Zur geplanten Schließung des MAN-Werks in Steyr erklärt der oberösterreichische Landessprecher Michael Schmida: „Die Umstrukturierung des MAN-Konzerns geht zu Lasten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach jahrelangem Einsatz für den Betrieb droht nun allen 2300 Beschäftigten in Steyr die Arbeitslosigkeit. Was ist das für ein respektloses Signal an diejenigen, die dem deutschen Lastwagenbauer überhaupt seine Gewinne ermöglicht haben?“ Der Lastkraftwagenhersteller MAN gehört zum VW-Konzern. 2019 machte der mehrheitlich dem Porsche-Piech-Clan gehörende Automobilkonzern 19,3 Milliarden (!) Euro Gewinn. Um das Ergebnis der VW-Tochter um rund 1,8 Milliarden Euro zu verbessern, sollen nun ganze Standorte geschlossen und insgesamt 9500 Jobs „abgebaut“ werden. Schmida sieht die Politik in der Pflicht mit allen Mitteln eine Schließung zu verhindern und auf die bis 2030 geltenden Standort- und Beschäftigungssicherungsverträge für Steyr zu pochen. Kritik übt er an der Landesregierung: „Statt für den Standort zu kämpfen, fällt der oö. Landesregierung schon zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Qualifizierungsstiftung für den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt ein. Das ist die reine Kapitulation vor dem Konzern und den Profitinteressen der Superreichen.“

Für Schmida ist die nun drohende Schließung des MAN-Werks in Steyr aber auch ein Zeichen für die verfehlte Industriepolitik im Land: „Viel zu lange hat sich das Land viel zu einseitig auf den "Automotive-Sektor" konzentriert und diesen massiv auch gefördert. Die oberösterreichische Industriepolitik hat dabei die Entwicklungen in der Automobilindustrie total verschlafen und ist nun dem disruptiven Umbau der Branche völlig ausgeliefert. Die aktive Gestaltung der Industrie und Wirtschaft durch eine sozialökologische Transformation und gute Arbeit statt Standortsschließungen lautet nun das Gebot der Stunde. Ein zukunftsgewandter sozialökologisch verträglicher Umbau der Automobilindustrie ist dabei nur mit Unterstützung und unter Einbeziehung der Beschäftigten zu realisieren – nicht gegen sie!“ meint der KPÖ-Landessprecher abschließend.


Die KPÖ Oberösterreich hat bei ihrer letzten Landeskonferenz eine Resolution beschlossen in der sie eine transformatorische Industriepolitik und den sozial-ökologischen Umbau der Industrie fordert: http://ooe.kpoe.at/article.php/20191207152555449