KPÖ Wels fordert ein Sofortprogramm Hortpersonal

Dienstag, 7. Juli 2026 @ 19:15

Am Samstag beginnen die Sommerferien. In vielen Welser Familien wird diese Woche gerechnet und organisiert: Wer nimmt wann Urlaub? Wer schaut auf die Kinder, wenn beide Eltern im Schichtdienst stehen? Alleinerziehende trifft es am härtesten. „Bildung in Wels: Tut die Stadt genug für ihre Zukunft?“, fragten die OÖNachrichten am 3. Juli. Die Antwort steht im Rechnungsabschluss 2025.

In der Gemeinderatssitzung vom 6. Juli wurde vorgerechnet: Die Stadt hat 2025 bei den städtischen Horten rund eine Million Euro eingespart, ein Drittel des gesamten Hortbudgets, überwiegend durch nicht nachbesetzte Stellen. Dargelegt hat das Gemeinderat Markus Faber (Grüne); die Zahlen blieben in der Sitzung von keiner Fraktion bestritten. Der Hort Pernau: geschlossen. Der Hort Wimpassing, der größte der Stadt: seit zweieinhalb Jahren fast alle Gruppen nur doppelt besetzt statt dreifach, wie von der Bildungsdirektion empfohlen; teils führen Assistenzkräfte die Gruppen. Und während die Stadt auf karriere.at aktuell Personal für Tiefbau, Recht und Controlling sucht, sind offene Hort-Stellen dort nicht zu finden. Ausgeschrieben werden sie nur auf der eigenen Website.

Zugleich wirbt die Stadt öffentlich mit einem operativen Überschuss von 24,7 Millionen Euro. Unterm Strich bleiben 0,7 Millionen. Das sagt nicht die KPÖ, das sagt Bürgermeister Andreas Rabl selbst, im Schlusswort derselben Sitzung: „Es war ein Überschuss von 0,7 Millionen Euro, der zum Schluss übrig geblieben ist.“ Von Millionenüberschüssen könne daher keine Rede sein, so Rabl.

Dieselbe Sitzung, die die Hort-Million bestätigte, beschloss den Ankauf eines rund 8.000 Quadratmeter großen Grundstücks für etwa 400 Parkplätze bei der Messe. Die Rücklagen der Stadt: 90,5 Millionen Euro. Das Geld ist da. Für Parkplätze, nicht für Hortplätze.

„Am Freitag feiert der Bürgermeister die Eröffnung seines ‚Jahrhundertprojekts‘ Volksgarten, am Samstag beginnen die Ferien. Und viele Welser Eltern wissen nicht, wer auf ihre Kinder schaut. Ein Park ist schön. Aber ein Park betreut kein Kind“, sagt KPÖ-Bezirksvorsitzender Maximilian Friedl.

Die KPÖ Wels fordert ein Sofortprogramm Hortpersonal:
- Nachbesetzungsgarantie: Jede freiwerdende Hort-Stelle wird ausgeschrieben und nachbesetzt. Das Einsparen durch Nicht-Nachbesetzen endet.
- Wiedereröffnung des Horts Pernau zum Schulstart im Herbst 2026.
- Personaloffensive: Hort-Stellen auf allen gängigen Jobportalen und in sozialen Medien ausschreiben statt nur auf wels.gv.at. Wer wirklich Hortpersonal sucht, inseriert dort, wo Menschen Jobs suchen. Für Tiefbau, Recht und Controlling macht die Stadt das längst.

„Die Stadt hat 90 Millionen auf der hohen Kante und spart bei den Horten eine Million ein. Das ist keine Notlage, das ist eine Entscheidung. Und sie geht auf Kosten der Kinder und derer, die jeden Tag arbeiten gehen“, so Friedl.


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