Mittwoch, 18. Februar 2026 @ 08:45
Als Teilerfolg der Resolution kann gewertet werden, dass auch die ÖBB selbst erkennen, dass das Angebot auf der Strecke zwischen Graz und Linz ausbaufähig ist. Dies zeigt sich darin, dass sie in ihrem Antwortschreiben wieder zusätzliche IC-Zugpaare in Aussicht stellen – so, wie sie ursprünglich bereits im InterRegio-Konzept von 2024 vorgesehen waren. Allerdings steht dies unter dem Vorbehalt, dass der Bund die Finanzierung dieser Leistungen übernimmt.
Die ÖBB müssen sich außerdem entscheiden, ob sie Regional- oder Fernverkehrszüge anbieten wollen. Einen InterRegio als Fernverkehrsgattung zu bezeichnen und gleichzeitig mit Nahverkehrszügen und zusätzlichen Halten in der Region zu bedienen, passt nicht zusammen.
Kritisch sieht Roth-Schmida auch, dass schnelle Fernverkehrszüge aufgrund infrastruktureller Gegebenheiten im Jahr 2026 – trotz intensiver Bauarbeiten und Investitionen auf der Strecke – nicht merklich schneller unterwegs sein können als ein InterRegio mit mehr Halten. Bereits vor 20 Jahren waren die IC-Züge zwischen Linz und Graz um rund 20 Minuten schneller als der heute schnellste Zug.
Roth-Schmida abschließend: „Wir hoffen, dass die angekündigten Angebotsverbesserungen bald umgesetzt werden, denn die derzeitige Situation ist nicht tragbar. Das österreichische Bahnnetz braucht nicht nur einige wenige Parade-Hochgeschwindigkeitsstrecken mit großzügigem Angebot, sondern flächendeckende Verbesserungen. ÖBB und Politik planen derzeit viel zu oft an den Bedürfnissen der Fahrgäste und der Bevölkerung vorbei.“