Die große Hit(ler)parade
- Montag, 30. März 2009 @ 18:50
Rechtsextreme Musik ist mittlerweile das wichtigste Nachwuchs-Rekrutierungsmittel der braunen Banden. Von Thomas RammerstorferDie ersten Nazi-Bands entstanden im England der frühen 80er im Skinheadmilieu. Federführend war Ian Stuart Donaldson, der mit seiner ursprünglich unpolitischen Band „Skrewdriver“ zum ersten Star der Rechtsrockszene avancierte. Skrewdriver plärrten an gegen Migration, Homosexuelle und das für sie omnipräsente Wahnsystem einer „jüdischen Weltverschwörung“. In seinem „Blood and Honour“ – Netzwerk organisierte er bald dutzende gleichgesinnte Musiker, Produzenten und Labelbetreiber.





Mit einem gemeinsamen Antrag von Grünen und SPÖ wurde der Linzer Gemeinderat am 12. März 2009 mit dem schon Ende 2008 für den 1. Mai 2009 in Linz angekündigten „Arbeitermarsch“ der rechtsextremen Nationalen Volkspartei (NVP) befasst. Die Erklärung des Gemeinderats „Ablehnung demokratie- und fremdenfeindlicher sowie rechtsextremer Tendenzen und Entwicklungen“ im Wortlaut:
Der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Österreichs, Willi Mernyi, und der Sprecher des OÖ Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Robert Eiter, haben gemeinsam einen „Offenen Brief“ an LH Pühringer und Bürgermeister Dobusch im Zusammenhang mit einem Festkommers der Burschenschaft Arminia Czernowitz am 7. März 2009 in den Linzer Redoutensälen gerichtet. Wörtlich heißt es darin:
Mit der Schändung der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen durch einen meterlangen Schriftzug „WAS UNSEREN VÄTERN DER JUD IST FÜR UNS DIE MOSLEMBRUT SEID AUF DER HUT! 3. WELTKRIEG - 8. KREUZZUG“ wurde die beschwichtigende Haltung der offiziellen Landespolitik wieder einmal von der Realität rechtsextremer Umtriebe eingeholt. Nicht vergessen ist in diesem Zusammenhang, dass Mauthausen 2006 international in die Schlagzeilen geriet, nachdem bekannt wurde, dass Fans des Fanklubs „Braunauer Bulldogs“ dort mit Hitlergruß posiert und die Bilder dann ins Netz gestellt hatten.
Nachstehendes Maßnahmenpaket zur wirksamen Bekämpfung des Rechtsextremismus in Oberösterreich legte das OÖ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus bei der Sitzung des Landessicherheitsrates am 11. Februar 2009 vor.
Bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2009 informierte die Linzer Plattform gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai 2009 die Medien. Der im Dezember 2008 als Reaktion auf einen im Internet von der Nationalen Volkspartei (NVP) angekündigten „Arbeitermarsch“ am 1. Mai in Linz gehören mittlerweile 50 politische, migrantische Gruppen und Kulturvereine an. Gefordert wird vor allem eine klare Stellungnahme der Stadt Linz gegen die angekündigten rechtsextremen Umtriebe.
Die Rede ist von den Ewiggestrigen braunen Couleurs. Stirbt ein „Ehemaliger“ dann ist ihm ein Nachruf sicher, auf dem anstelle anderer Isignien wie etwa einem Kreuz oder einem schlichten „gestorben“ eine altgermanische Todesrune (siehe Bild links) verwendet wird. Auch im selbsternannten „Landeshauptblatt“ namens OÖN findet man nichts dabei, solche Nachrufe abzudrucken, handelt es sich doch um einen durchwegs finanzkräftigen und offenbar gar nicht so kleinen Kundenkreis, jedenfalls wurden bislang alle Proteste von dieser in der NS-Zeit üblichen Praxis Abstand zu nehmen schlichtweg ignoriert.