KPÖ hat den eigenen Beitrag ernst genommen
- Montag, 12. März 2018 @ 20:00
Wir gedenken heute am 80. Jahrestag des „Anschlusses“ im Besonderen des Welser Widerstandes und der Frauen und Männer, die durch das NS-Terrorregime ermordet wurden. Sie stehen stellvertretend für die Millionen Opfer und vor allem für den vielfach ausgeblendeten bewussten politischen Widerstand.





Rede von KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner bei der Kundgebung der KPÖ am 12.3.2018 beim Denkmal für ermordete Widerstandskämpfer_innen in Linz-Schörgenhub
Nach dem 1. Weltkrieg hatte es auch in Österreich kurzzeitig eine revolutionäre Phase gegeben. Feudalismus und Monarchie gingen endgültig unter, das Bürgertum gestand in Angst vor weiterreichenden Veränderungen der Arbeiterbewegung eine Menge Dinge zu, deren Beseitigung auch heute noch der Bourgeoisie Arbeit bereitet. Z. B. wurde der damals durchgesetzte Achtstunden-Regelarbeitstag erst 2007 wieder außer Kraft gesetzt. Aber bald gelangten damals die bürgerlichkonservativen Kräfte wieder an die Macht zurück, Wien blieb rot, der Rest war wieder schwarz.
Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Sepp Teufl (1904 – 1945)
Manfred Mugrauer (Alfred Klahr Gesellschaft) zum 80. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme
Das Gedenken an den Februaraufstand von 1934 als letzten verzweifelten Versuch der Arbeiter_innenbewegung die Demokratie zu retten hat angesichts der autoritären Aspekte von Programm und Praxis der schwarz-blauen Koalition höchst aktuelle Bedeutung, erklärt KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner zum Jahrestag der Februarereignisse. Die Durchsetzung von Parlament, Regierung und Staatsapparat mit deutschnationalen Burschenschaftern, die Ausweitung von Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung, die Aufrüstung von Bundesheer und Polizei, die Bestrebungen Gesetzesverschärfungen auf Zuruf von Facebook-Pöblern zu vollziehen, die Beschränkung des Demonstrationsrechts und die Bestrebungen zur Ausschaltung der Arbeiterkammern als wichtigste Interessenvertretung der Lohnabhängigen verdeutlichen den verstärkten Trend zu einer autoritären Politik.
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler – so wie in den Jahren davor schon Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher – diese wurden allerdings bald wieder abgesetzt. Die Übertragung der Regierungsgeschäfte an Hitler aber sollte ungleich folgenschwerer sein – für Deutschland, aber auch für die ganze Welt.