Dienstag, 3. Februar 2026 @ 09:57
In vielen Landgemeinden ist der Leerstand ein Problem, doch dieses Problem wird leider zu selten angegangen, da es sich meist für Investoren oder Gemeinden finanziell nicht rentiert. Mit der zunehmenden Bodenversiegelung wäre es jedoch sinnvoll, das Thema Leerstand neu zu denken und vom veralteten Streben von Neubau und Versiegelung wegzugehen. Offizielle Zahlen sind schwer zu bekommen, da die Gemeinden keine genauen Zahlen haben, dadurch sind Statistiken von Bundesebene mit Vorsicht zu genießen, da diese vieles nicht berücksichtigen. Ohne Meldung heißt zum Beispiel nicht, dass diese Wohneinheit sofort beziehbar ist, geschweige denn sich in einem bewohnbaren Zustand befindet. Oft handelt es sich auch um größere Häuser, welche zwar mehrere Einheiten beinhalten, aber faktisch nicht zu trennen sind, sprich größere Bauernhöfe, wo die Familie nicht will, dass eine weitere einzieht. Also stellt sich die Frage, wie diese Zahlen tatsächlich zu lesen und einzuschätzen sind. Nichtsdestotrotz kennt jeder in seiner näheren Umgebung leerstehende Gebäude, in manchen Regionen mehr, und in anderen weniger.
Interessant wird es, wenn man Prognosen der Bevölkerungsentwicklung mit einbezieht. Abwanderung oder altersbedingtes Ableben, da ähneln sich die Gemeinde doch sehr. Die meisten über 65-jährigen wohnen noch allein in den eigenen 4-Wänden, generell macht diese Gruppe fast 20% aus. Viele der Gemeinden sprechen selbst von einem Rückgang der Hauptwohnsitze bis zum Jahr 2050 um knapp 5%. Makaber gesagt werden diese Wohneinheiten auf kurz oder lang frei werden und stehen dann wieder zur Verfügung, ob diese dann von den Erben selbst bezogen werden oder zur Vermietung/Verkauf stehen, sei dann dahingestellt. Wenn man da noch die Geburtenrate von etwa 1,31 Kindern pro Frau im Jahre 2024 im Kopf behält, wird es darauf hinauslaufen, dass mehr vererbt wird als bezogen werden kann.
Doch anstatt sich darauf vorzubereiten und jetzt schon die Weichen in Richtung Neu-Nutzung zu stellen, wird an dem veralteten Gedanken festzuhalten, nur mit noch mehr „Wachstum“ könne man dem Ganzen entgegenwirken, sprich: Neue Baugründe erschließen bzw. neue Wohnblöcke zu errichten. Die Gemeinden selbst sind finanziell darauf angewiesen, neue Bauflächen zu erschließen, da diese eine der Haupteinnahmen der Gemeinden darstellt. Daher wäre die prekäre Lage der Gemeindefinanzen im ganzen Land wieder ein großes und wichtiges Thema, welchen anzupacken wäre. Die KPÖ hat in der Vergangenheit schon darauf hingewiesen.
Kurz, obwohl immer weniger Hauptwohnsitze gemeldet sind, und dadurch immer mehr bewohnbarer Wohnraum frei wird, werden neue Wohnblöcke hochgezogen und noch mehr freien Wohnraum auf den Markt geschmissen, um dann zu hoffen, dass sich irgendwo Bewohner auftreiben lassen.
Es muss andere Anreize geben, sei es Bildungs- und Freizeitangebote, Altersvorsorge und Verkehrsanbindung, Generationenübergreifender Raum, Nähe zur Arbeit, usw…