KPÖ fordert Umbenennung der Linzer Dinghoferstraße

Dienstag, 11. November 2025 @ 05:19

Die Causa Franz Dinghofer rückt erneut in den Mittelpunkt der Debatte über den Umgang mit ehemaligen Nationalsozialisten, die von der FPÖ weiterhin geehrt werden. Anlass ist das heute, am 11. November 2025, von FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz im Parlament veranstaltete Dinghofer-Symposium.

Dinghofer (1873–1956) war Deutschnationaler, Bürgermeister von Linz (1907–1918), bekennender Antisemit, Arisierungsprofiteur und seit 1940 Mitglied der NSDAP. Parlamentsparteien ÖVP, SPÖ, Grüne, NEOS sowie zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen verurteilten die Abhaltung des Symposiums im Hohen Haus scharf.

Bereits 2019 beantragten die Linzer KPÖ und die Grüne Gemeinderatsfraktion, die Verstrickung Franz Dinghofers in den Nationalsozialismus wissenschaftlich aufzuarbeiten und die betreffenden Straßennamen historisch zu kontextualisieren. In der Folge erstellte eine Historikerkommission eine umfassende Dokumentation über belastete Straßennamen, die 2022 präsentiert wurde.
Daraufhin wurden vier Straßen umbenannt. Dinghofer wurde der Kategorie „antisemitisches und nationalsozialistisches Gedankengut nachgewiesen“ zugeordnet – dennoch trägt die Dinghoferstraße bis heute seinen Namen. Die KPÖ-Fraktion fordert daher Bürgermeister Dietmar Prammer auf, die Umbenennung der Dinghoferstraße einzuleiten.

Fraktionsvorsitzende Gerlinde Grünn: „Würdige Linzer Persönlichkeiten, die eine Straßenbenennung verdienen, gibt es genug. Es ist höchste Zeit, mutige Frauen statt Nazis zu ehren!“


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