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Henriette Haill (1904-1996)

  • Donnerstag, 18. August 2011 @ 08:00
Biografien Die gebürtige Linzerin Henriette Haill (1904-1996), geb. Olzinger, wuchs als Tochter eines Konditors mit vier Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen am Römerberg auf. Nach dem Besuch von Volks- und Bürgerschule begann sie als Dienstmädchen und Hilfsarbeiterin in einer Waffelfabrik und einer kleinen Metall verarbeitenden Fabrik in Linz zu arbeiten. Zwischendurch absolvierte sie auch eine Schneiderlehre.

Im Jahr 1926 heiratete sie in erster Ehe Hans Kerschbaumer, der nach dem Zweiten Weltkrieg Herausgeber der „Neuen Zeit“ und KP-Gemeinderat in Linz war. Nach Ihrer Scheidung 1938 ehelichte sie noch im gleichen Jahr den Maschinenbauer und späteren Projektleiter im Bereich Stahlbau der Voest Eugen Haill, der 1984 starb. Henriette Haill hatte vier Kinder.

1939 wohnte die Familie noch am Römerberg, während des Zweiten Weltkrieges vorübergehend auf dem Pöstlingberg. In den 1950er erwarb die Familie das Haus Riesenhofstraße 4, wo die älteste Tochter heute noch lebt. Henriette Haill war eine engagierte Kommunistin. Bereits mit 18 Jahren trat sie 1922 dem Kommunistischen Jugendverband bei und wurde 1924 Mitglied der Kommunistischen Partei.

Seit ihrer Jugend war Henriette Haill literarisch tätig. Ihr Gesamtwerk umfasst 1.500 Gedichte in Mundart und Hochsprache sowie 44 Erzählungen. Anerkennung und Erfolg für ihr literarisches Werk in der Öffentlichkeit blieben ihr in der Zwischenkriegszeit nicht zuletzt aufgrund ihres Engagements für den Kommunismus verwehrt. Im letzten Kriegsjahr 1945 zog sie mit ihren Kindern zum Schutz vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins Mühlviertel. Ihre Manuskripte konnte sie verstecken.

Ein Teil ging trotzdem verloren. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte sie als Literatin eine gewisse Anerkennung in der literarischen Öffentlichkeit, die sich jedoch auf den Raum Linz-Mühlviertel beschränkte. Ab den 1960er oder 1970er Jahren (It. Angabe ihres Sohnes Peter Haill) wurde sie Mitglied der „Mühlviertler Künstlergilde“, 1972 trat sie dem Stelzhamerbund bei. (H. Haill war kein Gründungsmitglied der Mühlviertler Künstlergilde, da erst ab 1960 außer bildenden Künstlerinnen auch Literatinnen, Musikerinnen und Kunst- und Heimathistorikerinnen aufgenommen wurden).

H. Haill trat nun vermehrt in der Öffentlichkeit mit Lesungen auf und einige ihrer Gedichte und Erzählungen wurden in den Mühlviertler Heimatblättern, der Vereinszeitschrift der Mühlviertler Künstlergilde und in den Mitteilungen des Stelzhamerbundes gedruckt.

Nur drei Bücher sind von H. Haill Zeit ihres Lebens erschienen: 1946 auf Initiative von Arnolt Bronnen und Franz Kain der Gedichtband „Befreite Heimat - Kampf und Friedenslieder“ im Verlag der kommunistischen Zeitung „Neue Zeit“, der von der Öffentlichkeit unbeachtet blieb, 1991 der Erzählband „Der Vergessene Engel“ mit Kindheits- und Jugenderinnerungen in der Edition „Geschichte der Heimat“ und 1996 der Gedichtband „Straßenballade“ im Verlag Christian Thanhäuser.

Durch die Vertonung von 17 ihrer Gedichte aus dem Zyklus „Straßenballade“ durch Hans-Eckhart Wenzel im Jahr 2008 und der 2006 erschienenen Biographie von Christine Roiter „Henriette Haill - Annäherung an einen vergessenen Engel“ gelangte sie wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Quelle: Stadtarchiv Linz




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