Mit einer Anfrage an Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung am 2. Juli 2020 thematisiert KPÖ-Gemeinderätin die Verwendung von Wärmedämmstoffen in Linz.

Konkret will die KPÖ vom Bürgermeister wissen, welche Möglichkeiten die Stadt Linz hat auf die Verwendung von Wärmedämmstoffen auf dem Stadtgebiet Einfluss zu nehmen und ob es entsprechende Vorgaben hinsichtlich Wärmedämmung an die Immobilien der Stadt Linz GmbH bzw. bei Bauvorhaben der Stadt Linz gibt.
Weiters fragt Gemeinderätin Grünn, ob es Zahlen über die eingesetzten Dämmstoffe beim Bau von Gebäuden und der Gebäudesanierung in Linz gibt und ob seitens der Stadt Möglichkeiten bestehen, um die anfallenden Mengen an Polystyrol-Kügelchen in der Umgebung einer Baustelle einzudämmen bzw. eine umgehende Reinigung zu veranlassen. Schließlich wird Bürgermeister Luger gefragt, ob er sich dafür einsetzen und mit den politischen Entscheidungsträger*innen im Land und Bund das Gespräch suchen wird, um die Verwendung von Naturdämmstoffen und anderen umweltschonenden Dämmstoffen als Alternative zu Polystyrol zu forcieren.

Die Raumwärme ist für 13 Prozent des Treibhausgasausstoßes in Österreich verantwortlich. Gebäude sind daher ein wesentlicher Ansatzpunkt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie zur Erreichung der neuen internationalen Klimaschutzziele. Dazu muss der Energieverbrauch drastisch verringert und die verbleibende Energiebereitstellung auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Schlecht gedämmte Gebäude verbrauchen nicht nur unnötig viel Energie, sondern verursachen bei den Benutzer*innen auch übermäßig hohe und vermeidbare Heizkosten.

Allerdings wird der Beitrag mancher Dämmstoffe für den Umwelt- und Klimaschutz angezweifelt. Vor allem sind Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) auf Polystyrol-Basis in der Kritik. Die Kritik reicht dabei von der geringen Lebensdauer, der Verwendung von Erdöl als Rohstoff, über die Anfälligkeit auf Schäden (z.B. Löcher in der Fassade durch Spechte oder Schimmelbefall) bis hin zu der Verwendung von giftigen und umweltschädlichen Bioziden (zur Verhinderung von Algenwuchs) sowie chemischen Flammschutzmitteln.

Trotzdem wird das Brandrisiko und -verhalten bei WDVS als extrem hoch und gefährlich eingeschätzt. Weiters ist im Zusammenspiel mit beschränkter Lebensdauer, chemischen Additiven und Art der Verarbeitung (z.B. Verklebung der einzelnen Schichten) die Wiederverwertung sowie das Recycling von WDVS eine große Herausforderung. Auch bei der Verarbeitung auf der Baustelle gelangen Unmengen an kleinen Kügelchen und damit gesundheitsschädlichem und nur schwer abbaubarem Kunststoff in die Umwelt.

Foto: Freigesetzte Dämmstoffabfälle (Foto: KPÖ)