Ein wahrer dem politischen Hochleistungssport verpflichteter Wunderwuzzi ist ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger. Kein Wunder daher, dass sein Besuch am 25. August in Oberösterreich als „ÖVP-Sommertour: rekord-verdächtig“ angekündigt wird.
Als 2008 die Finanzkrise ausbrach schnürten die Regierungen, auch die österreichische, über Nacht Milliardenpakete zur Rettung angeblich systemrelevanter Banken. Einen Nachschlag in Milliardenhöhe gab es zur Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott und des Euro. Dass damit die Staatshaushalte aus den Fugen geraten sind, ist logisch.
Doch die Regierungen denken nicht daran, das Geld zur Sanierung der Budgets von den Profiteuren am Finanzmarkt, deren Spekulationen die Krise ausgelöst hat, zu holen, von den Banken und Zockern. Zahlen sollen vielmehr wieder die Lohnabhängigen. Und dafür werden europaweit Belastungspakete geschnürt oder wurden bereits vorgelegt, wie etwa in Deutschland.
„Immer unschuldig“ titelte „Die Presse“ über Karl-Heinz Grasser und schrieb weiter „Für Prominente wie ihn gelten tatsächlich andere Gesetze“. Grasser und seine Bande haben es sich wirklich nicht verdient ständig medial angepatzt zu werden.
Daher ist es höchste Zeit, dass ihnen jene Gerechtigkeit widerfährt, die für eine unabhängige Justiz und einen Rechtsstaat selbstverständlich sein sollte. Schließlich gibt es einiges aufzuarbeiten und auch zu widerlegen, dass für Grasser und sein Umfeld der Tatbestand der Bildung einer „kriminellen Vereinigung“ nach §278a StGB zutrifft:
Die aktuelle Debatte zur Budgetsanierung hat wieder einmal das Thema Verwaltungsreform und damit den österreichischen Föderalismus auf die Tagesordnung gesetzt. Der Föderalismus ist ein wesentliches Element der österreichischen Politik, vor allem aber ein historisches Produkt und ein Erbe der Monarchie. Die ehemaligen Kronländer und heutigen Bundesländer waren identitätsbildend sowohl bei der Konstituierung der Ersten wie auch der Zweiten Republik.
Anneliese Rohrer staunt in der großbürgerlichen „Presse“ mit welcher Wendigkeit der frühere SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer die „Diskrepanz zwischen sozialdemokratischen Ansprüchen und kapitalistischen Realitäten“ überwunden hat. Gleichzeitig bedauert Rohrer, dass „Vertreter des Kapitalismus“ wie Ex-ÖVP-Vizekanzler Wilhelm Molterer und der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser (erst FPÖ, dann ÖVP) noch immer auf „eine adäquate berufliche Tätigkeit“ warten.
Die Bundespräsidentenwahl 2010 ist geschlagen. Wenig überraschend, dass Amtsinhaber Heinz Fischer mit 79 Prozent bestätigt wurde.
Auch wenn es statt der von Parteichef Strache vorgegebenen 35 nur gut 15 Prozent für die FP-Kandidatin Rosenkranz geworden sind – es sind 15 Prozent zu viel. Ebenso die fünf Prozent für den reaktionären Christenchef Gehring, der mehr als erwartet im rechtskatholischen ÖVP-Potential fischen konnte und in Vorarlberg sogar besser abschnitt als Rosenkranz.
Dass es angesichts der katastrophalen Performance des SPÖ-Regierungsteams unter Kanzler Faymann wachsendes Unbehagen in der Sozialdemokratie gibt verwundert nicht. Eine Wahlniederlage nach der anderen verstärkt dieses, auch ein „Sieg“ von Heinz Fischer bei der Bundespräsidentenwahl wird daran nicht viel ändern.
Seit dem überraschenden Wahlsieg von 2006 (und nach dessen Bekräftigung 2008) wieder in Regierungsverantwortung zurückgekehrt hat die SPÖ den freilich schon lange vor der „Wende“ von 2000 verlorenen roten Faden nicht mehr gefunden, hechelt sie faktisch nur mehr der ÖVP hinterher, die eindeutig den Ton in der Regierung angibt.
