Stillstand statt Verkehrswende: In Linz geht nichts weiter

Donnerstag, 3. Juli 2025 @ 18:18

Trotz vollmundiger Ankündigungen und beschlossener Konzepte wie dem Masterplan Gehen gibt es in Linz kaum Fortschritte bei der Verkehrswende. Zwei aktuelle Beispiele aus dem heutigen Gemeinderat zeigen deutlich, wie notwendige Verbesserungen für Sicherheit, Lebensqualität und Klimaschutz blockiert oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Verkehrsberuhigung in der Inneren Stadt – verschleppt seit Jahren

Schon 2021 wurde – nach einem tödlichen Verkehrsunfall in der Humboldtstraße – einstimmig ein SPÖ-Antrag beschlossen, der verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Innenstadt und angrenzenden Vierteln forderte. Doch seither ist kaum etwas passiert. Wichtige Unterlagen aus dem gestarteten Bürgerbeteiligungsprozess sind „verschwunden“. Der aktuelle Verkehrsreferent verweist auf das Innenstadtkonzept oder den Bau der Westring-Autobahn durch Linz. Die Folge: In den am stärksten belasteten Bereichen wie der Dametzstraße, Humboldtstraße, Dinghoferstraße oder Kaisergasse gibt es keine spürbare Entlastung für die Bevölkerung. Statt mutiger Schritte hin zu mehr Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Umweltschutz herrscht politisches Zögern – auf Kosten der Anrainer:innen und der sanften Mobilität. Gemeinderat Michael Roth-Schmida: „Es ist schon ziemlich paradox – und zugleich sehr aufschlussreich –, wenn die SPÖ heute einem Antrag nicht mehr zustimmt, den sie selbst vor vier Jahren eingebracht hat!"

Neugestaltung Rudigierstraße – Chance ungenutzt

Auch ein aktueller Antrag der KPÖ zur Verbesserung der Situation bei der Bushaltestelle „Mariendom“ wurde nach Zuweisung zum Ausschuss nun im Gemeinderat abgelehnt. Dabei hätte sich mit dem laufenden Bauvorhaben der Barmherzigen Brüder eine ideale Gelegenheit geboten, den Straßenraum sinnvoller zu gestalten: Eine Kaphaltestelle mit Pulkführerschaft, verbreiterte Gehsteige und Haltestelle, mehr Platz für Fußgänger:innen, ein verbessertes Angebot für den öffentlichen Verkehr und sogar eine Linksabbiegespur für den Kfz-Verkehr – eine Lösung, von der alle profitieren würden. Doch statt diese Win-Win-Maßnahme umzusetzen, wird der Status quo zementiert.

Fazit: Linz bleibt Autostadt

„Diese beiden Fälle stehen exemplarisch für eine veraltete verkehrspolitische Haltung in der Linzer Planung und Politik. Notwendige Veränderungen werden nach wie vor aufgeschoben oder ganz verhindert“, so Gemeinderat Michael Roth-Schmida. „Statt mutiger, nachhaltiger Stadtentwicklung gibt es Ausreden und Stillstand – zum Nachteil der Bevölkerung. Wer ernsthaft eine lebenswertere Stadt will, muss endlich handeln: für sichere Wege, bessere Luft und echte Alternativen zum Autoverkehr.“


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