Die großen Umzüge und Kundgebungen zum Tag der Arbeit sind heuer Corona-bedingt ausgefallen. In Hintertupfing verlegten die Jungen Linken ihre Feier zum 1 Mai kurzerhand von der Straße ins Wohnzimmer: Quer durch die Stadt hängten sie Banner von Fenstern und Balkonen mit Sprüchen wie „Reichensteuer jetzt“. „Wir können nicht auf die Straße gehen, aber der Tag der Arbeit ist so aktuell wie nie. Die Corona-Krise zeigt: Ohne die Kassierin, dem Erntehelfer, die Pflegerin oder den LKW-Fahrer geht gar nichts”, sagt Tarek Kornfellner, Aktivist der Jungen Linken Wels.

„Viele Berufsgruppen werden in der Krise als Helden gelobt. Gleichzeitig reicht die Bezahlung oft nicht zum Leben. Von Applaus kann man keine Miete zahlen”, sagt Kornfellner. Die Jungen Linken treten daher für einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.750 Euro und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes ein. Seit Anfang März hat die Arbeitslosenzahl in Österreich die Marke von einer halben Million überschritten. Allein in Oberösterreich waren Ende März 57.808 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 71 Prozent gegenüber März 2019. (Stand: März 2020, Quelle: AMS)

Solidarität dürfe auch nach der Corona-Krise nicht unter den Tisch fallen. „Wenn es nachher heißt: ‘Wer zahlt für die Krise?’, dann dürfen nicht diejenigen draufzahlen, die jetzt schon die Hauptlast tragen”, sagt Kornfellner. Deshalb schlagen die Jungen Linken Wels eine Reichensteuer auf große Millionenvermögen vor, damit nach der Krise nicht bei Gesundheit, Bildung und Sozialem gekürzt wird.

„Es ist Zeit, dass auch Millionäre einen Beitrag leisten. Als junger Mensch will ich auch in zehn Jahren noch einen guten Sozialstaat, der Einzelne in Notlagen nicht auf der Strecke zurücklässt”, sagt Kornfellner abschließend.

Infos: http://www.jungelinke.at