Derzeit spielt sich in der EU eine menschengemachte humanitäre Krise ab. Rund 42.000 geflüchtete Menschen vegetieren unter menschenunwürdigen Zuständen in Lagern auf griechischen Inseln. Die drohende Ausbreitung von COVID-19 verschärft die Lage zusätzlich. Die Linzer KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn ergreift daher mit einer Resolution bei der Gemeinderatssitzung am 14. Mai 2020 die Initiative für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland.
Während das österreichische Außenministerium UrlauberInnen nach Österreich zurückholt, ErntehelferInnen aus Osteuropa einfliegen lässt und ganze Züge für die Einreise von 24-Stunden PflegerInnen organisiert, bleibt die Hilfe für diese Menschen in bitterster Not aus: „Da die Bundesregierung die Verantwortung für die Flüchtlinge in den griechischen Camps verweigert, muss die kommunale Politik tätig werden und Druck auf die österreichische Bundesregierung ausüben“ meint Gerlinde Grünn.

Der Friedensstadt Linz, die sich ja mit dem damit verbundenen Selbstverständnis zu solidarischem Handeln verpflichtet, würde es gut anstehen, eine Vorreiterrolle für die Aufnahme von Familien und Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern einzunehmen.

Die Resolution fordert daher die Bundesregierung auf – dem Beispiel anderer EU-Staaten folgend – sich im Rahmen der EU-Vereinbarungen an der freiwilligen Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland zu beteiligen. Und die Stadt Linz drückt die Bereitschaft gegenüber der Bundesregierung aus, Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. „Denn die gerade jetzt viel beschworene Solidarität darf nicht vor der eigenen Haustüre enden. Wir haben Platz“, so Grünn abschließend.

Ebenfalls am Donnerstag, 14. Mai 2020 findet von 12:30-14:00 Uhr beim Neuen Rathaus unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen die Kundgebung „Wir haben Platz für Menschen aus den Lagern in Griechenland!“ der überparteilichen Plattform Solidarität Oberösterreich statt. Die Linzer KPÖ ruft zur Teilnahme an dieser Kundgebung auf.