Dienstag, 28. M�rz 2023 @ 12:28
Dass er die Donau so geliebt hat, dürfte mit dem riesigen völkerverbindenden Raum, den sie durchfließt, zu tun haben, den er in seiner neokapitalistischen Hässlichkeit gezeichnet hat ebenso wie in seiner geschichtsumspannenden Größe. Und mit dem gleichmäßigen Dahingleiten der Schubverbände, das mühelos erscheint, ganz im Gegensatz zu dem Aufwand seiner eigenen Fortbewegung. Josef, so hat er seinen Rollstuhl genannt, niemand weiß mehr genau warum, und ob es Josef I, der II oder wievielte letztlich gewesen ist. Wehe, beim Wirt oder sonstwo stand dem jeweiligen Josef etwas im Weg. Da konnte er richtig rabiat werden, die große Wut des Behindertenaktivisten, der gegen die österreichische Ignoranz in der Umsetzung der Barrierefreiheit mit Josef anfuhr.
Als er in Klagenfurt/Celovec seinen Herrn Groll »Im Schatten der Karawanken« vorgestellt hat, war ich verblüfft über die agile Fähigkeit, mit der er sich die Regionalgeschichte angeeignet hat. Mit Hans Kresnik wollte er gemeinsam ein choreografisches Theater über Margarete Schütte-Lihotzky schreiben. Kresnik ist vor der Verwirklichung gestorben. Und jetzt ist ihm Erwin gefolgt. Welch ein Verlust für uns alle.
Wenn es ein Jenseits gäbe, würde er weiterschreiben und Zornesblitze herunterschleudern, die seine Essays immer waren. Das ist kein Trost. Die Leerstelle, die er hinterlässt, wird sich lange nicht schließen.
Wir trauern und wünschen eine gute Überfahrt. Počivaj v miru.