Der Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrags gibt Anlass zu Betrachtungen, die für die aktuellen politischen Auseinandersetzungen um den Weg, den Österreich seit einiger Zeit und gegenwärtig beschreitet, von Bedeutung sind.
Am 5. Mai 1945 wurde Linz von den vom Westen rasch vorrückenden Einheiten der Dritten US-Armee vom NS-Regime befreit. Aufgrund der Vorsprache von Ernst Koref und seinen politischen Freunden am 5. Mai bei den vorläufigen Stadtkommandanten der amerikanischen Armee kam es jedoch erst am 8. Mai zur Beauftragung des Stadtoberhauptes von Linz, indem der Nazi-Oberbürgermeister Franz Langoth durch Ernst Koref abgelöst wurde.
Am 5. Mai 1945 um 10 Uhr vormittags erschütterten mehrere heftige Detonationen die Ennsleite in Steyr. Wo heute die Otto-Glöckel-Schule steht, sprengten die deutschen Truppen ihre letzten Geschütze. Bewaffnete Arbeitergruppen, Kommunisten und Sozialisten entwaffneten die letzten Teile der Hitler-Wehrmacht.
Die KPÖ war aktiv beim Wiederaufbau in den Gemeinden
Völlig anders als in der 1. Republik – wo die KPÖ nur in Steyr und Stadl-Paura Gemeinderäte hatte – stellte sich die Situation für die Partei nach der Befreiung vom Faschismus im Jahre 1945 dar. Auf der lokalen Ebene waren die KommunistInnen zwar regional unterschiedlich aber auch in Oberösterreich vor allem in den Industrieregionen eine starke Kraft.
Die Befreiung Österreichs vom Faschismus erfolgte nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Armeen der vier Alliierten. Den größten Anteil an der Befreiung hatte die Sowjetarmee, die auf österreichischem Boden 26.000 Soldaten, davon 18.000 allein bei der Befreiung von Wien verlor.
Für die KPÖ war das Jahr 1945 nicht die „Stunde Null”, sondern das Jahr der Befreiung vom Faschismus. Die KPÖ hatte historische Weitsicht bewiesen, indem sie sich im März 1938 als einzige Partei in einer Erklärung gegen den „Anschluss” ausgesprochen und das Wiedererstehen eines eigenständigen Österreich zum obersten Ziel ihres Kampfes gemacht hatte.
Am 20. Mai 1944 besuchte er zusammen mit seiner Tochter eine Aufführung von Verdis "Requiem" im neuen Dom zu Linz. Im September 1944 wurde er verhaftet und am 29. April 1945 fünf Minuten vor der Morgenröte der Freiheit, wurde er auf ausdrücklichen Befehl des Gauleiters Eigruber im Konzentrationslager Mauthausen ermordet. Zwischen diesen Ereignissen stand er einmal vor dem Radioapparat und lauschte andächtig einer Beethoven-Sonate.
Die Bezeichnung „Welser Gruppe“ stammt von der Geheimen Staatspolizei. Die Gestapo berichtet im September 1944 über den „Stand der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs, Gebiet Oberdonau“, „daß in dieser Organisation 158 Männer und Frauen tätig gewesen waren und verhaftet worden waren.“
Im April jähren sich die Befreiung Österreichs vom Faschismus und die Gründung der Zweiten Republik. Ende März 1945 erreichten sowjetische Truppen österreichischen Boden, am 13. April wurde Wien nach einem opferreichen Kampf von der Roten Armee befreit.