Geht man nach den Botschaften des dort mittlerweile als FPK (Freiheitliche Partei Kärnten) firmierenden BZÖ, dann ist Kärnten ein wahres Wunderland: Wirtschaftlich europafit und sozial sowieso. Mit Wahl- und Zwischenwahlzuckerln wie einem Tankgeld, Gutscheinen für Kärntner Anzüge, einem Schulstartgeld und mitten in der Krise einem „Jugendtausender“ wurde das Wahlvolk jahrelang auf Jörg Haider eingestimmt und das funktionierte auch nachdem die „Sonne vom Himmel gefallen“ (LH Dörfler) ist.
Das Thema ist zweifellos nicht unbedingt ein sehr attraktiver Anlass für Veranstaltungen. Da hat Josef Weidenholzer, Vorstand des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Johannes-Kepler-Universität Linz und neuerdings auch EU-Abgeordneter der SPÖ, schon recht. Bemerkenswert, dass sein Institut trotzdem das Thema „Verfassungsreform 1929: Wendemarke der Ersten Republik?“ zum Anlass für eine Tagung mit vorangegangenem Abendvortrag nahm.
Fest am Gängelband der Wirtschaft, sprich des großen Kapitals, hängt die Bundesregierung und demonstriert das anschaulich. Das wiederspiegelt sich etwa in der millionenschweren Insertion in den Dichand-Blättern, zuletzt unter dem Titel „Erfolgsmodell Österreich“ im Gratisblatt „Heute“. Da paradieren Faymann, Mitterlehner und Bures gemeinsam mit dem Glücksspielkonzern Novomatic, der Wiener Städtischen und dem Baukonzern Porr.
Dass die Sozialdemokratie – nicht nur in Österreich – in einer tiefen Krise steckt ist unübersehbar. Waren noch vor wenigen Jahren die Mehrheit der EU-Länder sozialdemokratisch regiert, so ist das heute nur mehr in einer Minderheit der Fall. Die Wirtschaftskrise hat zu einem massiven politischen Rechtsruck geführt, die Konservativen und noch weiter rechts stehende Parteien sind im Aufschwung.
Den Spiegel im doppelten Sinne hält Marion Kraske, bis 1999 „Spiegel“-Korrespondentin in Österreich, der österreichischen Politik in ihrem Buch „Ach Austria! Verrücktes Alpenland“ vor. Sie meint etwa in aller Deutlichkeit, dass in der Kärntner Ortstafelfrage „eindeutig der Bundeskanzler“ gefragt wäre.
Für ein säkulares Österreich! Kreuze in Schulen und Kindergärten? Kreuze bei Gericht, in Krankenhäusern und Pflegeheimen? Steuervorteile und öffentliche Subventionen für die Religionen? Steuerzahlerfinanzierte staatliche religiöse Grundausbildung für den Mitgliedernachwuchs von Religionsgemeinschaften? Wir meinen, Religionsfreiheit ist ein Grundrecht, aber Religion ist keine Aufgabe des Staates.
Je größer der Frust über die Politik der etablierten Parteien, umso stärker die Lust führender Medien als entscheidende Meinungsmacher „Alternativen“ für die enttäuschte Bevölkerung in Form von selbsternannten Rebellen zu präsentieren. Beispiele dafür sind der medial gehypte ehemalige Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser, der 2008 mit seiner Liste bei der Landtagswahl 18 Prozent erreichte und Hans-Peter Martin und seine von der „Krone“ per Gratiswerbung schon 2004 aufgebaute Anti-EU-Liste, die sich von 14 Prozent 2004 bei der diesjährigen EU-Wahl auf fast 18 Prozent steigerte.
125 GemeinderätInnen, BetriebsrätInnen, KünstlerInnen, WissenschafterInnen, BasisaktivistInnen, Betroffene fordern vor der Budgetrede des Finanzministers am kommenden Dienstag eine solidarische, ökologische und demokratische Wende statt der angekündigten Rotstiftpolitik.
Seit Bestehen der neuen Koalitionsregierung SPÖ/ÖVP – oder wenn Sie wollen ÖVP/ SPÖ, denn die beiden Parteien sind längst austauschbar geworden – zeichnet sich diese durch den von den Medien kreierten so genannten „Kuschelkurs“ aus. Dieser scheint im Moment durch den Lehrer-Konflikt zwar etwas getrübt zu sein.
