Selbstbeschädigung des politischen Systems
- Montag, 26. April 2010 @ 08:00
Die Bundespräsidentenwahl 2010 ist geschlagen. Wenig überraschend, dass Amtsinhaber Heinz Fischer mit 79 Prozent bestätigt wurde.Auch wenn es statt der von Parteichef Strache vorgegebenen 35 nur gut 15 Prozent für die FP-Kandidatin Rosenkranz geworden sind – es sind 15 Prozent zu viel. Ebenso die fünf Prozent für den reaktionären Christenchef Gehring, der mehr als erwartet im rechtskatholischen ÖVP-Potential fischen konnte und in Vorarlberg sogar besser abschnitt als Rosenkranz.






Den Anfang machte die Linzer ÖVP im März 2010 mit einer „Frühlingsbeginn ohne Liebesgöttin: Aphrodite zurück auf den Bauernberg!“ getitelten Presseaussendung. Dafür machte sich der auch sonst für rechtspopulistische Austritte bekannte ÖVP-Gemeinderat Franz Hofer stark, der sogar eine Klage androhte, damit die Aphrodite-Statue – ein Geschenk Hitlers an die Stadt Linz – wieder aufgestellt wird. 
Vor 65 Jahren konstituierte sich die erste, Provisorische Regierung der Zweiten Republik im von der Roten Armee befreiten Wien. Die Vertreibung der Nazibesatzung, der SS-Truppen und ihrer Helfer allein aus Wien und Umgebung kostete an die 30.000 Rotarmisten das Leben.
Mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grüne und KPÖ und bei Stimmenthaltung von FPÖ und BZÖ beschloß der Linzer Gemeinderat am 22. April 2010 eine Resolution an die Bundesregierung betreffend das NS-Verbotsgesetz.
KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn zur Stadtwache bei der Gemeinderatssitzung am 22.4.2010
KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn zum FPÖ-Antrag für ein Bettelverbot bei der Gemeinderatssitzung am 22.4.2010