1. Die Sicherung des Sozialstaates, der freie Zugang für alle in Österreich lebenden Menschen zum Gesundheitssicherungssystem, die garantierte Pflege und Betreuung müssen als Grundrecht in der Verfassung festgehalten und gesichert werden. Dafür haben sich im Jahre 2002 beim Sozialstaatsvolksbegehren 715.000 ÖsterreicherInnen ausgesprochen. 2. Die Finanzierung der Krankenkassen erfolgt durch Beiträge und durch Steuern. Selbstverständlich ist zu diesem Zweck auch Vermögen zu besteuern, weil ohne Umverteilung von oben nach unten die von der Politik zu verantwortende Aushungerung des Gesundheitssystems nicht unterbunden werden kann. Selbstbehalte jedweder Art sind abzulehnen, da sie das Solidarsystem – alle zahlen ein, wer Hilfe benötigt, erhält sie – unterlaufen.

3. Die großen Institutionen des Sozialstaates (Krankenkassen, Unfallversicherung, Pensionsversicherung) müssen weiter im Eigentum der Versicherten bleiben. Das Prinzip der Selbstverwaltung ist nicht abzubauen, sondern durch Direktwahlen, die es vor dem Faschismus gab, auszubauen. Die Umwandlung der Selbstverwaltung in eine Holding ist ein vorbereitender Akt der Privatisierung, die abzulehnen ist, weil Privatisierungen erfahrungsgemäß zu Lasten von KlientInnen, PatientInnen, pflegenden Angehörigen und des Gesundheitspersonals gehen.

4. Angesichts der Notwendigkeit, die Errungenschaft des öffentlichen Gesundheitswesens in Europa gegen die neoliberale Privatisierungsoffensive zu verteidigen, arbeitet das Forum am Aufbau einer europäischen Bewegung bzw. Organisation zur Verteidigung des öffentlichen Gesundheitswesens mit. Es erachtet die Zusammenarbeit mit im Gesundheitsbereich Beschäftigen, Gewerkschaften, sozialen Organisationen und Initiativen sowie mit allen Betroffenen und Interessierten, die sich für den Erhalt und den Ausbau des öffentlichen Gesundheitswesens engagieren als wichtig. Das Forum schlägt der Europäischen Linken vor, umgehend ein entsprechendes gesundheitspolitisches Netzwerk in ihrem Bereich einzurichten.

Wien, 25. Mai 2008