Die nächsten Pläne für mein Heimatland: Ich will Landeshauptmann werden. Von Egyd Gstättner
Genaugenommen bin ich ein schüchterner, menschenscheuer Mensch. Sogar zu meinen allerengsten Freunden habe ich kaum Kontakt. Aber so bringt man es zu nichts, und so geht es nicht weiter: Daher habe ich beschlossen, wenn ich außer Haus gehe, auf der Straße wildfremde Menschen zu grüßen. Wenn sie Trachten trugen, sagte ich "Grüß Gott" , sonst "Guten Tag" . Weil es ja unüblich ist, dass man in der Stadt von Fremden gegrüßt wird, schauten mich die Passanten verwundert bis entgeistert an. Manche grüßten zurück, viele nicht. (Sie meinten wohl, ich verwechsle sie mit jemandem.)
Aus aktuellem Anlass (Artikel vom 12.11.98) von Franz Schandl
Wien hat wieder einmal eine Affäre. War der sozialdemokratische Ex-Bürgermeister der Bundeshauptstadt, Helmut Zilk, nun ein kommunistischer Spitzel oder nicht?
Laut Meldungen aus Prag soll Zilk von 1953-1966 bezahlter Informant des CSSR-Geheimdienstes gewesen sein. Allerdings sind die Quellen mehr als dubios, kommt die Auskunft doch von Vaclav Benda, bis vor einem Jahr Direktor des “Amtes für Dokumentation der Verbrechen des Kommunismus”. Der ranghöchste offizielle Kommunistenjäger an der Moldau stand stets für einen fanatischen und rigorosen Antikommunismus der bürgerlicher Siegerjustiz.
Im Zusammenhang mit einer Studie über den Islam-Unterricht hierzulande ist dieser Tage ist viel von Parallelgesellschaften die Rede. In der Tat gibt es migrantische Milieus, die weitgehend autark von der hiesigen Gesellschaft existieren. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein, wenngleich Auswüchse wie Zwangsheiraten oder Ehrenmorde mit elementaren Ansprüchen an Menschenrechten und –würde natürlich absolut unvereinbar sind und die autoritär-patriarchale Abschottung oder Verschleierung von Mädchen und Frauen und die Pflege des Machismus bei Burschen und Männern den Anspruch auf Teilhabe an der Gesellschaft und Chancengleichheit zunichte macht.
Es gibt genug Lasten (Wirtschaftskrise!), auch ohne dass zusätzlich welche eingeschleppt werden müssten, meint offenbar (zum Fall Arigona Zogaj) die Innenministerin, eine Herrin über Schottergruben und Menschen, eine Menschenfrau, eine Bestimmerin über wertes und unwertes, über gutes und schlechtes Leben, nicht eine Bestimmerin von Pflanzen, so was wächst nicht im Schotter, also bei der Frau stimmt einfach alles, und sie bestimmt jetzt, wer bleiben darf und wer nicht.
Es ist sogar in Wahlzeiten selten, dass in Meinungsumfragen die KPÖ vorkommt. Umso bemerkenswerter ist eine market-Umfrage über die Erwartungen der ÖsterreicherInnen für 2009. Dabei wird die KPÖ gleichberechtigt mit den fünf Parlamentsparteien angeführt – ihr allerdings von 39 Prozent der Befragten bescheinigt, „ganz und gar nicht“ auf die Herausforderungen des Jahres 2009 vorbereitet zu sein.
Als Ergebnis der Nationalratswahl vom 28. September 2008 und der nachfolgenden Regierungsverhandlungen wird die Koalition von SPÖ und ÖVP fortgesetzt. Sowohl das vereinbarte Regierungsprogramm für den Zeitraum von 2008 bis 2013 als auch die Ressortverteilung innerhalb der neuen Bundesregierung lassen erkennen, dass die vorzeitige Neuwahl im Grunde überflüssig war.
