Donnerstag, 12. Dezember 2024 @ 12:52
Für die Gemeinderatssitzung am 12.12.2024 hat KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn eine Anfrage an Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) zum Thema „Sommerbetreuung für Kinder“ eingebracht. Der Wortlaut der Anfrage: Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin,
Im vergangenen Sommer wurde in den Medien gehäuft berichtet, dass die Sommerferien für viele Eltern eine enorme Herausforderung bzgl. der Betreuung ihrer Kinder darstellen. Laut der vom ÖGB zitierten AK-
Schulkostenstudie 2024 empfinden 19% der Elternteile die Sommerferien als große Herausforderung, weitere 39% beschreiben sie als „ziemlich belastend“. Die Betreuung der Kinder wird mehrheitlich privat gestemmt. Nicht alle Familien haben ausreichend Unterstützung im privaten Umfeld, um die lange Zeit der Sommerferien ohne kostenpflichtige externe Betreuung abdecken zu können. Werden externe Betreuungsangebote in Anspruch genommen, sind diese oft nicht kostengünstig. Die Linzer Aktivtage bieten zwar ein breites Programm, teilweise zu einem erschwinglichen Preis, teilweise liegen auch hier die Kosten für die Betreuung für eine Ferienwoche bei über 600 Euro. Kostenfreie Sommerbetreuung bietet aber nicht nur Entlastung für Familien, sondern ist auch ein wesentlicher Hebel für die Integration und Inklusion von Kindern aus Familien mit nicht deutscher
Muttersprache sowie ein wichtiger Hebel für die Förderung einer guten Bildung für alle Kinder.
Durch kostenfreie Betreuungs- und Förderungsangebote während der Sommerferien, eine entsprechend flächendeckende Information an alle Familien in Linz sowie durch Unterstützung bei Anmeldung und
Realisierung der externen Betreuung können auch materiell schlechter gestellte Familien mit schlechten Deutschkenntnissen ihre Kinder in eine externe Betreuung geben und sowohl die Kinder als auch die Eltern davon enorm profitieren. Vor diesem Hintergrund halte ich es für wichtig, dass die Stadt Linz einen Fokus auf die Bereitstellung
kostenfreier und nach Einkommen-gestaffelter Angebote legt. Zudem soll sichergestellt werden, dass alle gesellschaftlichen Gruppen Zugang zu diesem Angebot haben.
Ich stelle daher laut Statut Linz § 12 nachstehende Anfrage:
1) Wurden die Linzer Aktivtage 2024 gut angenommen? Kam es zu einer Vollbelegung der Angebote? Mussten Kinder aufgrund von Kapazitätsgrenzen abgewiesen werden? Welche Angebote waren besonders gefragt, welche weniger? Wird das Angebot entsprechend evaluiert und optimiert?
2) Gibt es einen Austausch mit anderen Anbieter:innen von Sommerbetreuung im Linzer Stadtgebiet bzgl. der Abdeckung des entsprechenden Betreuungsbedarfs (z.B. Kinderfreunde, OÖ Familienbund, Kunstuni )? Finden vor dem Sommer Gespräche zur Abstimmung der Angebote statt, um eine flächendeckende und
vielfältige Betreuung sicherzustellen?
3) Gibt es in allen Linzer Stadtteilen Betreuungsangebote, die von den Familien bzw. von älteren Kindern alleine auch fußläufig erreichbar sind?
4) Gibt es aktuell Bemühungen um Weiterentwicklung des Angebots, um vermehrt kostenfreie Betreuung anzubieten, um gerade materiell schlechter gestellten Familien zu ermöglichen, dass ihr Kinder in den
Sommerferien zumindest 2-3 Wochen externe Betreuungsangebote in Anspruch nehmen können?
5) Wie werden Familien über die Betreuungsangebote informiert? Wie wird gewährleistet, dass auch Eltern, die nicht oder nicht gut Deutsch sprechen, von den Angeboten erfahren und Unterstützung für die
Anmeldung ihrer Kinder erhalten?
Die zuständige Vizebürgermeisterin beantwortete die Anfrage mündlich bei der Gemeinderatssitzung am 6. Februar 2025: https://www.linz.at/Politik/GRSitzung...TopId=5929[*1]