An ihren Runen kann man sie erkennen
- Dienstag, 20. Januar 2009 @ 15:33
Die Rede ist von den Ewiggestrigen braunen Couleurs. Stirbt ein „Ehemaliger“ dann ist ihm ein Nachruf sicher, auf dem anstelle anderer Isignien wie etwa einem Kreuz oder einem schlichten „gestorben“ eine altgermanische Todesrune (siehe Bild links) verwendet wird. Auch im selbsternannten „Landeshauptblatt“ namens OÖN findet man nichts dabei, solche Nachrufe abzudrucken, handelt es sich doch um einen durchwegs finanzkräftigen und offenbar gar nicht so kleinen Kundenkreis, jedenfalls wurden bislang alle Proteste von dieser in der NS-Zeit üblichen Praxis Abstand zu nehmen schlichtweg ignoriert.




Nach einem Angriff von Faschisten auf ein Rock-Konzert der KJÖ im Oktober und der Eröffnung eines Ladens der Marke "Thor Steinar", die unter Neonazis Kultstatus genießt, versucht die rechte Szene immer dreister in Braunau am Inn Fuß zu fassen: für den 18. März 2009 wurde von dieser Seite nun eine Kundgebung in der Stadt angekündigt.
Wie in den letzten Tagen durch Medienberichte bekannt wurde, ist in Braunau vor wenigen Wochen ein Geschäftslokal der Marke „Thor Steinar“ eröffnet worden. „Thor Steinar“ gilt als Kultmarke in der Nazi-Szene. Die dort vertriebene „Mode“ knüpft an germanisch-völkische Symbolik an und lässt Deutungsmöglichkeiten bezüglich nationalsozialistischer Ideologie zu.
Herbst 2008: Die wiedererstarkte extreme Rechte (FPÖ und BZÖ) erhält bei der Nationalratswahl knapp 30 Prozent der Stimmen; nach dem Tod Jörg Haiders erfolgt von Seiten politischer RepräsentantInnen und der politischen Mitte die Stilisierung eines international als rechtsextrem angesehenen Kopfes des BZÖ zum väterlichen Volkshelden und Märtyrer und trotz besseren Wissens zum anerkannten politischen Gegner; linke Strukturen (Wien und Wels) und Konzertveranstaltungen (Braunau) werden wieder vermehrt zum Ziel rechtsextremer Angriffe; das Mitglied der schlagenden und vom DÖW als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft „Olympia“, Martin Graf, wird zum dritten Nationalratspräsidenten gewählt; führende Köpfe des Bundes Freier Jugend werden vom Vorwurf der NS-Wiederbetätigung freigesprochen.
Nicht weniger als elf der 34 FPÖ-Abgeordneten kommen aus dem Stall der deutschnationalen „schlagenden“ Burschenschaften. Allesamt sind sie natürlich sonorige „Alte Herren“ die sich demokratisch geläutert präsentieren und ihren politischen Background tunlichst verbergen. Die Kandidatur des FPÖ-Abgeordneten Martin Graf als Dritter Nationalratspräsident hat aber schlagartig die hemmungslose Verfilzung von FPÖ und Burschenschaften und damit dem ganzen rechtsextremen Dunstkreis sichtbar gemacht.
Rechtsextremismus unter türkischen MigrantIinnen. Von Thomas Schmidinger