzleithner Schutzbundes, von den Diskussionen der Genossen vor der Erhebung, von den Umständen der Ermordung Skrabals durch das austrofaschistische Bundesheer und auch davon, dass sie gemeinsam mit ihrer Mutter und einer Tante weiter im antifaschistischen Widerstand aktiv war und die örtliche „Rote Hilfe“ für die Opfer und Hinterbliebenen organisieren half.

Charlotte Rombach, die Tochter des Grazer Schutzbündlers und späteren steirischen Landesobmannes der KPÖ, Heribert Hütter, wurde 1938 im sowjetischen Exil geboren. Sie berichtete von den Recherchen zu ihrem Buch „Gelebte Solidarität“ über die 130 Kinder österreichischer Schutzbündler und Februaropfer, die vom Sommer 1934 an (die meisten davon jahrelang) von der Sowjetunion Aufnahme, Pflege und Ausbildung erhielten. Außerdem erläuterte Rombach durch verschiedene dargestellte Lebensläufe, dass nicht wenige dieser Schutzbundkinder später aktiv im antifaschistischen Widerstand oder in der Roten Armee kämpften und mehrere dabei fielen.

Die Veranstaltung wurde von der Linzer Schauspielerin Alenka Maly mit Werken antifaschistischer Künstler aus Oberösterreich untermalt.

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