Regional-Stadtbahn: Kritik am Politik-Prestigeprojekt

Dienstag, 18. November 2025 @ 17:40

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz von Landes- und Stadtpolitikspitze zur Projektausstellung der Regional-Stadtbahn (RSB) erneuert die KPÖ Linz ihre grundsätzliche Kritik an dem überdimensionierten und kostenintensiven Prestigevorhaben.

Gemeinderat Michael Roth-Schmida erklärt dazu: „Während das Projekt erneut medial inszeniert wird, bleiben zentrale Probleme ungelöst – und die versprochenen Vorteile sind bei weitem nicht so groß, wie immer wieder behauptet wird. Bis heute fehlt zudem eine umfassende, transparente Kosten-Nutzen-Rechnung für das Gesamtprojekt, wie sie auch der Landesrechnungshof eingefordert hat.“ * „Die Mobilitätswende beginnt nicht mit großen Prestigeprojekten, sondern mit alltagstauglichen Maßnahmen für die Menschen, die jetzt auf funktionierenden öffentlichen Verkehr angewiesen sind – für Pendler:innen ebenso wie für die Linzer Bevölkerung. Dazu gehören bessere und barrierefreie Umsteigepunkte, engere Takte, kürzere Linienwege, attraktivere Verkehrsmittel und echte Verbesserungen im täglichen Betrieb“, betont der Linzer Gemeinderat weiter.

Die KPÖ kritisiert zahlreiche ungelöste Probleme im Zusammenhang mit der RSB – darunter problematische Trassenführungen, massive Eingriffe in ein Naherholungsgebiet, ein teurer Wendebahnhof in Urfahr sowie kostspielige und unattraktive unterirdische Haltestellen. Hinzu kommen der fehlende Güterverkehr, offene Fragen zur Zukunft der Mühlkreisbahn und eine unzureichende Erschließung wichtiger Bereiche wie des Industrie- und Hafenareals. Zudem sind Verschlechterungen für die Radverbindungen im Bereich Urfahr-Ost zu erwarten.

Aus Sicht der KPÖ sollte daher das RSB-Projekt – vor allem die S7 – kritisch überprüft werden: Die hohen Kosten stehen in keinem Verhältnis zum geringen verkehrlichen Nutzen, die Eingriffe in Natur- und Landschaftsräume sind erheblich, und viele Kritikpunkte bleiben unbeantwortet. Vorrang sollte die Verbesserung des bestehenden Netzes haben, bevor neue Milliardenprojekte gestartet werden. Zusätzlich sollten kostengünstige Alternativen wie ein Bus-Rapid-Transit-System mit Doppelgelenk-Elektrobussen – etwa auf der Autobahn zwischen Linz und Gallneukirchen – ernsthaft geprüft werden.

Die KPÖ Linz steht daher zu ihrer Entscheidung, als einzige Partei die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stadt Linz und Land Oberösterreich zur Regional-Stadtbahn sowie zur Buslinie 48 im Linzer Gemeinderat nicht zugestimmt zu haben. **

* Siehe dazu auch Anfrage "Regionalstadtbahn Linz und neue Buslinien" https://ooe.kpoe.at/article.php/20240516152650665 und die Nicht-Beantwortung durch die zuständige Stadtpolitik

** Statement bei der GR-Sitzung https://ooe.kpoe.at/article.php/20240322055853649


KPÖ Oberösterreich - Regional-Stadtbahn: Kritik am Politik-Prestigeprojekt
https://ooe.kpoe.at/article.php/20251118174020115