Für eine freie, demokratische und gleichberechtigte Türkei
- Sonntag, 4. November 2007 @ 12:16
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Eine neue Qualität erreicht der Ausspruch „Lügen wie gedruckt“ in der „Kronenzeitung“: In einem Interview mit Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ) wird dieser am Nationalfeiertag 2007 von seinem Leibblatt gefragt: „Stehen den Bahnfahrern 2008 Erhöhungen ins Haus?“ Wie aus der Pistole geschossen Faymanns Antwort: „Nein“ – um zwei Sätze später zu ergänzen: „Einzig dem Verbraucherindex müssen die Karten angepasst werden, dies wird im Dezember 2007 mit dem Fahrplanwechsel um 2,5 Prozent passieren“. Eine „Indexanpassung“ von 2,5 Prozent ist also für den Minister keine Preiserhöhung. Deutlicher kann die Entfremdung vom gewöhnlichen Volk kaum demonstriert werden.
"Aber alles zu seiner Zeit und am richtigen Platz" meint Peter Pelinka zur Forderung nach einer Volksabstimmung über den EU-Vertrag. Dass 1978 über Zwentendorf abgestimmt wurde, war keineswegs "politisch logisch", sondern Kreiskys Taktik, der auch mit dem unerwarteten Ergebnis richtig umzugehen wusste. Dass 1994 (und nicht 1986, wie Pelinka schreibt) über den EU-Beitritt abgestimmt wurde, war schon etwas zwingender logisch. Das war´s dann aber auch schon: Ganze zweimal wurde in der Geschichte der 2. Republik das Volk befragt, von einem Übermass am Gebrauch des verfassungsmäßig verankerten Instruments Volksabstimmung kann also wohl nicht die Rede sein.
Conrad Seidls Feststellung "Man lässt die Dinge herankommen und nennt sie neutralitätskonform, dann schmecken sie gleich besser" kennzeichnet treffend die Verlogenheit der Nationalfeiertagsreden von Gusenbauer, Molterer, Darabos und Co. Offiziell wird die Neutralität nicht abgeschafft. Wer selbiges verlangt wie der ÖVP-"Vordenker" Drexler wird umgehend zurückgepfiffen. Man setzt vielmehr solange auf Aushöhlung und Zersetzung bis von der Substanz nichts mehr übrigbleibt.
„Kann Neutralität ein Sicherheitskonzept für Europa sein?“ – unter dieser Fragestellung fand am 27. Oktober 2007 im Linzer Volkshaus Ferdinand-Markl-Straße ein von der KPÖ und der Europäischen Linkspartei organisiertes internationales Symposium statt, das sich als äußerst fruchtbar erwies. Die Aktualität der Veranstaltung ergab sich aus dem wenige Tage vorher von den EU-Regierungschefs beschlossenen „EU-Reform-Vertrag“, der – wie viele Beiträge nachwiesen – im Wesentlichen dem durch die Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheiterten „Verfassungsvertrag“ entspricht.