Zum Sittenbild des politischen Establishments Österreichs wird das Puzzle der Kommentare zum Unfalltod des Kärntner Landeshauptmannes und BZÖ-Chefs Jörg Haider. Vom Bundespräsidenten abwärts wird Haider als „talentierter Politiker“ (Fischer), „Ausnahmepolitiker“ (Faymann),. „hochbegabter Politiker mit Leib und Seele“ (Schüssel), „außergewöhnlicher Politiker“ (van der Bellen) bis zum „politischen Popstar“ (Androsch) gewürdigt. Die Parteigrenzen verschwimmen in einer wohlinszenierten Trauermanie, bei der Politik und Medien kräftig auf die Tränendrüse drücken und die sich wie eine „Wolke der Depression“ über Kärnten gelegt hat.
Österreich hinkt bei der Gleichstellung gleichgeschlechtlich l(i)ebender Menschen den gesellschaftspolitischen Entwicklungen zehn Jahre hinterher. Die KPÖ hat zuletzt bei ihrem 33. Parteitag zu diesen Themenbereichen wieder mehrere Stellungnahmen verabschiedet. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Positionen und Forderungen.
„3,2 Millionen Österreicher leben von der Staatskasse“ titelt der „Krone“-Ableger „Heute“ am 18. August 2008 und rechnet vor: 2,564.194 PensionistInnen, 337.322 PflegegeldbezieherInnen, 212.876 Arbeitslose, 105.000 KarenzgeldbezieherInnen, 11.200 Präsenzdiener und dann werden „ganz nebenbei“ auch noch an 1.718.109 BezieherInnen Familienbeihilfe ausgeschüttet. Gar nicht zu reden von den 450.000 Beamten, für die der Staat „in die Tasche greifen“ muss. Und das alles streng belegt durch Statistik Austria.
Zum Thema „Wettstreit um die Familien“ berichtete der „Standard“ am 14. August 2008 über die sich gegenseitig überbietenden Vorschläge von SPÖ und ÖVP, passend garniert mit Konterfeis der Parteichefs Werner Faymann und Wilhelm Molterer und – wie es sich für einen ordentlichen Politiker gehört – natürlich im Kreise von Kindern. Auffallend dabei war nicht nur, dass das Faymann-Foto doppelt so groß war wie jenes von Molterer (was auf eine Faymann-Präferenz des „Standard“ schließen lässt), sondern vor allem, dass sich der neue SPÖ-Chef ausschließlich von offenbar wohlweislich ausgesuchten blonden Kindern umgeben ließ.
Wer sich dem Wahlrecht für Migrantinnen in den Weg stellt, ist eine Rassistin. Wir haben keine Wahl, aber eine Stimme. Wir sind hier, weil ihr dort seid. Alle die hier sind, sind von hier.
I. Es stellt sich die Frage, ob wir im Rahmen dieses Prozesses die Auflösung von Nation als Herrschaftsinstrument erleben oder ob die Nation und der an diese Idee gebundene Nationalstaat nicht gerade eine entscheidende Pufferfunktion zwischen den auf die supranationale und globale Ebene abgewanderten Entscheidungsinstanzen und den Interessen der Bevölkerungsmehrheiten erfüllen. Jedenfalls werden die national verfassten Institutionen immer mehr zu Alibi-Instanzen. Die Entscheidungen werden diesen Instanzen vorgegeben, sodass sie nur mehr für die nationalstaatliche Absegnung der Entscheidungen, deren formelle Legitimation und deren Durchsetzung im Staatsgebiet zuständig sind. Signifikant ist jedenfalls die Doppelbewegung, der die nationalstaatlich verfassten “Demokratien" unterworfen sind:
Hans-Peter Martin macht sich Sorgen und befürchtet, dass sich die Konzerne „neue Parteien und gar Bürgerlisten“ halten. Darüber, dass Fritz Dinkhauser vom Swaroski-Konzern gesponsert in den Wahlkampf ziehen könnte. In einen Wahlkampf, den der Fritz aus Tirol nicht unter vier Millionen Euro schlagen will. Und so erklärt uns Martin wortreich, warum er Dinkhauser absagen musste, mit ihm in den Wahlkampf zu ziehen. Weil dieser immer noch in der ÖVP ist und weil Geld stinkt…
Die schärfste Drohung, die im vergangenen politischen Schwurbel vorgetragen werden konnte, ist jene, dass die Regierung arbeitsfähig hätte werden können. Die mediale Klage, die Parteien der großen Koalition würden ohnehin nur untereinander streiten, hat sich letztlich als Glücksfall erwiesen.